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Start Neuigkeiten Teil 96 "Künstlerhaus Bethanien"

Teil 96 "Künstlerhaus Bethanien"

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Künstlerhaus Bethanien, mittlerweile die Adresse für Berlin- Besucher und liegt unmittelbar vor der Thomaskirche, die jahrzehntelang im DDR Sperrgebiet lag- heute die Verbindung zum verdi- Palast unmittelbar vor der Spree.

Damals in Jahr 1973 tiefstes Kreuzberg, Bethanien war eigentlich das Kreuzberger Krankenhaus und hatte im Hof die typischen Pavillons, vor dem Haupteingang lag die große Wiese.

Auf dieser Wiese vor dem Bethanien sang ein paar Jahre später Rio Reiser vor mehr als 20 000 Zuhörern sein Lied vom König von Deutschland.

Bethanien hat eigentlich eine Geschichte, die Geschichte der Louisenstadt, es wurde erst als Krankenhaus geschlossen als der Neubau am Urban- Hafen voll in Funktion ging.

Bethanien war somit eine Legende, das zweite städtische Krankenhaus was man in Kreuzberg schloss, das erste war fast schon in Vergessenheit geraten- es war das Wartenberg- Krankenhaus.

Bei all dem darf man sich nicht wundern, dass während der Hausbesetzer Zeit der nordwestliche Anbau des Bethaniens besetzt wurde, hier war das legendäre Georg von Rauch Haus.

Anfang 1973 öffneten sich die Pforten des Hauptgebäudes für Künstler und ihre Projekte, in ein fast aufgegebenes Haus zog neues Leben ein, man spielte hier auch Theater- Theater auf einem ganz hohem Niveau.

Es waren nicht nur freie Theatergruppen, sondern teilweise Studenten der HdK die hier etwas probierten und dann direkt in die Schaubühne am Halleschen Ufer fanden.

All das wusste ich Anfang des Jahres 1973 nicht, ich kannte eigentlich gar nicht den Weg dorthin.

Das änderte sich aber, aus irgendeiner Situation heraus war unser Verlangen nach Fachbüchern zu angemessenen Preisen eskaliert, die Alternative war die DDR Buchhandlung Unter den Linden, in der Höhe wo auf der anderen Seite sich die Wartburgs hinter der Glasscheibe im Kreis herum drehten.

Es war so, ich meine zu viert fuhren wir über den Grenzbahnhof Friedrichstraße U6 in den Ostteil der Stadt.

Funktionierte soweit alles prima, Einreise, Umtausch, Eintrittsgeld und DM deklariert- wir waren also in dem Teil von Berlin- der so aussah als sehe man eine alte Frau unter ihren Rock.

Die übliche Runde, Neue Wache, Dom und Alex- Bratwurst mit Club- Cola und die Linden herunter, Bücher für DM (West) erworben- nochmals herunter das Brandenburger Tor von der Ostseite sehen und den üblichen Kaffee komplett in einem der wenigen Cafes genießen.

Zurück ging es durch den Tränenpalast an der Friedrichstraße immer den Hinweisen nach.

Ich war mir sicher, du hast alles richtig gemacht, hatte ich aber nicht- ich hatte mein Ostgeld nicht ausgegeben und das war wiederum verdächtig.

Bis der Genosse mit der Erika kam und das Vernehmungsprotokoll verfasste, es dauerte- die 10 Mark der DDR waren weg und obendrein musste ich noch 20 DM West als Strafe blechen.

Dann machte man mir eine Tür offen und ich lief in Richtung U- Bahn, wahrhaftig hatten die Anderen auf mich gewartet, das hätte fast eine halbe Stunde gedauert- mein Buch war mittlerweile so teuer im Kurs geworden als hätte ich es in wenigen Minuten bei Kiepert erworben.

Die Anderen trösteten mich und luden mich des Sonntags ins Bethanien ein, allein der Weg dahin führte mich durch fast aufgegebene Straßen- bis ich vor dem hellbrauen Gebäude des Bethanien stand.

Ich kam wieder einmal nur bis zum Pförtner, die Manufaktur übte noch und wollte nicht gestört werden.

Das dauerte ebenfalls wieder, ich war ja das Warten mittlerweile gewöhnt. Was ich noch nicht wusste, dass ich bereits wenige Wochen später fast ein Mitglied dieser Familie wurde.

Früher nannte man das Prospekte, heute sind das die Flyer- und einige davon gestaltete ich- zudem das eigentliche Heft des Ensembles, mit Fotographien aus den Werkstätten der eigentlich ganz Großen.

Irgendwann schleppte ich davon mal einen Entwurf mit und vertrat mal zu Mittag den Statthalter im SHB Büro, der sah sich das an und sagte: „wenn du das kannst und etwas Zeit hast- dort wo ich mitunter stundenweise arbeite- suchen sie so einen.“

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 08. April 2016 um 02:41 Uhr  

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