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Teil 97 "Sommer- Sonnenschein- Sommer- Festival"

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Ich weiche mal etwas von meinem Manuskript ab, denn auch diese Freiheit muss sich mal ein Autor gönnen.

Im letzten Artikel rutschte mir mein legendärer Besuch im anderen Teil von Berlin heraus, der Besuch endete mit dem Warten auf den uniformierten Genossen mit der Erika.

Es wäre nun Quatsch, wenn man mittels eines solchen

Vorfalls zum kleinkarierten Gegner der DDR geworden wäre.

Das Thema DDR und Berlin kam allerdings kurz darauf unmittelbar auf die Tagesordnung des SHB, diesmal ging es um die Teilnahme an den Weltjugendfestspielen.

Dazu lud die internationale Organisationsleitung ein, eine solche Einladung erreichte allerdings nicht den SHB, warum und weshalb wussten wir nicht.

Etwas sauer waren wir allerdings als wir erfuhren den RCDS in Berlin hatte man dazu als Teilnehmer eingeladen und an dessen Spitze standen an der FU in Berlin keine geringere als die späteren CDU Größen Diepgen und Landowski und die veröffentlichten ihr Interesse auch noch in den Springer Zeitungen der Stadt.

Einfach dieses Weltjugendtreffen nicht zur Kenntnis zu nehmen war eigentlich nicht in unserem Interesse, allerdings vermuteten wir das an diesen Tagen Ostberlin dabei nur eine Bühne spielt und auf dieser Bühne die Blauhemden der FDJ unübersehbar werden.

Die Frage stellte sich, was wollten wir dort eigentlich, das eigentliche Festival- Programm war im Westteil der Stadt nicht offiziell verfügbar, was es gab waren Teile dessen die von Gruppen an der TU die der SEW nahestanden verteilt wurden.

Das waren nichts anderes als Handzettel, die man auch als Einladungen bezeichnen konnte.

Ob nun in der Organisationsleitung im Ostteil der Stadt ein Denkfehler vorlag, wo irgendwer SHB vom SDS nicht unterscheiden konnte oder ob das an unserer Adresse lag- die Zeit lief uns einfach weg.

Im der Adresse war es nämlich auch so einfach nicht, denn ein Haus weiter in Alt- Moabit gastierte mal die K1 um Uschi Obermeier.

Wir gingen einfach davon aus, ob die uns haben wollen oder nicht, das Schauspiel werden wir uns nicht entgehen lassen.

Man hatte aber die Jusos offiziell eingeladen, das war die Brücke umso ein bisschen Mehr vom Festival mitzubekommen.

Eigentlich nicht normal, um auf ein Festival in den anderen Teil der Stadt als Teil einer linken Familie zu kommen musste man der Gast einer SPD Nachwuchsorganisation werden.

Das hatte wiederum weitere Folgen, wir konnten nicht über Nacht dort bleiben- bekamen einen Gast- Ausweis auf dem wir den Stellplatz (so nannte man das wirklich) der Jusos ausgewiesen bekamen und mussten durch den Tagesbesuchereingang über den Bahnhof Friedrichstraße in den Ostteil der Stadt.

Mit allem Drum und Dran, Tagesvisum und Umtausch des Geldes.

Es war so, Berlin in diesen Tagen zwischen Alex und Unter den Linden blühte im Festival, „Sommer, Sonnenschein- Sommer Festival“, die Hauptstadt der DDR hatte sich heraus geputzt und gab sich locker und international.

Allerdings waren die Blauhemden der FDJ überall in Massen zusehen, dazu die weißen Hemden mit den roten Halstüchern der Thälmann Pioniere.

Den ausgewiesenen Stellplatz der Jusos erreichten wir, der damalige Juso Bundesvorsitzende Wolfgang Roth hatte allerdings seine rote Rede zuvor beendet.

Das bedeutete aber, zu uns gesellten sich einige FDJler, gewollt oder ungewollt- das wussten wir nicht.

Die allerdings waren so nett und freundlich, dass sie uns eigentlich jeden Wunsch erfüllen wollten.

Allerdings erzählten die wiederum einiges was wir kaum verstanden, für uns war die DDR eigentlich das unbekannte Land.

Da gab es fahrbare Stände, entlang der Straße mit Club Cola im Ausschank- nicht nur das sondern mit dem Schuss Cuba Rum.

Wir luden unsere Blauhemde dazu einfach ein und die bedankten sich, Mädchen aus dem Osten in blauen Hemden können lächeln und fröhlich sein.

Eigentlich wollten wir die mit Fragen überhäufen, dazu kamen wir aber nicht- die befragten uns.

Irgendwie stand an diesen Tagen einiges auf dem Kopf, zudem hatten wir etwas an uns- womit und wodurch wir in der Masse auffielen.

Der Tag endete auf dem Rosa Luxemburg Platz, beim Festival des politischen Liedes und Aurora Lacarsa wagte sich gekonnt an die Lieder der Arbeiterbrigaden, wir sangen mit- zuerst sangen die SHBer und dann unsere FDJler.

Die sahen uns nachher an als kämen wir vom anderen Planeten, interessant war danach der Auftritt einer Band die sich „Lokomotive Kreuzberg“ nannte.

Wir wussten welche rotlackierten sich dahinter versteckten, etliche um uns herum wusste allerdings nicht wo Kreuzberg lag.

Das war so und denen wollten wir erzählen, was man in Kreuzberg unter Leben versteht?

Eigentlich hatten wir etwas erlebt, schüttelten etliche Hände, danach wurde alles durch einen Sänger übertönt, der Venceremos minutenlang ins Mirko rief.

Venceremos, bis zum Tränenpalast- noch in der West- UBahn sah man einige die das bunte Halstuch mit sich führten und die eigentlich keinen Bezug zum Osten haben wollten.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 09. April 2016 um 03:05 Uhr  

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