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Teil 101 "als es noch richtungsweisende Politik gab"

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Es gab etwas in jenen Jahren innerhalb der Berliner Sozialdemokratie was eigentlich normal sein sollte, nur normal war eigentlich nichts.

Eine Großstadtpartei wie es nun auch die Berliner SPD war und ist befindet sich immer in einer Art des Umbruches.

Manche Diskussion um die Form oder die Art von Politik innerhalb der Ortsvereine, die sich in Berlin Abteilungen innerhalb der Kreise nennen, nahm bereits zu Willy Brandts Zeiten an Dynamik auf.

Andererseits aber verfügte damals die Berliner SPD noch über ihre Wochenzeitung, die man stets am Kiosk kaufen konnte- die Berliner Stimme.

In dieser Zeitung fand man Hinweise auf Veranstaltungen ganz anderer Art, auf denen es weniger um den vereinsinternen Formalismus ging sondern das Thema die Tagesordnung bestimmte.

Innerhalb der TU von Berlin gab es eine Gruppe von Sozialdemokraten, die sich einer Tradition stellten- eigentlich sagte man das sei eine Betriebsgruppe, doch das war sie auch nicht sondern mehr ein Arbeitskreis von Dozenten, Angestellten, Absolventen und Studenten.

Man erfuhr bei jeder Tagung eigentlich etwas mehr von der Ausrichtung der Wissenschaft und vom Bedarf in der Berliner Industrie und Verwaltung, eigentlich das Scharnier zwischen Hochschule an weitere Wissensanwendung.

Bei meinen ersten Besuchen bemerkte ich den Unterschied zu den Ortsvereinen, hier war zunächst das Zuhören gefragt, denn eine Hochschule unterliegt dem ständigen Wandel.

Ich kann mich an einige Vorträge noch gut erinnern, zunächst ging es um die Reife zum Beginn des Studiums.

Die Reifeprüfung war die eine Sache, nur wie reif waren die Erstsemester ihr Wissen umzusetzen?

Wieviel Wiederholungen musste man machen, damit in einem Fachgebiet der Durchschnitt auf das gleiche Wissen kam?

Man sprach damals bereits von der Lähmung am Start und damit verzögerte sich bei einigen manches.

Zudem galt es das Angebot innerhalb der einzelnen Fächer stets den Anforderungen anzupassen, es gab dabei die internen sowie die externen Anforderungen.

In diesem Kreise spiegelte man die letzten 5 Jahre und auch ich erlebte wie das Profil ein anderes wurde, wobei eigentlich das Rüstzeug gleich blieb.

Beim Thema Rüstzeug waren die höheren Schulen in Berlin gefragt, in einigen bekannten Fällen trimmten die nur zur Reifeprüfung, was danach kam interessierte den Schulen erst einmal nicht.

Mit diesem Thema beschäftigte man sich hier und das mit Fallbeispielen, man wollte ein Scharnier schaffen.

Daraus entwickelte sich etwas, fast an der großen Politik vorbei- man bot die Sommer- Universität an.

Der Auftrag hierzu war logisch, man bot Schnupperkurse an- einmal zum Einsteigen und den anderen zum Auffrischen.

Ich versuchte mich mal an einigen Wochenende in wenigen Schnupperkursen, denn auch ich war nicht davon überzeugt das eigentlich richtige gewählt zu haben.

An diesen Kurs innerhalb der BWL bot man die Einführung in die Mitbestimmung an.

Das hatte wiederum Folgen für den Arbeitskreis, wer konnte hier und das fehlerfrei Tarifverträge lesen und deuten?

Nicht nur das Thema der Eingruppierung sondern die Voraussetzung für die Gruppe, die Entlohnung sowie die Zulagen.

Wir beackerten ein weites Feld, von der Verbindlichkeit der Tarifverträge bis zur Berlin- Zulage.

Sah man das wiederum bundesweit war Berlin im Mittelfeld der Vergütung, die Berlin- Zulage war nur ein staatliches Pflaster.

Eine weitere Frage stand im Raum zu den Eigenbetrieben des Berliner Senats, in welcher Tarifgruppe befand sich die Mehrheit der Mitarbeiter?

Eine Wendung nahm dieses Thema mit der Frage nach dem Aufstieg eines Mitarbeiters in die nächst höhere Gruppe und wahrhaftig waren das in der Minderheit Frauen.

Zudem stellte sich heraus, dass mit dem Aufstieg nicht immer die Zulage garantiert wurde.

Meistens war es die sog. freiwillige Stellenzulage, im Gegensatz dazu die tarifgebundene Leistungszulage- wem wurde was gezahlt?

Wir kamen auch zu dem Thema Einstiegsgehälter, insbesondere für Absolventen der TU, hier ging eine Schere auf von 18 000 DM brutto pro Jahr bis zu 30 000 DM pro Jahr.

Daraus ließ sich auch der Ran auf gewissen Studienabschlüsse in den Fachrichtungen erklären.

Eine zweite Erklärung war, wer das Ziel nicht in Berlin erreichte verließ die Stadt.

Von einigen Jahrgängen wusste man blieben nur 20% der Absolventen in Berlin, aber andererseits suchte man in Berlin Fachkräfte und Manager.

In der Tat fielen in diesen Diskussionen mitunter harte Worte, denn manche Münchener Konzernspitze schickte nach Berlin 3. Klassige Manager auf Bewährung und die kamen und gingen, fanden also nie die Bindung zur Stadt.

Das Thema baute man ein paar Jahre danach mit Peter Glotz im Audi Max ziemlich aus und Peter Glotz war damals der erste der sich dem bewusst war.

Diesen Arbeitskreis an der TU gab es allerdings nicht ständig, denn diese Themen mussten reifen.

Einige Jahre später las ich in der Stimme wieder von diesem Kreis, in einer Zeit wo gerade dunkele Wolken über den Betrieb hingen dem ich noch die Treue hielt.

Ich war mit ganz anderen mittlerweile in Kontakt und wäre bald auch dort gelandet.

Das Ding landete aber über den Bahnhof hinaus am Kulturforum, das nannte man M Bahn.

Ob es nun diesen Kreis noch gibt und in welcher Form, erfährt man kaum im Ortsverein nur für mich war er richtungsweisend.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 18. April 2016 um 02:57 Uhr  

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