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Start Neuigkeiten Teil 119 "Der Beginn des Strukturwandels"

Teil 119 "Der Beginn des Strukturwandels"

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Kommen wir einmal auf Situationen im Leben zu sprechen, denen man sich stellen muss. Zunächst gilt, das Haus der Erinnerung hat keine Eingangstür aber trotzdem wird man mitunter von der Vergangenheit eingeholt.

Es begegneten einem Menschen und diese wiederum gaben einem etwas, was man auch als Freundschaft bezeichnen kann.

Menschen ändern sich allerdings und mitunter kann das nicht vorteilhaft sich entwickeln, mit denen allerdings einen Dialog führen – ist erstens spannend und heilsam.

Genau das wollte ich in den 3 Wochen in denen ich meine erste Rate des Jahresurlaubes nahm, auch daran musste ich mich erst gewöhnen an den Urlaub nach Plan.

Zu der Zeit war ich einer von denen, die zu Besuchen in den Wilden Westen der Bundesrepublik gerne den Schlafwagen im Nachtzug benutzen.

Wer mehrere Male im Jahr mit dem Auto auf den Transitstrecken unterwegs war, sehnte sich nach der Alternative.

Meine erste Station war meine Tante, die nun nicht weit vom Bahnhof wohnte.

Ich bemerkte bei ihr sofort etwas unterschwellig neugieriges, sie suchte nach dem Sinn meiner Reise.

Wo ihre Annahme wiederum eine ganz andere war als Planung, ich hatte wiederum mal wiederum etwas verpasst.

Es ging innerhalb der Familie wieder einmal um die Verteilung des lockeren Geldes, wohlweißlich stinkt Geld nicht und dessen Empfang schlug ich niemals aus.

Nur spielte ich in diesem Orchester keine Rolle, man nannte mir nie Zahlen.

Bei Geld hört irgendwo die Freundschaft auf und das Wort Familienbande bekommt einen ganz neue Bedeutung.

Das endete meistens damit, ich bekam einen Verrechnungsscheck, davon sagte ich allerdings nichts meinem alten Herrn.

Der wiederum sagte mir dazu auch nichts, nur gefiel dem nicht dass ich zuerst den kürzeren Weg vom Bahnhof zu der Tante machte.

Das nennt man Zugzwang, in solchen Situationen werden dann die Kinder egal wie alt sie sind von ihren Eltern neu eingekleidet.

Bei dieser Gelegenheit zeigte mein Vater mir einen Zeitungsausschnitt, im Lokalteil stand etwas über den Selbstmord meines Freundes.

Der war einige Jahre älter als ich und wir beide hatten unsere gemeinsame Kindheit wohlbehütet verbracht, er war eigentlich derjenige der mir in der Algebra auf die Sprünge half.

Jetzt lebte er nicht mehr, ich erfuhr davon erst 9 Monate später, natürlich ist man neugierig.

Am Abend wagte ich es denjenigen anzurufen, der eigentlich mehr hätte wissen müssen, der sagte mir allerdings nicht viel- denn nach 9 Monaten wollte er das endlich vergessen.

So hart, wie das nun einmal für mich war aber auch dazu hatte ich Verständnis. Eigentlich erfuhr ich nie etwas mehr über ihn, was zuvor war und was ihn dazu trieb.

Meinen zweiten Versuch war die Kontaktaufnahme mit meiner alten Schulfreundin Ulrike, zwischen dem old man river und jetzt lagen aber 10 Jahre, 10 Jahre in einem Leben von jungen Menschen ist fast eine Ewigkeit.

Ich hatte dabei etwas Glück, die fand es sehr gut sich mit mir in einem Café zu treffen.

Solche Treffen laufen stets ganz anders, denn sie hatte so viel zu erzählen, war Ehefrau und Schwiegertochter geworden.

Bis ich endlich zu meiner Frage kam, die wusste allerdings auch nicht mehr- nur dass sie fast zu Nachbarn geworden waren.

Das Nachbarn der Bausparverträge, die siedelten sich vor den Städten an und dabei war sie wiederum ehrlich, mehr als 1 Verdienst ging für die Finanzierung drauf.

Ulrike war immer ehrlich, die sagte mir es, wenn sie auf Rente gehen würde wäre das Haus abbezahlt.

Gleichzeitig erfuhr ich aber, dass einige Nachbarn bereits wieder ausgezogen seien, denen wäre die Belastung zu hoch gewesen.

Das konnte der Ansatzpunkt sein, mehr wusste ich allerdings nicht.

Tatsächlich war mit dem Strukturwandel an Rhein und Ruhr der soziale Abstieg zu einer Falle im Leben geworden.

Wie man damit umging, war das Thema was sich der Hessische Rundfunk annahm.

Bei meinem Besuch der alten Freunde im Stern in Frankfurt hatte man dort gerade Recherchen gemacht.

Wie lange war ein vom Strukturwandel betroffener Bürger in Deutschland, Belgien und die Niederlanden arbeitslos? Zudem hatte man hier mittels Fallbespiele Familien über diesen Zeitraum begleitet.

Arbeitslosigkeit war mittlerweile zu einem westeuropäischen Problem geworden, etwas was in dieser Härte noch an Westberlin vorbei ging.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 26. Mai 2016 um 02:15 Uhr  

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