Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Teil 149 " Codierte Steuerungen das technische Wunderwerk"

Teil 149 " Codierte Steuerungen das technische Wunderwerk"

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Es muss in jenen Jahren gewesen sein, wo sich ein paar jüngere Kommilitonen aus längst vergangenen Jahren bei mir meldeten.

Für mich lag bereits eine Epoche dazwischen, wer ihn nun irgendwann und irgendwo meine Adresse gab- war eigentlich für mich uninteressant- nur hatten einige mich wohl nicht in schlechter Erinnerung.

Es hatte sich innerhalb von knapp einem Jahrzehnt vieles verändert, mit dem Leben von Kreuzberg von Gestern ließ sich kein Staat mehr machen, mittlerweile galt eine andere Szene in Berlin.

Wer dort eintauchte, der bemerkte hier ist bereits eine andere Welt, die Lietzenburger Straße wurde zum Treffpunkt einer Generation.

In den ersten Gesprächen mit all den Gästen die aus westdeutschen Großstädten kamen bemerkte man einen neuen Wind.

Zunächst machte das Thema Bafög einen Bestandteil des Lebens aus und zudem spielte das vielleicht lästige Studienbuch keine Rolle mehr.

All diese Kontrollen von damals zum Honnef er Modell gehörten der Vergangenheit an, ich hatte den Eindruck all den Studenten die 10 Jahre danach begannen ging es finanziell besser.

Fast jobbten die auch alle nebenbei, eine Kombination die früher fast unmöglich war.

Nicht nur das erfuhr ich, der Einstieg war genauso hart und mitunter unfair wie früher, das Scharnier vor dem Abi und dem Studium war immer noch nicht vorhanden und gar mancher studierte das- was er eigentlich nicht wollte.

Das war der Preis der Studenten für jenen NC den man erweiterte, zudem verwunderte es mich, dass man in den klassischen Fächern das einst so erfolgreiche Pflichtpraktikum minimiert hatte.

Es galt die Regel, Scheine zu sammeln und aus manchem Praktikum wurde ein Chras- Kurs, ob das nun richtig war oder falsch- dabei war ich überfordert.

An einen Besuch erinnere ich mich noch sehr gut, der wohnte nun im gleichen Studentenheim was mal mein Zuhause war und hier hatte man die Zeit zurück gedreht.

Man wohnte in Doppelzimmern räumlich getrennt nach Geschlechtern, etwas was mich sehr verwunderte.

Zurück also in die Zeit vor 1967, damals hatte man das aufgehoben und sich neue Regeln gegeben.

Wie es zuvor war, erfuhr ich damals von den Älteren, manches Studentenzimmer war eine Zockerbude und andere waren die sog. Nasszellen- dort wo man fast jeden Abend feierte und allgemein jene störte die ihrer Arbeit nachgingen.

Das alles war vor meiner Zeit, ich wusste nur in der oberen Etage waren die Teams aktiv.

Das waren höhere Semester, die eine Gruppenarbeit absolvierten- und hier löste man als erstes die Geschlechtertrennung auf.

Denn es waren die jungen Damen, die mitunter anderen den Ansporn gaben sich einzubringen, hier gründete man auch das 1. Plenum.

Die Gruppen waren allerdings nie konstant, sondern man wechselte von der einen in die andere bei Bedarf und wer wollte dort ein Makel haben?

Zu meiner Zeit allerdings hatte man dieses Prinzip auf die unteren Etagen erweitert, wobei man stets den Jüngeren ein Altsemester als Unterstützung gab, es gab aber Regeln in den Wohnbereich durften keine Gäste.

Wissen sollte man aber auch, es gab keine Anwesenheitspflicht, allerdings wuchs eine Gemeinsamkeit zusammen und alle jungen Damen genossen einen Respekt.

All das war nun Vergangenheit, eine neue Generation von jungen Studentinnen hatte hier Einzug gehalten.

War das nun ein Teil des Selbstbewusstseins der Frau oder wurden sie zum Opfer einer Frauenbewegung?

Für mich war das ein Schritt rückwärts, denn ich erfuhr damals von einigen jungen Frauen stets etwas mehr.

Einige hatten nun einmal ein Auslands Semester gemacht und ein paar von denen waren sogar einmal für mehr als 6 Monate in einem Kibbuzim.

Das galt nun alles nichts mehr, für mich waren die mittlerweile akademischen Einzelkämpfer geworden.

Die meistens auf Diplom studierten und magisch vom Fachbereich der BWL angezogen wurden.

Es machte mich nicht sprachlos sondern herausfordernd, ich wollte einmal das Studienhandbuch für das Wintersemester 1983 in den Händen halten.

Ich kaufte es mir und ging nach der alten Art und Weise vor, es hatte sich so viel geändert und vieles war konzentrierter geworden, wobei mir die eigentlichen Anwendungsfächer fehlten.

Die Anwendung dessen war der eigentliche Schwachpunkt und genau deshalb waren einige nach Berlin gekommen.

Es war diese Zeit in Berlin wo Projekte jeder Art und Weise staatlich gefördert wurden, Berlin war nicht mehr die Hochburg der Planung sondern des codierten Vorgehens geworden.

Das war der Magnet, den ich weder erfasst hatte – noch auf einem Programm hatte.

Ein Beispiel der codierten Erfassung war das Abfallprodukt was man die Berlin Uhr nannte.

Dieses stets aufflackernde Ungeheuer, was die Uhrzeit mittels der Mengenlehre angab hatte der Senat noch auf der Mitte des Ku- Damms aufgestellt.

Ganz zu schweigen von dem codierten Planungsversuch des Fußgänger- Röhrentransports auf dem auf dem unteren Ku-Damm, wo man schon immer angetan war Verkehrsströme zu lenken.

Es gab dort nun zwei Denkmäler aus vergangen Zeiten, gegenüber des Cafe Kranzlers den verglasten Polizistenhochsitz zur manuellen Ampelsteuerung sowie die in der Gegend gestellten Fußgängerbrücke am Europa Center.

Da tobten sich förmlich Planer aus, man baute Straßentunnel, die man bald nicht mehr benötigte, errichtete einen Wasserklops und schließlich eine Wasseruhr.

All das zog diese Codierungsspezis nur so an, tunlichst sich in den Semesterferien in solch ein Projekt einbinden lassen.

Das Großprojekt "Raumschiff" über die Stadtautobahn folgte, erst probierte man die Wohnungen über der Autobahn in der Schlangenbader Straße, danach kam das Monster namens ICC. Ganz zu schweigen vom Bierpinsel und vom Steglitzer Kreisel, nur darüber stolperte der Senat.

Hauptsache man plante und codierte, man unterkellerte den Flughafen Tegel schaffte es andererseits aber nicht ihn mit einem U- Bahnanschluss zu erschließen.

In all diesen Gesprächen bemerkte ich, mir fehlt etwas, den man redete mittlerweile von den codierten Steuerungen.

Immer wieder fiel das Zauberwort „Barcode“, waren die nun weiter in ihrem Denken oder machten sie nur mit in einem Trend?

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 21. August 2016 um 01:38 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 352
Beiträge : 5721
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 13850710

Verwandte Beiträge