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Start Neuigkeiten 2015 - Wir haben vielleicht viel mehr gewonnen, als wir dachten!

2015 - Wir haben vielleicht viel mehr gewonnen, als wir dachten!

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Rückblick. Das Jahr 2015 geht zu Ende und wir sind um eine Million Flüchtlinge reicher. Kein Grund zur Freude? Doch!

Wir konnten in diesem Jahr nicht mehr für unseren sozialen Frieden tun, als wir es getan haben.

Die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak, auch aus Afghanistan hat unserem Land nicht geschadet und wird es auch nicht.

Im Gegenteil haben wir eine Reihe von gewaltigen Vorteilen gegen den Stress eingetauscht, den viele mit der Flüchtlingswelle hatten.

  1. Wir haben uns in Europa positioniert. Endlich einmal in einer Art und Weise, die nicht als faschistisch, selbstherrlich oder dominant gedeutet werden darf. Denn wir haben Menschen geholfen, die in Not sind. Die europäischen Länder, die das vehement kritisierten, sind vor allem unter Verdacht geraten, einer Renationalisierung, der Abschottung und nicht zuletzt einer gewissen Bauernschläue das Wort zu reden, mit der sie vor allem in Brüssel abkassieren, aber nichts für die Integration Europas tun möchten. Sie möchten sich viel eher dafür bezahlen lassen. Ein schlechtes Bild haben die Deutschen diesmal nicht abgegeben. Ungarn, Polen, die Slowakei, England und Dänemark aber schon.
  2. Wir haben mit uns gekämpft und dieser Kampf wird wohl auch weiter gehen. Denn die rechten Positionen, die „law and order“ gegen spontane Hilfsbereitschaft gesetzt haben, allen voran CSU-Chef Seehofer sowie Wolfgang Schäuble, sind alles andere als unberechtigt. Wir haben uns einen Haufen Probleme mit der Flüchtlingspolitik Merkels eingehandelt. Der Kampf hat ja auch noch nicht aufgehört. Die Gegner der Flüchtlingspolitik setzen, wenn sie radikal genug sind, immer noch Gewalt ein und bekämpfen Flüchtlinge mit allen Mitteln, auch den Illegalen. Das muss niemanden überraschen, aber der Streit läuft trotzdem klar zu Gunsten der Befürworter der großzügigen Aufnahme von Flüchtlingen. Dennoch hat die Moral im Umgang mit den Opfern von Krieg und Terror zumindest in unserem Land im Jahr 2015 gesiegt. Dafür können wir Deutschen uns auf die Schultern klopfen. Genauso aber müssen wir die Leute würdigen, die sich mit Händen und Füßen gegen Flüchtlinge wehren, denn auch das ist legitim und gehört zur Demokratie. Keine Ausgrenzungen also bitte!
  3. Wir werden durch die Flüchtlinge langfristig erhebliche Vorteile habe. Unser Arbeitsmarkt ist derzeit schon leergefegt und zwar nicht von Jobangeboten, sondern von Arbeitskräften! Für eine weitere wirtschaftliche Hochphase brauchen wir Zuwanderer geradezu. Die kommen auch aus ganz Europa, aber nicht in dem Maße, in dem wir sie zahlenmäßig brauchen. Wir haben nur deshalb noch keine Vollbeschäftigung, weil die Zuwanderung neue Jobangebote aufgreift. Vollbeschäftigung, das wissen wir aus den sechziger Jahren, zwingt immer, Zuwanderer als Arbeitskräfte anzuwerben. Mit den Syrern haben wir Menschen in unser Land gelassen, die aus einem kulturell hochstehenden Land kommen, das jahrzehntelang mit erheblicher Toleranz in der Lage war, sehr vielfältige Volksgruppen und Religionen im Gleichgewicht zu halten. Erst der arabische Frühling (der mit erheblicher Anschubleistung der USA und ihrer NGOs begonnen wurde) hat die Assad-Regierung in ihrer diktatorischen Skrupellosigkeit entlarvt und dann zu einer Zerstörung des Landes im Bürgerkrieg geführt. Das ändert aber nichts daran, dass die Syrer zu allen Zeiten als sehr fleißiges, tolerantes und integres Volk galten und sehr gut zu uns passen werden. Was wir jetzt brauchen, ist ein Staat, der es durch Anreize und Lockerungen schafft, die Deutschen zu der anstehenden Integrationsleistung auf dem Arbeitsmarkt und Wohnungsmarkt zu motivieren. Das wird die Aufgabe für 2016 sein, von der zu hoffen ist, dass die Regierungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene diese Aufgabe auch verstehen. Die Bürger müssen viel mehr einbezogen werden!
  4. Die Art und Weise, in der wir den Flüchtlingen begegnen, hat auch eine Wirkung auf die Menschen aus anderen Ländern, die jetzt schon mit uns leben, insbesondere auf die aus den muslimischen Ländern. Eines der auffälligsten Resultate des Jahres 2015 ist die Einstellungsänderung vieler muslimischer Mitbürger unserem Land gegenüber gerade durch die großzügige Aufnahme vieler muslimischer Flüchtlinge. Die Ressentiments und Vorbehalte gegen unsere Lebensweise scheinen insgesamt eher abzunehmen und die Integrationsbereitschaft der Menschen aus muslimischen Kulturkreisen, scheint anzusteigen. Ein „Wir-Gefühl“ entsteht. Ohne, dass man Umfragen dafür anführen könnte, ist eine Summe von kleinen Mosaiksteinen auch schon für eine Aussage gut. Die Deutschkurse an den Volkshochschulen sind überlaufen, die Kopftuchdebatte hat in diesem Jahr kaum eine Rolle gespielt, die Distanzierungen der muslimischen Verbände von religiösem Radikalismus war eindeutig und es hat sich sogar ein Verband liberaler Muslime gegründet, der hoffnungsvolles verheißt. Die Salafisten in Deutschland sind isoliert.

Fazit: Es könnte sein, dass wir durch die „selbstmörderische“ Politik der offenen Grenzen in diesem Jahr unter dem Strich viel mehr gewonnen haben, als gedacht. Positive Auswirkungen auf die moralische Führung in Europa, die Konjunktur und auch auf innere Integration unseres „Vielvölker-Staates“ könnten beträchtlich sein und sollten im nächsten Jahr beobachtet werden.

Merkel könnte mit ihrer Politik, die häufig geradezu paradox wirkte, dennoch Recht behalten.

Entscheidend aber ist, ob die Regierung in der Flüchtlingskrise nun Handlungsfähigkeit und Engagement auch an die Bürger der Republik abgeben kann.

Denn der Staat allein kann die Flüchtlingskrise nicht bewältigen und er soll es auch nicht können.

Denn Deutschland darf keinen totalitären Staatsanspruch haben, wenn es demokratisch, weltoffen und erfolgreich sein will.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 01. Januar 2016 um 03:16 Uhr  

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