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Teil 161 " Der große Grieche"

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Takis der große Grieche, der eigentlich von Natur gar nicht so groß war und sich mitunter größer hielt als er war.

Nun Takis war nett, gastfreundlich und mitunter unmöglich, er bewertete manche Situation für sich stets positiver als sie allgemein war.

Er befand sich in einigen Jahren in ähnlicher Rolle, als es die meine war allerdings wurde genau dieses ihm erst wesentlich später bewusst.

Meinen ersten privaten Kontakt fand ich zu ihm im Jahre 1975, er hatte unmittelbar vor Weihnachten Geburtstag und zu dieser Feier erschienen außer mir nur wenige aus dem Kollegenkreis.

Das konnte man erklären mit dem Datum einen Tag vor Heiligabend und mit dem gewissen Altersunterschied, Takis war damals bereits 41 Jahre alt und etliche andere und ich noch nicht einmal 30 Jahre.

Er war zwar ein Gleicher unter Gleichen fühlte sich aber als der Besondere unter den Jungen.

An diesem Geburtstag gelang es uns etwas mehr zu erfahren über ihn und seiner Vergangenheit.

Er war das dritte Kind eines Lehrers, ein Kind des Jahrgangs 1934 und was sich um seine Kindheit betrogen fühlte.

Kurz nach seiner Einschulung begann dort die Invasion Italiens, es begann ein Krieg in Griechenland den die Griechen nicht wollten und der endete nicht im Mai 1945 sondern setzte sich fort in einen Bürgerkrieg.

Das Abitur legte er erst im Jahr 1955 ab und damals galt es in Griechenland sich ein Privileg an zu eignen, d.h. Kadett in der Armee zu werden, mit diesem Privileg eröffneten sich Türen zum Studium und in ein sorgenfreies Leben.

Er zeigte uns dazu jene Fotos, auf denen er als Offiziersanwärter blumenschwingend im Nationalgarten von Athen im Jahr 1960 den aus Rom zurück kehrenden Kronprinzen Konstantin mit seiner Goldmedaille empfing.

Nach 5 oder 6 Jahren in der Armee begann er in Athen mit seinem Studium, das war damals dort so, dass eine baute auf das andere.

Mittlerweile hatte seine Schwester in München Fuß gefasst, 1966 hatte er das Diplom der Uni Athen und pfiff der Armee etwas und die wiederum kaufte sich frei.

Einen Teil dieses Geldes legte er dort innerhalb der Familie an, man kaufte unweit von Cap Soumion eine ganze Etage in einem Neubau und machte daraus Ferienwohnungen.

Einen weiteren Vorteil sah er für sich, 1967 als das Militär in Griechenland putschte weilte er bereits ausgemustert in München.

Ihn zog es dort ins Goethe Institut, 1969 landete er in Berlin Tempelhof sein Ziel war das damalige Dipl. College an der TU Berlin.

Das allerdings war damals eine Eigenart der Universitäten in Berlin, man wollte damit ausländischen Studenten einen Weg bahnen und die Teilnehmer in Berlin einschleusen.

Was ihm auch gelang über den Weg eines freien Mitarbeiters, in dieser Zeit lernte er seine Frau kennen.

1971 trat er diese Stelle an in der ich ihn erlebte, das war eine sog. tangierende Planstelle auf Zeit um sich zu profilieren.

Er geriet allerdings über den vorgegebenen Zeitrahmen, so dass jene Stellen auf die er setzte anderweitig vergeben waren.

1975 war in seinem Leben so eine Wende, er musste sich zufrieden geben mit einer Stelle als einen überdurchschnittlich bezahlten Sachbearbeiter.

Was in dieser Epoche geschah war eigentlich gravierend für die Zeit danach, innerhalb des mittleren Managements ging die Generation Wehrmacht in den Ruhestand.

Das war jene Generation die den Gesamtbetrieb mitunter noch zu Zeiten der Weimarer Republik kennen gelernt hatte, die dem Krieg getrotzt hatte und den Neuanfang wagte, jene die mitunter ganz anders reagierte.

Aus dieser Generation stammte auch mein Mentor, der hielt von Takis nicht allzu viel.

Takis war im Jahre 1984 bereits 50 Jahre alt und beruflich auf dem Höhepunkt, für ihn erfüllte sich der Traum vom eigenen Haus.

Allerdings erlebte ich ihn zuvor von einer ganz anderen Seite, innerhalb einer internen Besprechung bewertete er seine Mitarbeiter, für mich war das wiederum brutal- auch wenn ich ihm in der Sache nicht widersprechen konnte.

Takis stand 1985 vor einer Wahl, in den Kreis der übertariflichen Angestellten aufzusteigen oder seiner Obrigkeit zu begegnen.

Er wählte den leichteren Weg , allerdings machte er wiederum freiwillig den Senior unter den Emporkömmlingen.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 18. September 2016 um 13:44 Uhr  

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