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Start Neuigkeiten Teil 104" Ein Seminar- was es nie gab - Professor Bunsenbrenner erklärt: wie wird man ein Kollege.

Teil 104" Ein Seminar- was es nie gab - Professor Bunsenbrenner erklärt: wie wird man ein Kollege.

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Die nachfolgenden Artikel befassen sich mit all den Veränderungen am Arbeitsplatz und haben unmittelbar mit einer abhängig beschäftigten Arbeit zu tun.

Es war mein Leben, innerhalb der Arbeitswelt meinen Mann zu stehen, ich hatte Ziele, Träume, setzte mich ein, verdiente Geld, verfluchte die Arbeit, sah Teile der alten Berliner Industrie vor die Hunde gehen, erlebte Vorgesetzte die man mir wahrhaftig temporär vorsetzte, erlebte Aufsteiger, hatte es mit Neidern zu tun, erlebte Newcomer, Quereinsteiger, Nörgler und Besserwisser.

Erlebte Projekte- die man nicht zu Ende führte, Umstrukturierungen, Diffamierungen, Prämien, Abstürze, Nischenproduktionen, den Siegeszug der EDV, Überstunden und Kurzarbeit.

Bisher berichtete ich nur in Form von Artikel, wie es verhältnismäßig schwierig war überhaupt in ein Normalarbeitsverhältnis zu kommen.

Schon damals galt eine Regel, der erste Betrieb wird nicht der letzte sein.

Schon damals verließen mehr als 30% all jener Neuen, die Absolventen von was weiß ich nicht waren nach weniger als 36 Monaten den Betrieb.

Ich hatte einen Vorteil, steigt man über ein Projekt ein erlebt man ein sog. Kollektiv von Theoretikern bis zu den Praktikern.

Ein Erfolg ist das allerdings nicht, erfolgreich sein innerhalb der Arbeit heißt in erster Linie eine konstante Leistung zeigen.

Innerhalb der Arbeitswelt sieht aber fast jeder Tag anders aus und zudem hat man es mit Menschen zu tun, Kollegen am Arbeitsplatz fügen sich wie ein Zahnrad ins andere, kein Einzelkämpfer wird es lange alleine durchhalten.

Stellen wir uns einmal die Frage: Wie wird man zu einem Kollegen?

Diese Antwort liefern keine Seminare bei hochbezahlten Professoren und ist auch keine Prüfungsfrage bei einer IHK oder sonst wo.

Eigentlich hätte diese Frage auf die Tagesordnung im Nachkriegsdeutschland gehört, in Ost- und Westdeutschland- denn die ersten Nachkriegskollegen an den Arbeitsplätzen waren die Kameraden der geschlagenen Wehrmacht.

Mitte der 70. Jahre waren die allerdings immer noch an Schaltstellen und in Funktionen, die hatten alle etwas gemeinsam zwischen Karl- Marx- Stadt an der Chemnitz und Ulm an der Donau, sie duldeten mitunter keinen Widerspruch.

Mitunter klang das in anderer Form durch, sie lobten sich für ihre Taten im Wiederaufbau und nun stand einiges in Frage.

Nicht nur die Mitbestimmung, auch nicht die Gastarbeiter sondern innerhalb des logischen Denkens waren Absolventen der Jahrgänge ab 1970 umfangreicher geworden.

Ein jeder neue Kollege hatte den Vergleich zwischen der Theorie, in der bereits mitunter die kritische Vernunft eingezogen war gegenüber der Praxis in der teilweise noch die Kommandowirtschaft den Ton angab.

Hier galt es Hierarchien zu unterlaufen und manche waren in sich verankert, manche kämpften gegen Windmühlen und strichen ihre Segel.

Um der Kollege zu werden musste man durch die Phase in der man der Neue war.

Der Neue war der Unbekannte, mancher versprach sich etwas von dem, wer nahm sich des Neuen an?

Unter Kollegen zu sein bedeutet auch einer Konkurrenz sich zu stellen.

Wo lehrt man, dass Kollegen zu Konkurrenten werden können?

Etwas was in unseren Hochschulen nicht gelehrt wird, aber der Stoff des Lebens ist.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 23. April 2016 um 02:07 Uhr  

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