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Abgasmanipulation - Spitze eines Eisbergs?

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"Wir können nicht erkennen, dass bestimmte Hersteller besonders saubere oder besonders schmutzige Fahrzeuge haben", sagt der Chef der ADAC-Abteilung Test und Technik, Reinhard Kolke. "Abweichungen von Grenzwerten stellen wir durch die Bank fest."

Ein vieldeutiger Satz, der darauf hinweist, dass die Manipulationssoftware, die VW bei seinen Dieselfahrzeugen in den USA einsetzte, möglicherweise auch bei Herstellern anderer Marken zum Einsatz kommt.

Insider berichten, dass Messungen von Abgaswerten bei japanischen und deutschen Herstellern etwa vergleichbar schlecht ausfielen und faktisch oft das Fünffache des angegebenen Wertes erreichten, bei Neufahrzeugen wohlgemerkt.

Es wird also, das steht zu vermuten, zu einer Welle von Nachprüfungen kommen, die auch Deutschland und Europa betreffen.

Denn es steht die Glaubwürdigkeit beispielsweise der europäischen Umweltstandards im Fahrzeugbau auf dem Spiel.

Dabei sieht es ganz so aus, dass an die Politik viel zu optimistische Machbarkeitsvorgaben zu Abgasstandards aus der Automobilindustrie gegangen sind, die dann letztlich als Konkurrenzvorteil der deutschen Automobilindustrie international Marktvorteile verschaffen sollten.

Marktvorteile, die dann auch durch die Politik, zumindest in Europa, durchgesetzt werden sollten. Wer da mit wem gespielt hat oder ob es ein gemeinsames Spiel war, muss noch aufgeklärt werden.

Allerdings ließen die aufbrechenden Konflikte zwischen Autoindustrie und Politik, vor zwei Jahren, als bei den CO2-Durchschnittswerten der Automobilflotten deutscher Autohersteller die Elektrofahrzeuge, die den Durchschnitt drückten, von der EU nicht anerkannt werden sollten und die Bundesregierung deshalb in Brüssel intervenierte, schon Böses ahnen.

Zumindest dürfte die Luft in den deutschen Vorstandsetagen inzwischen ziemlich dick sein, hohe CO2-Werte also.

Auch andere Autohersteller dürften sich nun fürchten.

Die Frage, ob hier ein grundsätzliches Problem in der Kommunikation und Meinungsbildung zwischen Verbänden und Politik vorliegt, wäre in diesem Fall, der gerade erst begonnen hat, ebenfalls interessant.

Wer täuscht wen, wenn es beispielsweise darum geht, pauschale Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen zu vermeiden und wer kooperiert dann miteinander?

Es ist zu befürchten, dass hier jahrelang getrickst wurde, um in der Politik die Meinung zu etablieren, dass die Einhaltung von Klimazielen hierzulande einfach eine lösbare technische Frage ist, während um uns herum alle Länder, die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten reduzieren.

Als die Weichen für diese Entwicklung gestellt wurden, wurde Deutschland gerade vom „Autokanzler“ regiert, der dem Volkswagenkonzern eng verbunden war.

Bis auf seinen Wechsel zu Gazprom hat sich Schröder von Skandalen bisher recht gut frei halten können.

Dies beruht auch auf der Tatsache, dass der Ex-Kanzler Recherchen über die Verfilzung der damaligen Bundesregierung mit der deutschen Industrie bereits auf Blog-Ebene mit juristischen Schritten unterdrückt.

Ein Beispiel stellt hier das juristische Vorgehen Schröders gegen Lifegen von Anfang des Jahres dar.

Der Blog hatte über mögliche Verwicklungen der damaligen Bundesregierung Schröder in einen Korruptionsskandal recherchiert, in den EADS Aufträge gegen Schmiergeld und politische Vorteile von der rumänischen Regierung bekommen haben soll.

Der Fall wird am Hamburger Landgericht verhandelt voraussichtlich am 27.11.2015 verhandelt.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 28. September 2015 um 03:20 Uhr  

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