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Teil 142 "Die Bühne der Arbeit"

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Beobachtet man seine Kollegen in einem Großraumbüro kommt man sich vor wie in einem Wartezimmer zum Glück.

Es waren etliche, die nicht nur mir auffielen, die ihre Arbeit verrichteten wie eine Schiffsschraube die an der Wasseroberfläche sich bewegte.

Man sah nicht, dass sie mit ihrer Arbeit vorwärts kamen, trotzdem hinterließen sie ihren Wellengang.

Diese Wellen, die sie entfachten zog wiederum andere an, es entwickelten sich temporäre Nützlichkeitskontakte.

Nur dieses ständige Gehen und das erforderliche Neupositionieren erforderte Opfer, wohl dem der sagen konnte, ich pfeife auf ein solches Spiel mit gezinkten Karten und gehe.

Für mich persönlich war es wiederum eine Erkenntnis, ich erlebte wie etliche versuchten an mich vorbei zu karieren.

Was einen sicherlich mitunter irgendwo erregt, aber man sollte Reisende niemals aufhalten. Nur welche Karten hatte ich, im Pokerspiel um das Glück im Beruf?

Zunächst war ich mir sicher, ich kann mich noch jeden Morgen im Spiegel erkennen, denn ich hatte niemanden angeschwärzt noch mich über einige negativ geäußert, bei allen Auseinandersetzungen galt für mich ein Prinzip, „morgen musst du wieder mit denen arbeiten“.

Wobei mir manches unklar war, weshalb scharten solch hohe Kollegen welche um sich, die von ihnen abhängig waren?

Die Antwort lieferte das Gehaltsgruppengefälle, etwas was bis dahin für mich neu war.

Ich war mittendrin in einem Neuland, was hieß der tägliche Kampf um höher besoldete Posten.

Bisher dachte ich immer, das erzielte man über seine Leistung.

Das war falsch, denn die Praxis zeigte, derjenige der seine Leistung besser verkaufte- war der gefragte Mann.

Um an diese Erkenntnis zu gelangen dauerte es etwas bei mir, es war nicht mehr die Frage wie meistere ich mein Arbeitsgebiet sondern wie verkaufe ich der Obrigkeit meine Erfolge?

Um ehrlich zu sein, für mich stand die Welt der Arbeit auf dem Kopf- so etwas erkennt man, wenn Vorgesetzte nicht mehr der Ansprechpartner für Probleme sein möchten sondern die Adresse der Erfolge sind.

Bisher sah ich das allerdings immer anders, für mich war es stets ein Erfolg wenn ich wiederum andere für meine Ideen begeistern konnte.

Ich war also jener, der mehr in die Breite dachte und dabei weniger an sich und das wiederum hing mit meinem bisherigen Leben zusammen.

In den besten Zeiten des Studiums nannte man das zu den Spitzenzeiten des SHBs „das Kollektiv muss überzeugt sein und mitziehen“ und diese Tradition lebte noch in mir.

Denn ich brauchte mich nicht davor verstecken, an einem Abend wurde mir all das wieder bewusst.

Da waren sie wieder all diese Erinnerungen, dazwischen lagen fast 10 Jahre meines Lebens.

Damals kreuzte Ulrike meinen Weg und ich fragte sie nicht, weshalb sie in diese Klasse von mir kam- wo sie eigentlich 18 Monate älter als ich war.

Daraus entwickelte sich eine Freundschaft, eine Freundschaft die eine Zuneigung war und es begann eine Zeit in der ich viel erfuhr.

Das was ich jetzt erlebte, war genau das Gegenteil dessen. Damals galt das Vertrauen etwas, jetzt vertraue ich euch mal etwas an.

In all den wenigen Jahren als ich mit Ulrike mitunter auf dem Motorroller zur Schule fuhr, saß die immer stets hinter mir im sog. Damensitz.

Erst später erfuhr ich, eigentlich war ich derjenige der sie durch die Reifeprüfung führte, ich war der welcher das Tabu brach.

In einer Welt der selbst gestrickten Tabus wurde ich erwachsen und nun war ich in einer Welt der Egoisten am Arbeitsplatz angekommen.

Für mich war diese Zeit die nun folgte eigentlich die Zeit im Wartesaal, ging einer von diesen Egomanen von Bord hatte man die Gewähr der nächste wird kollegialer.

Manches Team was sich um solche temporär charterte befand sich innerhalb einer Zauberküche der Möglichkeiten, da wirkten welche wie entfesselt und hatte Freude daran anderen Etatpositionen zu klauen.

Passiert einem so etwas, dann weiß man wie wertvoll der Etat der Obrigkeit war.

Da stellt sich die Frage, wie lange macht man einen solchen Quatsch noch mit?

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 20. Juli 2016 um 01:41 Uhr  

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