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Bloss keine Schadenfreude - die Kanzlerin hat Recht!

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Wenn wir uns heute nicht hinter den Kurs von Angela Merkel in der Flüchtlingskrise stellen, stehen wir morgen ziemlich nackt da.

Nach einem Jahr, in dem die Kanzlerin immer wieder im letzten Moment von ihrer Flüchtlingspolitik überzeugen konnte, wird man anlässlich der aktuellen Ultimaten, die der Kanzlerin auch von der SPD gestellt werden und von denen man überhaupt nicht weiß, zu was sie führen sollen, das Gefühl nicht los, dass schon wieder Wahlkampf ist.

Morgen wird die Kanzlerin einen Brief von mindestens vierzig Unionsabgeordneten bekommen, welche die Einhaltung der Gesetze in der Flüchtlingsfrage anmahnen.

Gemeint ist dabei wohl eine strikte Wiederbelebung von Dublin, d.h. die Rückführung von Asylsuchenden in das europäische Ersteinreiseland, das dann wohl im Süden der EU liegen muss und garantiert nicht Deutschland heißt.

Es geht um Flüchtlingsbegrenzung.

Es geht wohl auch um Schadensbegrenzung – was wiederum einigen Schaden anzurichten scheint.

Zunächst mal ist der Frieden in der Union aktuell im Eimer.

Heute soll es massive Attacken gegen die Kritiker und Briefschreiber seitens der Unionsspitze, namentlich Kauder, gegeben haben.

Von „Klappe halten“ war die Rede, sprachlich wurde also Gangster-Jargon aufgetischt.

Der Nachsatz nach Klappe halten müsste dementsprechend eigentlich lauten: „Klappe halten oder es knallt!“

Die Sprachwahl zeigt die immense Nervosität in der Union.

Dazu kommt eine SPD unter Gabriel, die derzeit auf der Seehofer-Welle surft und der Kanzlerin ein Ultimatum zur Lösung der Flüchtlingskrise stellt.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ein Ultimatum zur Lösung der Flüchtlingskrise!

Als müsste die Kanzlerin nur etwas Lösegeld zahlen und alles wäre geritzt.

Nein, dieser Beitrag der SPD ist ebenso blind und dumm, wie der der Unionsabgeordneten.

Vor allem aber zielt er auf die anstehenden Wahlen im März!

Theaterdonner lenkt von der tatsächlichen Lage ab

Hier wollen Politiker, die mit Merkel ins Gericht gehen, Handlungsfähigkeit vorspielen, die gar nicht existiert.

Die Zugbrücke von Deutschland kann nicht mehr hochgezogen werden, Dublin kann nicht mehr reaktiviert werden, weil dies zur Katastrophe in Griechenland, Italien und Spanien führen würde und Abschiebungen in dem Maße wie wir es bräuchten, wenn wir unser Land entlasten wollen, sind vollkommen fern jeder Durchführbarkeit!

Alles Augenwischerei!

Der Nachteil dieser taktischen Äußerungen gegen die Politik der Kanzlerin ist gewaltig. Indirekt stellen sich Teile der Union einschließlich CSU und Teile der SPD auf die Seite der EU-Länder, welche bereit sind, für eine nationale Abschottungspolitik die Europäische Union, den Schengenraum und den Euro über die Klinge springen zu lassen.

Genau gegen diese Ignoranz kämpft Merkel derzeit in der EU an. Manche behaupten bis zur Erschöpfung.

Ihre Chancen, diesen Kampf für eine gemeinsame europäische Pufferzone für die Flüchtlinge, mit geregelten Flüchtlingskontingenten, zu gewinnen, sinken mit jedem Tag an dem der innenpolitische Widerstand gegen Merkel wächst. Denn genau diesen Widerstand beobachten unsere europäischen Nachbarn ganz genau und fühlen sich im Recht, je mehr die Kanzlerin in Deutschland attackiert wird.

Ein großer Fehler!

Wir sollten ganz im Gegenteil wie ein Mann hinter der Kanzlerin stehen, um ihr in Europa die nötige Durchschlagskraft zu verschaffen.

Nur so kann Merkel die vernünftigste Lösung der Flüchtlingskrise erreichen!

Natürlich ist damit noch nichts über den Umgang mit den Flüchtlingen in unserem Land ausgesagt.

Aber darum geht es hier auch nicht.

Es geht darum, dass keine der vorgetragenen Lösungen, vermehrte Grenzkontrollen, Sicherung der EU-Außengrenzen, vermehrte Abschiebungen oder gar eine riesige Wartehalle in Europa für Millionen oder an Europas Rändern installiert, die Flüchtlingskrise lösen wird.

Wir müssen die Flüchtlinge einfach schlucken und zwar gesamteuropäisch! Genau das weiß Merkel und liegt damit richtig.

Also bitte ehrlich bleiben. Keine Taktiken mehr.

Die Kanzlerin hat Recht!

Sie verfügt über den einzigen realistischen Plan mit dem man Europa nicht beschädigt.

Wenn sie diesen Plan nicht durchsetzen kann, sehen wir alle bald ziemlich alt und gerupft aus.

Dann können wir wieder anfangen, Gartenzwerge zu sammeln.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 21. Januar 2016 um 03:15 Uhr  

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