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Teil 115 "Deutschland ging es gut, nur wer profitierte davon?"

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Etwas was mich in dieser Zeit beschäftigte, wo war der eigentliche Nutzen des Einzelnen also auch meiner.

In diesen Jahren ging es der Bundesrepublik eigentlich gut, man hatte die Ölkrise fast gemeistert und Helmut Schmidts „Modell Deutschland“ war in aller Munde.

Stellen wir uns die einfache Frage, wenn es dem Staat gut geht- wer profitiert davon?

Mittlerweile machte sich unter den Arbeitnehmern nämlich etwas anderes bemerkbar und das war die Folge einer vagen Zuversicht auf den Profittransfer, man begann sich zu verschulden.

Die Bürger des Staates standen bei den Banken in der Kreide und die Banken machten damit ihre Geschäfte.

Mittels dieses Geschäftsmodells erodierte man die vorhandene Mittelschicht in eine neue Art der Abhängigkeit.

Karl Marx sprach von den Lohnabhängigen, mittlerweile wurden Deutschlands Arbeiter zu den Kreditabhängigen der Banken.

Mit dem sog. geförderten weichen Geld, was dem Eigenheimbau und der Wohnwertverbesserung dienen sollte, machte man nur die Finanzwelt mobil und manche Bank noch reicher.

Frankfurts Banken expandierten in die Höhe und in die Breite, dagegen sah die Paulskirche wie ein Stiefkind aus.

Sicherlich ein staatlich gefördertes Finanztransferangebot dient der Nachfrage, nur der wesentliche Teil der Bürger die sich dieser Nachfrage stellten, wussten weder von der finanziellen Härte der Banken noch weniger von einer Konjunkturflaute.

Mehr oder minder erzeugten hier Banken und nicht nur im unteren Sektor der Mittelschicht eine bereits erkennbare Blase.

Diese Finanzblase hätte uns unmittelbar nach der Ölkrise mit voller Wucht getroffen, innerhalb des Schmidtschen Modells Deutschland gab es aber den staatlichen Regulator.

Bei aller Freiheit in der Wirtschaft, hatte man in diesen Jahren Keynes noch nicht abgeschrieben.

Man besann sich noch auf Konjunkturprogramme und in diesen Zusammenhang fiel folgende Aussage: Lieber wenige Prozente in der Arbeitslosenstatistik und dafür mehr in der Inflation Statistik.

Das hieß aber, es verteuerte sich einiges in diesem Lande, mittels der erhöhten Teuerungsrate stiegen allerdings auch wieder die Löhne und Gehälter.

Was an und für sich nicht das ökonomische Problem war, ein neues Gespenst tat sich auf.

Es begann die Epoche der Gehälterspreizung, es entstanden Berufsgruppen die mit dem 2 oder 3 fachen Monatsgehalt vom Durchschnitt starteten.

Meistens waren das Berufe in der freien Wirtschaft, vom Rüstungsbetrieb, zur Finanzwirtschaft bis zur Chemie, zurück blieben Berufsgruppen denen man begann ihre Wertschöpfung abzuerkennen.

Der Prozess innerhalb der Wertschöpfung bestimmte das Gehalt, damit begann man einiges auf den Kopf zu stellen.

Im Durchschnitt verdiente ein mittlerer Angestellter in der Industrie im Jahre 1976 knapp unter 2000 DM monatlich Brutto.

Ein Facharbeiter im gleichen Betrieb lag ca. 12% darunter, eine angelernte Arbeiterin verfügte nur über 55% des monatlichen Bruttogehaltes eines mittleren Angestellten.

Im Bankensektor und in Kanzleien von Freiberuflern tat sich ganz etwas anderes auf, min. 30% der Mitarbeiter verdienten das 2,5 fache des Durchschnitts und am anderen Ende verdienten 20 % von allen noch nicht einmal die Hälfte des Durchschnitts.

Jetzt weiß man, wer profitierte von der Lohn- oder Gehaltserhöhung von 5 oder 6% am meisten, in dieser Zeit führten die DGB Gewerkschaften bei den ausstehenden Tarifverhandlungen das System von zusätzlichen Einmal- Zahlungen ein, die in der Höhe zuvor festgelegt wurden.

Mit diesen Einmal- Zahlungen wollte man die unteren Lohngruppen finanziell stärken.

Andererseits hatte dieses „Modell Deutschland“ einen wirtschaftlichen Charakter und andererseits begann die soziale Schieflage sich zu installieren.

Es begann die Epoche des sozialen Abstiegs, in einem Land wo die Wirtschaft wieder an Fahrt aufnahm.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 16. Mai 2016 um 02:58 Uhr  

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