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Russische Kriegsführung - Sage das eine und tue das andere

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Die russische Art der Kriegsführung ist zwar absolut verlogen, aber extrem wirkungsvoll.

Sie erinnert in Teilen tatsächlich an die Nationalsozialisten am Vorabend des zweiten Weltkrieges.

Belohnen darf man die Russen dafür nicht!

Die neue russische Strategie ist frappant wirksam. Seit der Ukraine-Krise, lassen wir den Georgien-Konflikt einmal außen vor, wo die Amerikaner ähnlich agierten, gibt es eine extrem wirksame russische Melange der Kriegsführung auf allen Ebenen.

Im Unterschied zu den Amerikanern, die sich standardmäßig mit der Bedrohung von Demokratie und Freiheit rechtfertigten, wenn sie ein Land überfielen, behaupten die Russen grundsätzlich sie wären gerufen worden.

Im Falle der Ukraine und der Krim stimmt das natürlich nicht, in Ossetien stimmte es schon, in Moldawien waren sie schon da und in Syrien ebenfalls.

Der Eindruck aber, dass die Russen auch kommen, wenn man sie nicht ruft, lässt sich zumindest im Falle der Ukraine nicht verdrängen.

Sie haben mit russischen Fahnen die Grenze zum Donbass überquert und die Rathäuser in Lugansk, Donezk und in vielen anderen ostukrainischen Städten regelrecht angegriffen und erobert.

Die Tatsache, dass diese nicht militärischen, aber militärisch teilweise perfekt geschulten Protagonisten russischer Interessen fast ohne einen Schuss ans Ziel kamen, beruhigt dabei wenig.

Man fühlt sich an feindliche Übernahmen durch Hitlers Sturmgarden, insbesondere die SA, am Vorabend des zweiten Weltkrieges erinnert.

Die zweite Taktik ist die, von Frieden zu reden und Krieg zu praktizieren.

Man marschiert irgendwo ein und schreit gleichzeitig nach dem Verhandlungstisch.

Der Gegner ist verwirrt, weiß nicht, ob er schießen oder reden soll.

Auch so erlebt bei Hitler am Vorabend des Weltkrieges während seiner zahlreichen Annexionen, bevor er Polen überfiel, Verzeihung, an der polnischen Grenze zurückgeschossen hat.

Der Satz könnte vielleicht auch irgendwann von Putin kommen.

Die Taktik besteht auch darin, dass die Russen in einer solchen Situation nicht einmal das zugeben, was man ihnen nachweisen kann.

Auf der Krim und im Donbass war dies fast wöchentlich so, aktuell ist es in Syrien genauso.

Der Einsatz der Luftwaffe gegen alles, was gegen Assad steht, ist offiziell immer noch ausschließlich gegen den IS und die Nusra-Front gerichtet.

Er soll nach offizieller Lesart verhindern, dass die Terroristen irgendwann in Russland einmarschieren.

Was für ein Schwachsinn.

Zur Krönung dieser Strategie wird auch noch behauptet, dass der Einsatz von Bodentruppen aus der arabischen Welt (gemeint ist Saudi Arabien) zu einem Weltkrieg führen könnte.

Fakt ist aber einfach, dass die Russen mit ihren Bodentruppen in Syrien allein bleiben wollen.

Natürlich geben sie den Einsatz wieder nicht zu, wie immer, auch wenn jetzt beweiskräftige Videos und Zeugenaussagen vorliegen.

Das wird sich nicht ändern.

Das erste Opfer in jedem Krieg ist die Wahrheit und die Russen befinden sich seit 2014 unaufhörlich im Krieg!

Dementsprechend weit hat sich das Land schon von der Wahrheit entfernt.

Ein paar russische Aktivisten kämpfen noch gegen diese Entwicklung an, die Mehrheit hat es sich längst in der taktischen Lüge bequem gemacht.

Warum auch soll man mit dem Lügen aufhören, wenn man damit Erfolg hat?

Wir können wenig dagegen tun. Nur eines sollten wir vermutlich nicht.

Wir sollten dem hartneckigen Behaupten der Unwahrheit nicht nachgeben.

Wir sollten uns auch von den Russen nicht manipulieren lassen, nur weil die Amerikaner auch nicht besser sind.

Wir sollten einfach die Dinge so sehen, wie sie sind. Russland kämpft an der Seite Assads für die Rückeroberung des gesamten Landes durch das Regime und schert sich dabei nicht um die westlich-arabische Allianz.

Russland wird damit Erfolg haben und ein Staatsgebilde in Syrien rekonstruieren, nachdem eine Million Syrer diesem Krieg zum Opfer gefallen sind, dass eine noch härtere Diktatur sein muss, als die vorherige.

Denn Assad hat so viele Verbrechen auf dem Gewissen, dass er sich keiner einzigen echten demokratischen Wahl mehr stellen kann.

Die Frage ist nur, was aus dem eigentlichen Kriegsherren wird, aus Wladimir Putin?

Richtig, er wird einen neuen Krieg beginnen, um sein Land, das wirtschaftlich auf dem absteigenden Ast ist, weiterhin mit dem üblichen nationalen Größenwahn zu betäuben.

Wie gesagt, wir können nichts dagegen tun und die ersten ehemaligen sowjetischen Satelliten-Staaten wandeln schon auf Putins spuren.

Gemeint ist Ungarn und Polen, inmitten der EU und der Nato.

Hier allerdings können wir etwas tun, um diese Länder mit wirtschaftlichen Maßnahmen zu disziplinieren, während die Sanktionen gegen Russland eher verschärft, als aufgeweicht werden sollten.

Bleibt neben all der hybriden Kriegsstrategie noch die Kenntnisnahme der russischen Kritik an unserem Umgang mit Flüchtlingen.

Lawrow hat uns kürzlich für absolut bescheuert erklärt, dass wir die Flüchtlinge bei uns aufnehmen.

Eine Äußerung, die genauso hilfreich ist, wie die ganze verlogene Kriegsstrategie der Russen in den letzten drei Jahren.

Herzlichen Dank!

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 14. Februar 2016 um 03:07 Uhr  

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