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Teil 122 "Berlins Weg zu einer normalen Großstadt"

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Berlin war auf dem besten Wege eine normale deutsche Großstadt zu werden, das Berlin- Abkommen bewirkte innerhalb der Stadt eine gewisse Stabilität.

Im Wilden Westen der Republik sah das allerdings noch etwas anders aus, hier gaben die Ewiggestrigen an den Stammtischen nach wie vor ihre Parolen aus u.a. fiel nach wie vor der Begriff von der Frontstadt Berlin.

Ich zuckte dabei stets zusammen, hatte nämlich niemals die Absicht an irgendeiner Front mich einzufinden.

Man konnte durchaus den Eindruck gewinnen, im Westen der Republik wurde man beim Thema Berlin nervös, wo man bereits in Berlin einiges cooler sah.

Es könnte daran gelegen haben, dass man politisch über Jahre hinweg die Lage nicht richtig interpretierte, denn auch noch im Jahre 1976 fiel der Gedanke der Almosen des Bundes für Berlin.

Wobei das wiederum keine Almosen waren sondern Bundeszuschüsse von denen u.a. die Wirtschaft profitierte.

Andererseits bekamen Arbeitnehmer in Berlin die 8% Berlinzulage auf das Gehalt, aber die besagten Positionen innerhalb der Wirtschaft gab es hier nicht.

Die Tarifverträge innerhalb der Stadt waren mitunter niedriger als in den westdeutschen Ballungsräumen, man ahnte bereits innerhalb der Stadt, hier operierte die Wirtschaft mit der Zulage des Staates.

Schlichtweg ging es auch um den Freizeitwert der Berliner und zwischen dem einen und dem anderen lag nun einmal die Transitautobahn ins restliche Bundesgebiet.

Wer es nicht glaubt, der sollte sich erinnern- wenn man am frühen Sonntagabend von Helmstedt nach Dreilinden fuhr und am Berliner Ring die Karawane von PKWs sah die von Bayern her sich einfädelte .

Die Ausstrahlung der Stadt wirkte bis weit hinter der innerdeutschen Grenze, mancher sprach bereits von den Berliner Vororten.

Andererseits ebbte innerhalb der Stadt der Besucherverkehr von West nach Ost ab, mittlerweile wohnte in beiden Teilen der Stadt die Nachkriegsgeneration und die orientierte sich anders.

Sicherlich konnte man das nicht immer vergleichen, aber es gab mittlerweile einiges doppelt in der Stadt.

In den ersten Jahren nach dem Krieg, gingen Schulklassen aus den Ostbezirken in den Zoo in den Westteil der Stadt, man konterte mit dem Bau des Tierparkes im Ostteil der Stadt.

Das Hansaviertel im Tiergarten war die Antwort des Westens auf den Bau der Stalinallee, mit der Kongresshalle am Alex konterte der Osten auf den Bau der Kongresshalle im Tiergarten.

Den Palast der Republik gab es nun einmal am Alex, dafür baute man im Westen das Raumschiff namens ICC.

Es entstand also über Jahre hinweg ein Wettlauf und niemand stellte die Frage, wie unterhält man das alles und wie finanziert man solches?

Fälschlicherweise behaupten heute wiederum jene, die damals Feuer und Flamme für diese Projekte waren- die Berliner protzten nur.

Das stimmt allerdings nicht ganz, denn ganz bewusst hatte man das Thema der Stadtentwicklung bisher noch ausgeklammert.

Man entkernte ganze Kieze und vertrieb ansässige Mieter, das was wir heute um den Mehringplatz sehen war typisch für jene Jahre.

Zunächst zerfielen Stadtbezirke, man vermietete in Kreuzberg zuziehenden Familien aus der Türkei Löcher und nannte diese Wohnungen.

Damit machten noch einige ihre Geschäfte und diese Geschäftemacher saßen fernab in westdeutschen Metropolen.

Andererseits sollte man aber auch sagen, hätte es diese Zuzüge nicht gegeben wären Straßen, wie die Oranienstraße zerfallen.

Die eigentlichen Pioniere, die etwas mehr wagten waren hier die Neubürger der Stadt.

Aus dunklen Straßen wurden belebte Stellen mit Bürgern die hier sich ansiedelten, andererseits warnte man bereits davor, dass jene Großsiedlungen am Rande der Stadt zu Schlafquartieren sich entwickelten.

Stadtkoordinierung, Stadtentwicklung und das Stadt Management entstand erst, es begann dort wo Beteiligte sagten: „wir möchten mitreden“.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 31. Mai 2016 um 01:35 Uhr  

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