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Der Dialog "Gesprächsnotizen" zwischen Peter J. Gnad und J. Krüger

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Damals und Heute (ein kleiner, vergleichender Dialog)

Jürgen: "Ich glaube wir beide kennen noch die Zeit aus unserer Kindheit, wo sich ganz andere Kinder zu uns gesellten und wo in unsere Schulklasse stets neue Mitschüler kamen.

Das waren die Kinder der Flüchtlinge und Vertriebenen, es wurden sehr schnell unsere Freunde und mit ihnen verbrachten wir unsere durchaus angenehme Kindheit.

Wir Kinder unterschieden nämlich nicht nach der Herkunft und dem Grund der Flucht, für uns waren es unsere Freunde.

Das könnte der Grund sein, weshalb wir mit dem Thema Flüchtlinge anders umgehen und sie nicht nur willkommen heißen, wir wissen dass jedes Kind ein Recht auf Bildung hat und wenn wir uns erinnern, machten doch etliche von unseren Freunden aus Kindheitstagen ihren Weg durch das Leben.

Es wäre doch nun einmal an der Zeit, dass wir über den Grund der Flucht im Jahre 2015 offen sprechen, denn nach wie vor behaupte ich, dass unser Reichtum mit der Armut in Afrika zusammenhängt."

----------- Peter: "Ja, daran kann ich mich ganz gut erinnern, wir hatten alle möglichen, damals noch europäischen Flüchtlinge oder "Übriggebliebene", welche in den Wirren des Krieges gekommen waren, bzw. der Armut der Nachkriegszeit zu entfliehen versucht hatten.

Da gab es Russen, Amerikaner, Franzosen, Italiener, viele viele "Jugos" und vereinzelt auch Griechen.

Als besondere Attraktion hatten wir in meiner Schulklasse auch einen "Neger", es war damals ja völlig normal, diesen Ausdruck zu gebrauchen und er war "unser Neger", auch wenn das allein heute schon als patronistisch gesehen wird.

Das war die Zeit, als man uns auch lehrte, nicht achtlos mit Nahrungsmittel umzugehen, denn "in China haben die Menschen nicht einmal eine Schale mit Reis zu essen !"

Wir Kinder spielten natürlich auch völlig bedenkenlos mit diesen Mitschülern, Gleiche unter Gleichen, die mussten genau durch das selbe Nadelöhr, wie jeder andere - am Ende des Jahres bekamen wir ein Zeugnis, wie es eben so war.

Ich erinnere mich, viele dieser Kinder wohnten mit ihren Eltern in Barrackensiedlungen, meist in etwas abgelegenen Stadtteilen, nicht gerade stabil und gut gebaut.

Im Sommer war's zu heiß, um sich drin aufzuhalten, in Regenzeiten waren da richtige Schlammlöcher und Seen die man irgendwie umwandern musste, um zu Tür zu kommen.

Als Kinder störte uns das nicht, na schön, dann kamen wir halt schmutzig nach Hause.

Unsere Mütter waren das gewöhnt, ihr Protest eher nur formal und mehr tadelnd, als richtig böse."

--------- Jürgen: "Blicken wir jetzt einmal auf all die Flüchtlinge, die sich aufgemacht haben in ein sicheres Land zu gelangen.

Wissen wir in Mitteleuropa eigentlich wie viele Binnenflüchtlinge es im Nahen Osten und in Afrika gibt, wissen wir eigentlich etwas über das was die Flüchtlinge erleben mussten, bevor sie sich auf die Flucht begaben?

Mitunter ging es um das blanke Überleben, mitunter gerieten sie zwischen die Fronten und durchaus wurden sie auch zum Faustpfand von all den korrupten Machthabern.

Mit diesen Machthabern machen aber all die anderen Staaten ihre Geschäfte, auch die EU und neuerdings auch China.

Weiß man eigentlich in Brüssel, dass Korruption nur eine andere Beschreibung von Diebstahl ist?"

--------- Peter: "Die lokalen Flüchtlingsströme haben ganz andere Dimensionen, als man sich das hier vorstellen kann.

Allein der kleine Staat Libanon oder Jordanien, hat etwa 1,5 Millionen Flüchtlinge und die Hife vor Ort funktioniert besser als hier.

Man muss sich und viele andere fragen, warum denn ausgerechnet in unserer reichen Zivilisation, Flüchtlinge wie DIEBE dargestellt werden, wie Unmenschen, zu denen man auf Distanz bleiben muß, weil die Krätze bei Berührung ja vielleicht abfärben könnte.

Ich finde diese Haltung mehr als num Kotzen.

Wir hatten gerade einen Syrer, der erzählte, er sei Universitätsprofessor gewesen, hier sähe man ihn nichteinmal als Mensch.

-------- Jürgen: Mehr oder minder beraubt man den Menschen ihre Lebensgrundlage, die korrupten Staaten setzen eigentlich nur das um, was ihnen von den Industrienationen diktiert wird.

Man spricht in solchen Fällen von einem Diktat der Macht, aus der zunächst ökonomischen Macht wird die politische Willkür.

Dabei bedienen sich die korrupten Machthaber der Kinder, sie schicken Kindersoldaten gegen Alles was ihnen sich entgegenstellt.

Kindersoldaten ausgerüstet mit modernen Waffen aus den USA und der EU.

Wenn das nicht zum Himmel stinkt, es ist mitunter unsere zynische Doppelmoral, zunächst geht es um das ökonomische Interesse und danach um die politische Stabilität.

In der Ökonomie der Imperialisten gibt es keine Ethik und wenn der Hang zur Stabilität vor dem Humanismus in den Regionen kommt, setzt sich eine Lawine von Flüchtlingen in Bewegung.

Innerhalb dieser Bewegung gibt es wieder ganz andere Gesetze,

Europa erreicht nur der Stärkere. Wer nimmt sich eigentlich in den Krisengebieten den Älteren und Schwachen an?

Wir sehen derzeit Bilder von Flüchtlingen, es sind meistens Jüngere die es bis uns schafften, es ist unsere Pflicht sich ihnen anzunehmen.

Kinder sollten uns immer willkommen sein, denn Kinder sind unschuldig und Kinder haben eigentlich die Zukunft vor sich.

---------- Peter: Ganz richtig, es geht um den neuen Gott, der durch Banknoten symbolisiert wird, den alle anbeten.

Er ist ein blutgieriger Monstergott, der keinerlei Gnade, Empathie, Ethik oder Moral für sich beansprucht.

Es geht um - das schöne amerkanische wort - "interest", also wirtschaftliche Interessen, Beteiligungen, Marktanteile, sonst nichts. Menschen sind dabei nicht nur hinderlich, entbehrlich, sondern geradezu unnütz, abgesehen vom Personal des jeweiligen Raubbaues.

Dieser Geld-Gott zertstört Lebensgrundlagen, zerstört Ländereien, Holzt ab, gräbt nach Schätzen, vergiftet das Wasser, die Luft und den Boden.

Und wir wundern uns, wenn die Menschen um Hilfe schreien und an unsere Türen klopfen.

Ich fahre morgen wieder zum größten Flüchtlingscamp, um zu helfen Not zu lindern und vor allem mit den Menschen zu sprechen.

Letzteres ist es, was am meisten gebraucht wird - Menschlichkeit, Empathie und ein bisschen Hoffnung !

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 05. September 2015 um 03:09 Uhr  

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