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Nato schlägt EU - zumindest in Polen

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Die „Welt“ redet Klartext.

Michael Stürmer erweist sich als neuer kalter Krieger, der die „Sicherheit“ durch nukleare Abschreckung aus den achtziger Jahren wiederbelebt sehen möchte.

Abschreckung und Entspannung ins Gleichgewicht zu bringen, davon handelt ein Artikel in der Welt über die Frage, ob Nato und Westen sich an die gegebenen Zusicherungen der Zurückhaltung im Rahmen der Osterweiterung der Nato halten sollen oder nicht.

Insbesondere Polen und die baltischen Staaten sähen gern eine massivere Natopräsenz durch die Amerikaner.

Vertraglich wurde das bei ihrem Nato-Beitritt ausgeschlossen.

Die Provokation der Osterweiterung der Nato erschien vielen Leuten in Washington und Brüssel mehr als genug.

Massives militärisches Auftreten sollte in jedem Falle vermieden werden.

Derzeit gibt es in Polen starke Tendenzen diese Grundeinstellung zu ändern.

Das Land will Bollwerk gegen die russische Gefahr werden!

Angst vor Russland?

Wenn man in Riga Angst hat, ist das zumindest psychologisch nachvollziehbar, in Warschau aber steckt ein ganz anderes Kalkül hinter der Panikmache.

Die nationalkonservative Regierung, die seit dem letzten Jahr die Demokratie im Lande einschränkt, fürchtet westlichen Liberalismus viel mehr, als das autoritäre Russland.

Genau hier liegt der Knackpunkt, sich in Europa auch ohne EU-konformes Verhalten gegenüber Brüssel unverzichtbar zu machen und dabei ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.

Der Schlüssel hierzu liegt für die Polen in der Natomitgliedschaft, die zeitgleich mit der EU-Mitgliedschaft eingegangen wurde.

Als Natomitglied und Frontstaat gegen Russland bekommt Polen einen Sonderstatus, der es dem Land ermöglicht weitgehend gegen EU-Prinzipien zu verstoßen, ohne abgestraft zu werden.

Polens Rolle als Brückenland nach Osten ist dabei recht ähnlich der Rolle der Türkei, die sich aktuell mit Trümpfen eingedeckt hat, um die EU-Mitgliedschaft früher oder später zu erzwingen.

Nur dass Warschau, die EU künftig als reine Wirtschaftshilfe und nicht als politischen Maßstab betrachten will.

Ähnlich sieht es Erdogan in der Türkei.

Die Verstärkung der Nato-Präsenz in Polen würde genau diesen Effekt unterstützen und das Land ganz nebenbei zu einem Zünglein an der Waage zwischen Moskau und Brüssel, aber auch zwischen Brüssel und Washington machen.

Denn wer da kommen soll, um unsere armen Nachbarn vor dem Bär, der laut der „Welt“ kein Vegetarier geworden sei, zu schützen, sind die Amerikaner.

Der amerikanische Stiefel soll also in Zukunft das entscheidende Gegengewicht zum Brüsseler Lackschuh werden und diesen notfalls einschüchtern, wenn die EU mal wieder mit dem Demokratieabbau in Polen und anderen östlichen EU-Staaten unzufrieden ist.

Unterstützer finden solche antieuropäischen Strategien mittels Wiederbelebung des „Kalten Krieges“ bei unseren senilen Medienleuten, die ihr Handwerk noch als transatlantische Wasserträger gelernt haben und sich in diese Zeiten ihres Erfolges an der Seite der Amerikaner zurücksehnen.

Michael Stürmer ist einer davon, aber nur einer.

Bleiben wir also wachsam und setzen wenigstens in den neuen Medien etwas gegen diese Demontage Europas durch „Kalte Krieger“, die sich bei Springer und Bertelsmann immer noch zuhauf tummeln.

In ein paar Jahren sind wird diese Leute hoffentlich los.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 16. Februar 2016 um 03:10 Uhr  

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