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Start Neuigkeiten Teil 176 "Hinter dem Horizont ging es weiter"

Teil 176 "Hinter dem Horizont ging es weiter"

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Was mich betraf war genau jenes, was eigentlich noch hinter dem Horizont lag.

Für mich war es eindeutig, an diesen Job war ich gekommen- wie eine Jungfrau zum Kind.

Für mich ergab sich das so, in dieser Position konnte ich mich finanziell nicht beklagen und hatte andererseits auch noch gewisse Freiräume, die zwar hin und wieder ein paar Neider auf den Plan brachten, doch mich nicht weiter störten.

Was mich im Betrieb nachdenklich machte, war das gewisse Einschläge immer näher an mich heran kamen.

Unter dem allgemeinen Begriff „Umstrukturierung“ verstanden manche ein Ausschalten des unteren Managements und wiederum andere brachten sich damit in gewisse Ausgangspositionen.

Den verbindlichen Personalbedarfsplan hatte man für ungültig erklärt, mancher Bereichsleiter fand sich auf einem Schleudersitz wieder.

Das Gegenstück dazu waren die neuen Kollegen am Projekt mittels eines Zeitvertrages.

Man entwickelte also modulare Projekte in einem gewissen Zeitraum und entschied danach über die Einführung.

Irgendwo in diesem System hatte man meine Aufgaben angesiedelt, man nannte das die Koordination der Schnittstellen im Gesamtprojekt der Fabrik 2000.

Zunächst spielte ich dabei noch nicht eine tragende Rolle, musste erst die anderen Tätigkeiten abwickeln und mich danach neu aufstellen.

Dazu bekam ich Unterstützung und von diesen Kollegen erfuhr ich etwas mehr, unterschwellig ahnte fast Jeder etwas, nur niemand sprach offen darüber mit dem anderen.

Wahrhaftig formierten sich bereits neue Teams unter einer gewissen neuen Führung, die den berühmten Draht nach ganz oben haben sollte.

Nicht Jeder der eigentlich dachte, ohne ihn geht nichts, fand sich dort wieder.

Die sog. Personal Gespräche waren auf der Tagesordnung, beide neuen Kollegen die nun in meiner unmittelbaren Umgebung arbeiteten hatten diese bereits hinter sich.

Dabei erfuhr ich mehr, mehr oder minder würde hier innerhalb des Ablaufes bzw. in der Organisation kein Stein mehr auf dem anderen stehen bleiben. Was die wiederum unter fit machen verstanden, war ganz etwas anderes.

Es gab bei Gehaltsempfängern zweierlei Arten von Zulagen und an diese ging man, zunächst die freiwillige und jederzeit widerrufbare Zulage zum Gehalt.

Darüber hinaus war die Leistungszulage ein Begriff in der Entlohnung und die lag im Durchschnitt bei 10% eines Monatsgehalts, man scheute sich nicht einigen diese traifgerecht zu kündigen.

Man kalkulierte bereits damit, dass 20% der Betroffenen sich einen anderen Arbeitsplatz suchten, mit dem Rest begann das Spiel in einigen Jahren auf das Neue.

Davon erfuhr ich nun, in einigen Projektgruppen hatten man die Personalpläne bereits entworfen und hier waren die Stellen bis zu zwei Gehaltsgruppen niedriger angesetzt worden.

Damit begann die Phase wo man nicht den Arbeitsplatz kündigte, sondern den Arbeitsvertrag anpasste- diesmal ging es für den Arbeitnehmer ins Minus.

Beide Kollegen waren allerdings noch nicht in dieser Phase, waren sich aber bewusst dass die nach diesem temporären Einsatz auf sie zukommen würde.

All das musste ich erst einmal verarbeiten, wie sicher war eigentlich mein Arbeitsplatz? Eine Frage, die ich mir bis dahin noch stellte und nun wurde sie aktuell.

Man strukturierte nicht nur unten um sondern begann ganz oben, da war man allerdings bis zum letzten Tag verschwiegener- man ahnte nur etwas von den großzügigen Auflösungsverträgen.

Das hatte zur Folge, einer meiner Direktoren verschwand in der Versenkung und an seiner Stelle trat ein dynamischer Prokurist – dem man Durchsetzungsvermögen nach sagte.

Der mir allerdings sofort einen Oberkoordinator fachlich vorsetzte, was wiederum zur Folge hatte- der vergab Gesprächstermine wie beim Zahnarzt üblich.

Endlich war ich bei dem an der Reihe und diesmal dachte ich, wir reden Tacheles.

Der mit mir allerdings auch, meinen Vertreter hatte man bereits einen Auflösungsvertrag angeboten.

Was ich erfuhr, dass man sich in den Verhandlungen gerade befand.

Was mich in der nächsten Zeit erwartete- das wusste ich, die Außendienststellen zu synchronisieren, mich mit anderen Betrieben national soweit abstimmen und auf einigen Kongressen unsere Richtung als zukunftsträchtig heraus zu stellen.

Das Ergebnis sollte die Analyse sein aus der jene Investitionen sich ergeben würden.

Was wiederum der Bestandteil der kommenden Etatpläne sein sollte.

War mir völlig klar, mir ging es allerdings um eins und das war die Zeitachse und die entscheidende Frage, was wird dann aus mir?

Hinsichtlich der Zeitachse blieb der Oberkoordinator auf seinen Vorgaben, diese umfassten 4 Jahre- sah ich darin das Spektrum was mich betraf konnten die nicht mehr als 30 Monate sein.

Mir wurde es zum ersten Mal etwas mulmig, tröstete mich allerdings damit- eine temporäre Tätigkeit als Festangestellter zu haben- die sicherer war als vergleichbar mit jene die einen Zeitvertrag hatten.

Ich machte mich also an die Arbeit, machte auch den Kram den eigentlich andere machen sollte, es gab aber die anderen nicht mehr.

Nach ein paar Wochen klingelte das Telefon, interne Leitung, am anderen Ende befand sich der Abteilungsleiter „ Organisation“ und bat um meinen Besuch.

Das war kein üblicher Besuch, sondern ich gewann sofort den Eindruck- hier bist du auf einer Bewerbungsveranstaltung.

Der machte auch kein Hehl daraus, sich entsprechende Mitarbeiter auszusuchen mit denen er in ein paar Jahren das Team bilden wollte.

Daraus folgten im Laufe der Monate noch zwei oder drei Gespräche, wobei der sich immer wieder um meine derzeitigen Aufgaben sehr interessierte.

Ich fand es allerdings lustig als mich Takis der große Grieche nach Feierabend zum Glas Bier einlud und erzählte, wenn er ein solches Team installieren müsste, ging kein Weg an mich vorbei. Takis hatte allerdings nie den Auftrag dazu bekommen, baute aber bereits vor.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 17. Dezember 2016 um 18:10 Uhr  

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