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Start Neuigkeiten Teil 103 " Wann wird man belohnt?"

Teil 103 " Wann wird man belohnt?"

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Lohnten sich eigentliche all diese Mühen und Planungen? Wenn ich mich verglich mit anderen Zeitgenossen sah das ganz anders aus, trotzdem war ich einigermaßen zufrieden.

Mit der Kraft aus dieser inneren Zufriedenheit meisterte ich die öffentliche Verteidigung, ich hatte ja unter den Zuhörern drei Personen meines Vertrauens platziert – die mir mehr als die Daumen drückten und die mir am Ende der Veranstaltung etwas mehr sagten.

Der ältere und erfahrene Kollege aus der Fertigungsplanung hatte im Kreis der Zuhörer einen Professor entdeckt, den er mal als jungen Praktikanten den Weg in die Praxis weisen wollte.

Ich wurde Zeuge eines Gespräches an das ich mich immer erinnerte, er erwischte den auf den falschen Fuß- denn als den Fachmann hatte er ihn nicht in Erinnerung.

Was mich betraf, erfuhr ich aus berufen Mund- „man sollte mich mal ansprechen- denn mit mir hätte man eine gegenseitige Perspektive entwickelt.“

Es kam aber wie es sollte, zunächst die interne und umso heftigere Feier, wer waren wir eigentlich- weshalb feierten wir so?

Eigentlich waren wir gar nichts, überwiegend auf der Suche nach dem Danach, schlossen aber eine Epoche unseres Lebens ab.

Treffpunkt dazu war das Cafe am Steinplatz, diesmal sollte mich die andere Medizinerin begleiten, komischerweise war das so lag an den Schichten der jungen Ärztinnen im Klinikum.

Das Cafe am Steinplatz gegenüber der Alten Mensa der TU hatte sie wohlweißlich gewählt, es war nämlich das Cafe in dem Rudi Dutschke damals Gretchen Klotz begegnete.

Was dann passierte nennt man im Volksmund „die Sau heraus lassen“, zudem kam zu Mitternacht noch der Pianospieler und das war kein geringerer als Kutte aus der alten WG.

Nur der war jenseits von Gut und Böse, sein Pianospiel allerdings hervorragend- ob er mich erkannt hat- ich glaube es nicht. Es interessierte mich auch nicht mehr, das war ein Stück Vergangenheit.

Nur wie stand es um meine Zukunft?- Ziemlich schnell wurde mir deutlich, ich befand mich in einen Stadium meiner eigenen Abwicklung.

Den netten Hinweis befolgte ich noch, meinen TU Ausweis verlängern zu lassen- besagt eigentlich gar nichts, den der Brief zum Thema Ex und das war es kam innerhalb von wenigen Tagen.

Ansonsten hätte ich Zuhause einen Blumenladen aufmachen können und ständig klingelte das Telefon, danach folgte das unvermeidbare- zunächst in die Arbeitsstätte.

Der letzte Tag mit Bier und Würstchen, mit Senf und guten Wünschen, mit etlichen Zetteln – und dem Ruf zum Direktor.

Kurzum der erzählte mir noch sehr viel, diese Generation begann immer irgendwo in den letzten Kriegstagen mit ihren Vorträgen.

Dann kam er auf mich zu sprechen, erzählte mir etwas über mich- was ich ihm nie erzählt hatte und reichte mir ein Dokument.

Das war ein Arbeitsvertrag, der entsprach meinen Interessen von A bis Z.

Einen Haken hatte der trotzdem, Arbeitsbeginn 1.10.1974- ich unterschrieb. Zuhause wurde mir klar, da biste noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen.

Später bemerkte ich, der kannte gar nicht meine Note des Abschlusses und auch danach fragte mich niemand mehr nach irgendwelchen Zeugnissen.

Ich greife mal vorweg, der Firma blieb ich fast 15 Jahre treu- danach wickelte man mich ab und was danach folgte, war eine Folge von dem was ich zuvor machte.

Klar wurde mir natürlich auch, es folgen ein paar Monate der finanziellen Dürre.

Praktisch war ich dem Ziel nahe, mit dem Rucksack im August per durch Europa zu fahren- nur die finanziellen Verhältnisse wurden dünn.

Zunächst trennte ich mich von einer Vielzahl von Fachbüchern, gab etwas in die leere Kasse.

Der große Wurf war das allerdings nicht, in der Redaktion überraschte mich der Chef mit dem Blumenstrauß und der Einladung „ Restaurant Funkturm“.

Die Gelegenheit nutzte ich aus, denn zu verlieren hatte ich nichts.

Es klappte, zunächst sollte ich bis Mitte 1975 weitermachen und bis zum 1.10.74 auf das doppelte Pensum gehen.

Besser ging es nicht, August frei- zuvor die Doppelnummer im Juli.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 21. April 2016 um 02:16 Uhr  

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