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Teil 157 "Die genialen Dilettanten"

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Geniale Dilettanten, das war eigentlich die Aussage eines Festivals aus der damaligen Zeit, was den Nagel auf den Kopf traf.

Dieses Festival war eigentlich längst überflüssig, denn unter der Oberfläche einer in sich zerrissenen Gesellschaft gehrte es schon lange.

Es war nicht so, wie heute immer noch Erzkonservative behaupten, dass sich im damaligen Bezirk Kreuzberg Unverbesserliche den Spießbürgern gegenüberstanden, vielmehr hatte man diesen Bezirk öffentlich ausbluten lassen.

Das wiederum zog Randalierer aus den bürgerlich westdeutschen Kleinstädten förmlich an um hier einmal die Sau raus zu lassen.

Unter der Oberfläche sah es allerdings ganz anders aus, es gab kaum noch den typischen Kreuzbürger von einst, der Bezirk befand sich in einem Wandel.

Dabei machten einige ihre schmutzigen Geschäfte, man entdeckte das Geschäft mit einer sozialen Entmietung, zudem machte die Politik eines Kahlschlages die Runde.

In dieser Epoche sehnte man sich fast nach Gleichgesinnten, die dieser Gesellschaft ihren Zerrspiegel vorhalten wollten, man wollte sich innerhalb einer Kultur wieder entdecken.

Es war die Geburtsstunde einer alternativen Kulturszene, die es wagte aus den Hinterhäusern heraus zu kommen, dabei gab es einen Zufall.

Es war der Zufall, dass Irene Mössinger mittels eines Erbes bedacht wurde und sie sich einen Kindheitstraum erfüllte.

Damit stand das erste Zirkuszelt, unweit der Stelle wo das alte Haus Vaterland mal stand.

Das Zirkuszelt war das erste Tempodrom und bereits bei der Eröffnungsveranstaltung griff der damals noch letzte Lebende der legendären Band „ Comedian Harmonist“ am Klavier spielte.

Damit gelang es innerhalb einer kurzen Zeit, das Band der Kultur über Generationen zu spannen, etwas was bis dahin fast unmöglich war.

Das Tempodrom wurde das Aushängeschild eines humanen und aufgeklärten Kreuzberg, strahlte nicht nur nach Westen aus sondern man wurde im Osten darauf aufmerksam.

Wer war eigentlich der große, alte Jazzer namens Coco Schumann?

Nur so gelang es der jungen Generation das Leid einer ganzen Generation zu erklären, man interessierte sich für all die Taten die Nazis im Namen Deutschlands den Menschen zu fügte.

Die Szene entwickelte sich und kam an ihre Grenzen, Künstler die hier starteten wuchsen über sich hinaus und machten ganz wo anders ihr Geld.

Das Tempodrom war vom Kreislauf des Geldes abgeschnitten worden, manchem Spießer im Schöneberger Rathaus war das gerade recht, sie dachten nicht daran die alternative Kultur mit staatlicher Förderung zu unterstützen.

Erst als das Tempodrom drohte die Veranstaltungen zu streichen, reagierte man.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 08. September 2016 um 03:20 Uhr  

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