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Start Neuigkeiten Teil 159 " Urlaub, Träume und Erlebnisse"

Teil 159 " Urlaub, Träume und Erlebnisse"

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Eigentlich lebte ich nun in Berlin und das fast mehr als 1 Jahrzehnt, in diesem Jahrzehnt gelang es mir nicht persönliche Kontakte in die DDR zu knüpfen, mittlerweile wollte ich das auch nicht mehr.

Genau zu dieser Zeit fand ich in meinen alten Unterlagen die Privatadresse jenes netten FDJ lers wieder, der uns damals als Gruppe unter den Teilnehmern auf den Weltjugendfestspielen 1973 auf dem Alexanderplatz betreute.

Ich machte das ganz anders, stellte den Postverkehr über die polnische Adresse wieder her.

Interessanterweise antwortete mir seine Frau, die war gerade zur Kur im Südharz, ihr Brief war ganz anders geschrieben.

Sie berichtete von irgendwelchen Situationen im Leben die mir bekannt waren, man lebte in einem Staat in dem man es sich gut gehen ließ, aber trotzdem versuchte sich Freiheiten zu nehmen.

Das eigentliche Problem hieß dort Urlaub, wobei ich sagen sollte- mir fiel bereits 1973 auf, dass Gleichaltrige in der DDR bereits überwiegend verheiratet waren.

Diese Ehe des FDJlers hielt also wesentlich länger als der Durchschnitt dort, es gab also das eigentlich normale dort auch.

Normal war die Stellung der Frau allerdings dort eine ganz andere, überwiegend waren die Frauen im Beruf und gut ausgebildet.

Ich glaube man beschritt dort die monatlichen Kosten von einem Gehalt und mit dem anderen Gehalt operierte man.

In diesem Brief erfuhr ich etwas mehr, wahrhaftig plante man dort sich Träume zu erfüllen.

Man wollte nicht mehr in den organisierten Urlaub fahren, das Ziel lautete: Camping im eigenen Zelt.

Das las ich in jenen Jahren und wusste genau was das bedeutete, denn 20 Jahre zuvor zog mich doch meine damalige Schulfreundin mit auf den Campingplatz auf dem ihre Eltern Dauercamper waren.

Für mich war man im Osten in dieser Epoche gerade angekommen, finden wir einmal zurück in die Zeit kurz nach 1960 in der Bundesrepublik, einige Jahre danach waren es doch jene Campingfreunde die im Sommer ausbrachen und in Scharen über den Brenner fuhren.

Ihr Ziel waren die Strände der nahen Adria, diese endlosen Zeltplätze von Lido Jesolo bis nach Triest.

Kopieren wir das einmal auf die DDR, dann war es logisch warum und weshalb man mit dem Trabbi nach Ungarn und Bulgarien wollte.

Es war doch bei uns ebenso, man wollte ausbrechen aus dem grauen Alltag, die Pauschalreisen bauten doch mittlerweile darauf.

Es war doch bei mir ebenso, der reisende Student mit dem Rucksack durch Europa war ich nicht mehr, mittlerweile hatte ich eine Familie und mit einem kleinen Kind macht man ganz anders Urlaub.

Da fuhren wir doch auch mit dem Auto ab Berlin Transit Helmstedt und hatten stets im September ein Ferienhaus im Elsass gemietet.

Das wurde allerdings anders, denn das Kind stand nun einmal im Mittelpunkt der Familie und in Berlin erinnerten sich in unseren Bekanntenkreis einige an die Berliner Feriendörfer.

Da gab es bereits einige Eltern, die verbrachten dort ihre Ferien als Kinder und das war eigentlich normal.

Preiswert war es allerdings für uns nicht, denn zum Mietspreis zog man das Jahreseinkommen heran.

Man war allerdings ein Gleicher und Gleichen und diese Zeiten werde ich nie vermissen, Dienstagsabends ab Gleis A mit dem Sonderzug in Richtung Süden.

In Regensburg trennte man den Zug und wir fuhren in alle drei Familienferiendörfer in diesen Jahren.

Nadenberg bei Lindenberg im Allgäu das älteste dieser Dörfer, das Kinderfest und die große Spielwiese vor dem Verwaltungsgebäude, danach Grafenau im Bayr. Wald eigentlich das Tor zum Nationalpark und man unternahm etwas mit den Kindern.

Danach kam Eisenärzt, der kleine Ort an der Traun nördlich von Traunstein, das Dorf war wiederum ganz anders.

Es ist eigentlich schade, dass es diese Art eines Familienurlaubes nicht mehr gibt, die Dörfer waren damals schon autofrei und man kaufte die Dinge zum Leben mitunter direkt beim Erzeuger.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 12. September 2016 um 06:14 Uhr  

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