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Das Wort hat Peter J. Gnad aus Graz in Österreich

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Das Wort hat Peter J. Gnad

"Wir beuten ihre länder aus, benutzen sie als billige sklaven, wir verkaufen ihnen die fernsehgeräte, die antennen, zu guter letzt auch noch unsere filme, bilder unserer welt und unsere werbung, samt den produkten - und wir erwarten, dass die alle in ihren wellblechhütten bleiben, selbstzufrieden, ihrem jeweiligen gott ergeben, sich in das scheinbar unabänderbare schicksal der armut zu fügen und still zu sterben. eines tages werden sie aufbrechen um auch ihren legalen anspruch auf ein "stück vom kuchen" einzufordern und sie werden zu uns kommen, denn wir waren es, die sie überhaupt erst in diese lage gebracht hatten und wir hören auch nicht auf, diese menschen auszubeuten, zu diskriminieren und sie zurückzuweisen. eines tages werden sie alle vor unserer tür stehen und um hilfe betteln... mit allem menschenrecht, das es gibt."

So schrieb ich, als ich 1972 in das ende des bangla-desh-krieges fuhr, um dort reportagen zu machen. wir fuhren durch das ganze damalige indien, aber nicht auf den touristik-trampelpfaden... mir fiel mir auf, dass auch auf den letzten wellblechhütten, pappkartonhäusern und verschlägen, oft noch eine fernsehantenne schwankte. dort sah man sich dann westliche filme an, amerikanische serien überschwemmten auch damals schon alle länder, an diesem schrott kam niemand vorbei.

Da saßen dann die armen leute in ihren "behausungen", wussten kaum, wie sie den nächsten tag überleben sollten und manchmal, oft, überlebten sie auch den nächsten tag nicht... aber im fernsehen gab es blühende landschaften, wunderbare häuser, städte, autos, reichtum, lachende gesichter, eine ganz andere welt, als die in der sie gefangen schienen.

Es war damals schon klar, dass diese leute - weltweit - irgendwann aufbrächen, um auch "ein leben" zu haben, zumal dieses tatsächliche leben ja das einzige war, auf das man zurückgreifen konnte. nur zu verständlich, auch unsere verarmte bevölkerung war dereinst aufgebrochen, in wahren völkerwanderungen, um anderswo ihr glück zu suchen... egal ob es amerika, südamerika, afrika oder australien war... oder auch russland, wo sonst kamen die "wolgadeutschen" denn her, als von einer armuts-fluchtwelle. und "theo, wir fahren nach lodz", war ein lied der auswanderer, nach polen, nach lodz, mit seinen webereien, da gab es damals einen regelrechten boom.

Man nannte sie und man tut es noch immer, "auswanderer", manche zeigt man sogar im fernsehen und sie erzählen, wie sie scheitern.

DAS ist ganz legitim, denn wir dürfen ja "wirtschaftsflüchtlinge" sein, wir sind ja "westler", wir dürfen alles und immer, wir wandern aus, wann immer es uns passt, ohne jegliche hindernisse.

Die "anderen" dürfen das nicht ! die sind dann "wirtschaftsflüchtlinge", ganz böse leute, die man "ablehnen" muss, dabei machen sie doch nur das gleiche wie wir... wir suchen nach plätzen, orten, ländern, wo sie's "versuchen" wollen.

Ganz abgesehen von den menschen, die entweder vor dem krieg, vor willkürlichem mord und totschlag davonlaufen mussten oder dort wahrscheinlich einen grausamen tod erlitten. die welt war nie "heil" gewesen, das war schon immer nur eine illusion aus dem fernsehen. aber was jetzt gerade vor sich geht, ist mit nichts anderem vergleichbar.

Wegschauen, "verzweifeln", den kopf in den sand stecken ist aber keine dauerhafte lösung ! man muss schon tatsächlich aufstehen um sich gegen die unmenschlichkeiten dieser zeit wehren. das betrifft uns alle, ganz real. sonst werden die dunklen mächte wieder gewinnen und uns alle mitreissen, in diesen menschlichen abgrund.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 29. August 2015 um 03:17 Uhr  

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