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Start Neuigkeiten Teil 145 "Als die alternative Szene zur AL wurde"

Teil 145 "Als die alternative Szene zur AL wurde"

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Genau zu dieser Zeit bewegte sich etwas in Berlin, war nun diese Bewegung die Antwort auf die Egomanen oder waren es die Wohlstandskinder in der politischen Enklave Westberlin?

Noch bevor es den Tunix Kongress im Audi Max der TU gab, waren es die Kinder des westdeutschen Wohlstandes die in Berlin etwas Neues ausprobieren wollten, ihr Credo nannte sich alternativ sein.

Sie unterschieden sich von all den anderen, waren durchaus gebildeter und verfolgten mitunter einen Traum von einem anderen Leben.

Es war ganz anders als die Forderungen der Studenten in den Jahren 1967 bis 69, wenn sie sich auch bemühten an diese Tradition anzuknüpfen, es gelang ihnen nicht.

Denn sie hatten kaum das linke Elternhaus, waren kaum mit einer linken Theorie groß geworden sondern es waren Wohlstandskinder aus teilweise westdeutschen Kleinstädten.

Sie versuchten mitten in der Großstadt ein anderes Leben, das Leben eines Stadtindianers zu führen, dabei besetzte man zunächst nicht die soziale Schiene sondern die kulturelle.

Mittels ihrer eigenen Kultur entwickelte man einen Faktor und suchte Partner.

Partner fand man nicht in den Gewerkschaften und in den Betrieben der Stadt, Partner fanden die Alternativen durch ein förmliches Rekrutieren unter denen die Interesse zeigten.

Es galt einfach schick in manchen Kreisen alternativ zu sein und andere herauszufordern.

Politisch waren sie unberechenbar, sie kopierten den Liberalismus der FDP, forderten Gehör und besetzten eine Szene.

Es entstand eine Szenenkultur, die sich unterschied von all den Aktivitäten der bis dahin vermehrt auftretenden K- Gruppen.

Man untermauerte diese Szene mit festen Bestandteilen, das war nicht Kreuzberg- denn in diesem Bezirk mit dem hohen Ausländeranteil taten sich die Alternativen schwer, ihr Zentrum lag in Schöneberg.

Man hatte einen Kiez entdeckt, der eigentlich sozialliberal war und der weniger aufgeheizt war, es waren nicht nur Kinderläden sondern die ersten Umweltläden machten auf.

Das war in Kreuzberg schwieriger, denn hier sowie in Neukölln war bei den Menschen das Geld knapper.

Die Alternativen standen nicht Pate für den Sozialschwachen, der konnte mit den Begriffen Bio und Öko nicht allzu viel anfangen, die in den Neubaugebieten der Gropiusstadt und des Märkischen Viertels mied man.

Aus den ersten Aktivisten einer zarten grünen Bewegung wurde eine Partei, die wiederum die SPD nicht allzu ernst nahm.

Hätte man in den ersten Jahren den Alternativen die Wahrheit gesagt, dass sie auf dem Seite der Sozialpolitik eigentlich zu den Konservativen zählen, wäre manches anders verlaufen.

Allerdings gab es innerhalb der Berliner SPD zu diesen Zeiten nicht die allgemeine Ausrichtung, man hatte sich auf all jene im Ostteil der Stadt fixiert, nur dessen politischer Ableger kam im Westteil der Stadt kaum über 2% der Wählerstimmen.

Man dachte auch nicht nach als man einen Wahlkampf der ganz anderen Seite erlebte, wo der grüne Igel zum Symbol wurde.

Der grüne Igel war es und dahinter standen Meinungen, die einfach im Kern unterschiedlich waren – nur waren sie gemeinsam alternativ.

Damit sprach man fast eine ganze Generation von Wählern an, eine Listenverbindung die sich auf dem Weg befand eine Partei zu werden fand Rückhalt fast bei jedem Dritten Wähler in Berlin unter 28 Jahre.

Hätte man hier den Mut gefunden und diesen Trend analysiert wären Reformen unausweichlich geworden, man analysierte aber nicht.

Das Erstarken der Alternativen Liste in Berlin, eine Liste die erst später in die Bundesgrünen aufging hing mit der Selbstzufriedenheit der CDU in Berlin zusammen.

Der Förderer dieser CDU Show waren natürlich weiterhin die Springer- Zeitungen, denn nach wie vor stand hier der Geist rechts.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 02. August 2016 um 01:30 Uhr  

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