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Start Neuigkeiten Teil 151 " wie ich zum roten Schaf wurde"

Teil 151 " wie ich zum roten Schaf wurde"

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Was sein musste, musste sein und genau das war wiederum für mich selbstverständlich.

Diesmal geht es um ganz etwas anderes, nämlich um die Welt der Arbeit und dafür steht nun einmal eine Organisation, die sich Gewerkschaft nennt.

Ich weiß es bis heute nicht, was manchen Kollegen von damals in die DAG trieb, für mich war das die Angestellten Gewerkschaft für jene die einen Dünkel als Credo hatten.

Mittlerweile war ich in der IGM, stets bis zum letzten Tag meiner Mitgliedschaft ein beitragstreuer Kollege. Ob das nun gewisse Vorteile für mich hatte oder nicht, für mich gehörte sich das so.

In einer Situation wurde ich zum unfreiwilligen Zuhörer, es ging um die Wahl der Arbeitnehmervertreter zum Aufsichtsrat und dazu gab es die Listen.

Wahrhaftig hatte die DAG auf der Liste der Angestellten mehr Kandidaten als die IG Metall hatte, darüber diskutierte eine Betriebsrätin mit meinem Kollegen, der diese Situation ebenso nicht gut fand. Wobei ganz ehrlich gesagt, alle Listenplätze ab Nr.7 nur der Statistik dienten.

Immerhin hatte die IG Metall 8 Bewerber, dem gegenüber hatte die DAG 10.

Mir platzte irgendwann der Kragen und ich schlug mich vor zum Listenplatz 10 der IG Metall- Liste- sollten die sich doch einen auf Platz 9 suchen.

Den allerdings fanden sie, das war einer von der Sorte, der nicht auf den letzten Listenplatz wollte, brauchte er ja nicht- dort wollte ich ja hin.

Tatsächlich passierte diese Liste alle Gremien, nun hing diese Wahlliste auch überall aus.

Machte mir gar nichts aus, denn ich war nur die Zählnummer, genau das verstanden wiederum manche nicht.

Immer wenn ich aus welchen Gründen auch immer nicht gerade am Arbeitsplatz war, klingelte mein Telefon.

Bis mir mein Kollege erzählte, da waren etliche wieder an der Leitung, die möchten eine Persönlichkeitswahl und verstehen nicht warum du auf dem letzten Listenplatz stehst?

Irgendwann erzählten einige, man wollte mich wählen- denen musste ich nun erzählen, zum Aufsichtsrat als Arbeitnehmervertreter gibt es nur diese Listenwahl.

Am Wahltag wurde mir klar, das geht 6:5 für die DAG aus- täuschte mich aber gewaltig denn das Endergebnis der Liste Angestellte war 7:4 für die IG Metall.

Glückwunsch, denen 7 sind drin und drei nicht und davon war ich der Letzte- die Wahl war gelaufen.

Diese Rechnung hatte ich allerdings ohne all die anderen gemacht, nach einem Jahr wurde ich zum Nachrücker Nr.1.

Der wiederum sollte ich in den Startblöcken bereithalten, es würde nämlich noch einer der gewählten Kollegen in Kürze ausscheiden und wahrhaftig hatte sich ein Gewählter zuvor den Luxus erlaubt, eines natürlichen Todes zu sterben.

Ich hätte mir alles träumen lassen, nur an den Arbeitnehmer Vertreter im Aufsichtsrat-an den hätte ich nie gedacht.

Um ehrlich zu sein, dass was man erfahren möchte- erfährt man auf Aufsichtsratssitzungen überhaupt nicht, man muss sich durch die ganzen Zahlen erst einmal durchwühlen.

Zudem gab es den Vorstand, man nennt sie die Vorstandsdirektoren- was die erzählten war mehr in Richtung des Wortes zum Sonntag- interessant war allerdings die Richtung in eine andere Zukunft, man wollte einen Investitionsausschuss installieren, es galt den Wildwuchs an stationären PCs einzudämmen.

Was aber allgemein unterging im Getöse des Aktienkurses und der Neuwahl des Vorstandes, nicht nur den sondern den Aufsichtsratsvorsitzenden wählte man direkt auch für weitere Jahre ins Amt.

Ich wählte den nicht, denn es war Dr. Alfred Herrhausen.

Was ich allerdings noch nicht wusste, der hatte die Zusage der IGM Vertreter zuvor bekommen.

Das sagte man mir allerdings nachher, ich glaube hätte man mir es vorher gesagt- ich wäre bei meiner Entscheidung geblieben.

Nur hatte das evtl. Konsequenzen, denn es ging um die Wahl der Vertreter und da befürchtete die IG Metall eine Retour- Kutsche.

Für mich war das alles ein Erlebnis in einer Eigenart von Demokratie, mein Wahlverhalten machte mich zum roten Schaf innerhalb der eigenen Organisation.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 26. August 2016 um 01:32 Uhr  

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