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Teil 141 "Die Abnicker im Großraumbüro"

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Die Zauberformel lautete: Funktionales Arbeiten in einem Großraumbüro.

Mit allen Vor- und Nachteilen, ohne Türen, ohne Tageslicht, mit geringen Wegen, mit Übersicht und mit einer Zentralablage.

Wo sich temporär Teams installieren sollen, wo Blumenkübel Stimmung bringen sollten, wo man nur über sog. Hauptgänge bevorzugt laufen sollte, wo Trennwände stets flexible benutzt werden sollen und wo Chefs in Waben saßen.

Wobei die Landschaft an einigen Säulen von den Kopierern aufgelockert wurde und mehr Telefonanschlüsse vorhanden waren als Mitarbeiter, wo bereits Abfragestationen als PCs installiert waren an denen stets der Drucker lief.

Wo andererseits die Gleitzeit ein Kommen und Gegen verursachte und wo man mitunter vergeblich nach seinen Kollegen von Gestern suchte.

Einfach irre, hier sollten Menschen arbeiten und mit anderen zusammen arbeiten, hier war die Menschlichkeit nicht mehr gefragt.

Eigentlich hätten man mehr Zeit haben können und im Team sich des Kollegen annehmen.

Das war nicht mehr gefragt, man kontrollierte sich untereinander und wehe man wurde zum Gesprächspartner.

Wegducken war gefragt, man breitete sich nicht aus, sondern schirmte sich ab, etliche gaukelten sich auch Arbeit vor, mancher sah seine Aufgabe darin andere zu beobachten und mitunter wurde man erzogen.

Erzogen zum braven, unkritischen und leistungsbereiten Mitarbeiter, der alles Persönliche zuvor in die Ecke stellte.

Man setzte den angepassten Mitarbeiter voraus, der wiederum sollte integrierbar sein in einem Chor der Abnicker.

Das dauerte für mich etwas länger, diese Situation zu erfassen und den Schock zu überwinden.

Dabei wurde gerade die 58er Regelung zwecks Vorruhestand in die Diskussion gebracht, einige Zeit darauf zeigten mehr als 70 % von allen Kollegen, die älter als 55 Jahren waren an dieser Regelung Interesse.

Was dann passierte bemerkte eigentlich Jeder, sie fehlten und machten von dieser Regelung Gebrauch, das Großraumbüro war eigentlich nur der Beschleuniger dazu.

Nur was folgte nach, man besetzte nicht mehr 1:1, sondern plante neue Köpfe zu importieren.

Um das zu erklären, sollte man wissen innerhalb von knapp 6 Jahren hatte nicht nur ich 4 verschiedene unmittelbare Vorgesetzte.

Zudem waren etliche orientierungslos, denn welches Team besetzte Zukunftsideen und wollte man die überhaupt umsetzen?

Durch die Hintertür des temporären Aufstiegs kamen die ersten externen Berater, die min. vergleichbar 3 Gehaltsgruppen höher lagen.

Die Antwort war das Gespenst, man erfand den übertariflich bezahlten Angestellten, dessen Vergütung allerdings weit unter den leitenden Angestellten lag, doch mit diesem Speck begann man Mäuse zu fangen.

Die Mäuse konnte man fangen, vielleicht gab es bereits eine Art von Transferliste- nach dem Motto „ willst du mit mir gehen?“

Was das allerdings alles für Folgen hatte, man klärte diese jungen und dynamischen Kollegen nicht mehr auf, sondern setzte auf den Erfolg.

Damit begann eine Demontage von innerbetrieblichen Strukturen, denn andererseits gab der Tarifvertrag einiges her- wer dort in die höhere Gehaltsgruppe kam- hatte relative Sicherheit.

Damit konnte man aber denen nicht mehr kommen, reihenweise wollte man mehr Netto vom Brutto.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 18. Juli 2016 um 01:47 Uhr  

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