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Start Neuigkeiten Teil 132 "Der Blick in die Arbeitswelt"

Teil 132 "Der Blick in die Arbeitswelt"

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Die Neuausrichtung in der Arbeitswelt, parallel zur gesellschaftlichen Verschiebung fand eine Neuausrichtung in der Arbeitswelt statt.

Der Siegeszug der sog. Rationalisierung hatte in den Produktionswerkstätten ganze Arbeit verrichtet, den Rest erledigte die damals bereits in aller Munde befindende EDV.

Im Jahre 1976 allerdings kamen in den Büros andere Planungstangenten ins Spiel, noch nannte man das ein Provisorium und öffnete sich dabei für Verbesserungsvorschläge.

Das Gespenst einer Fabrik 2000 offen, steuerbar, flexible und gegen eine Fehlerquote Null, mit mehreren Ebenen des Einschleusens und der Planungsebene stand bereits als Modell fest.

Dieses Provisorium allerdings, was man räumlich jetzt bezog sollte die Heimstätte der Versuchung für mehrere Jahre werden.

Tatsächlich wich man von der Idee des Produktionsfortschrittes ab und ging in der Praxis von der Geräteorientierung auf den Bezug zum Modul.

Sah man das etwas näher, so wusste eigentlich jeder, hier hatte die sog. Plankostenrechnung ganze Arbeit geleistet.

Das Spektrum der Plankostenrechnung war eigentlich nach dem Gesetz Mitbestimmungspflichtig, in der Tat wusste man allerdings nicht beim Start mit welchen Auswirkungen man rechnen musste.

Es war die Generation der ersten diplomierten BWLer, die sich hier ihren Lebens- und Schaffungsraum schafften und dabei anderen über die Finger sahen.

Funktionsbüros gab es eigentlich immer, das waren jene Durchgangsbüros zwischen der Konstruktion/Entwicklung und der Arbeitsvorbereitung, im Ablauf verlagerte sich die reine Verantwortung.

Was aber jetzt passierte, war die geplante permanente Verantwortungsübernahme, solche Büros waren eine Ebene in einer alten Fabriketage, man saß an sog. Vierblöcken und arbeitete mehr oder intensiv für sich alleine.

Man konnte sich dabei in der Masse isolieren, entgegen dem was man hatte.

Zu viert in einem Raum kann manches innerhalb der Gruppe diskutieren und sich gegenseitig unterstützen, das widersprach dem Trend im Provisorium.

Hier gab einen Freiraum für Diskussionen und jedes Telefongespräch hatte etliche Ohren, zudem sahen alle anderen wenn der ein oder andere zu welchem Zweck auch immer seinen Arbeitsplatz verließ.

Mittels einer verordneten Disziplinierung wollte man die Konzentration einfordern, was eigentlich gegen die Entfaltung des Einzelnen am Arbeitsplatz spricht.

Das Ergebnis war ein Aderlass, denn gleichzeitig senkte sich das Renteneintrittsalter- etliche die eigentlich bis zum 65. Lebensjahr arbeiten wollten machten dieses Spiel nicht mehr mit.

Waren das insgesamt vielleicht nur 10% der Kollegen über 2 oder 3 Jahre, so hatte man andererseits enorme Schwierigkeiten dessen Wissen und ihre Qualitäten zu ersetzen.

Hier entwickelte man neue Arbeitsteams, um wiederum andere an die neuen Techniken heran zu führen.

Es tat sich ein weiteres Gespenst auf, zur Fabrik 2000 kamen die neuen Techniken.

Auf der nächst höheren Ebene fungierten für mehrere Jahre zwei verschiedene Ansprechpartner, eine für die sog. alte Technik und ein junger Akademiker dynamisch für die neuen Techniken.

Heute würde ich sagen, es war so gewollt, man installierte einen Betrieb in den Betrieb.

Das bedeutete zunächst nichts, denn vor neuen Techniken sollte man nicht passen.

Wer führte aber nun wen an diese Vielzahl von neuen Techniken heran, in diesem Jahr war das Thema der beruflichen Weiterbildung noch in der Entwicklung, man wollte ja- fand aber andererseits kaum innerhalb des Betriebes geeignete Dozenten.

Jene neuen Kollegen, die man von der Hochschule direkt auf diese Arbeitsplätze setzte wirkten zunächst hier wie ein Fremdkörper, ihnen fehlte offensichtlich der Mentor.

Damit hatte man eine Drehtür geöffnet, sie kamen und gingen, auf welcher Ebene auch immer- das machten sie nicht ihres Gehaltes wegen.

Etliche von diesen jungen und neuen dynamischen Mitarbeitern zeigten auch ihr Desinteresse an den konventionellen Prozessen, ob das nun gesteuert oder nur vollzogen wurde war eigentlich egal.

Man installierte innerhalb der Betriebs Hierarchie überall eine zweite Klasse.

Das war der Ausgangspunkt zur Gehaltsschere, man saß an einem Viererblock wo man wusste der andere mit dem anderen Arbeitsgebiet verdient fast bis zu 400 DM mehr im Monat.

Unterschwellig züchte man sich damit eine Unzufriedenheit, ab Anfang 1977 kam die Gehalts Anpassung auf.

Das Programm dazu lief allerdings wieder in zeitlichen Schritten und diente zunächst dem sog. Betriebsfrieden.

Tatsächlich wollte man aus diesem Pool Mitarbeiter weiterbilden und die auf die neuen Techniken einsetzen.

Die verbliebenen Kollegen, die sich innerhalb des Spektrums der alten Technik befanden sollten an das Gehalt der anderen herangeführt werden.

Was einerseits eine zweischneidige Sache war, wenn die alte Technik nur um 5% jährlich abnahm- sah jeder ein, dass er irgendwann auf dem Trockenen saß.

Wer den Sprung wagte, der musste allerdings wissen dass auch seine Arbeitszeit eine andere wurde, hier verschob sich alles nach hinten.

Mit anderen Worten, man war nicht mehr der eigene Herr über sein Gleitzeitkonto, zudem war man auf einem Gebiet tätig was andere mitunter extern beherrschten.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 21. Juni 2016 um 01:51 Uhr  

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