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Die Pflicht zum Ungehorsam

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Wir lernten sie somit fast alle kennen, jene Macher in unserer Gesellschaft zu Anfang des Jahres 2016, all die mit jenem moralisch zweifelhaften Gewissen, dessen Plattform weder menschlich noch christlich und wenn dann eigenwillig demokratisch ist.

Das nennt sich die gesellschaftliche Plattform der Mächtigen, die sich aber anmacht zu einer Staatsdoktrin zu werden, in der Tat ist da wiederum der passive Widerstand des Demokraten gefragt, denn es geht um die Frage der Macht und über die Pflicht zum Ungehorsam gegen einen Staat der die Demokraten entmündigen möchte.

Wer dagegen setzt kommt nicht um Henry David Thoreau Essays herum, sie sollten gerade heute wieder populär sein, denn er beeinflusste mit seinem Denken nicht nur Gandhi sondern ebenso Martin Luther King.

Über die Ideen des Martin Luther Kings und der Umsetzung durch Rosa Parks bekam die amerikanische Bewegung des SDS eine Dynamik, die auch hier bei uns mittels der Studentenbewegung eine Generation im Denken beeinflusste.

Es werden ein paar Artikel folgen, die sich mit den Gedanken beschäftigen, die Thoreau bereits 1849 in Boston beschrieb, „ the Resistance to Civil Government“.

Man muss sich also die Mühe einmal machen dieses nachzulesen, in diesem Aesthetic Papers, Boston 1849 schreibt Thoreau u.a. folgendes: Die beste Regierung ist die,welche am wenigsten regiert, d.h. in diesem Staat würde man dann schneller und gründlicher handeln. Thoreau folgert daraus aber, „die beste Regierung, ist die die gar nicht regiert.“

Zeitgleich stellt er aber zur Diskussion, soweit ist der Mensch noch nicht, dazu sei der Mensch noch nicht reif. Eine Regierung, ist gem. Thoreau ein durchaus nützliches Instrument, dagegen sind manche Regierungen für das Volk einfach unnütz. Nun folgt das Beispiel, ein Heer ist doch der Arm einer ständigen Regierung.

Diese Regierung aber , die nichts weiter als die Form ist, welche das Volk zur Ausführung seines Willens gewählt hat, kann leicht missbraucht und verdorben werden, bevor das Volk Einfluss darauf nehmen kann.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, ist nicht im Jahr 2016 damit der halbe Nahe Osten inkl. der Türkei gemeint?

Es wird also nicht nur interessant sondern man fragt sich, weshalb lasen so wenig der mächtigen Politiker von Heute, die sich als Experten von dem Leben nach dem Tod mitunter ausgeben so wenig in den Schriften der Klassiker?

Mittlerweile gibt es davon reichlich viele, es gibt also nicht nur unter den Politikern jene Zeitgenossen die all das derzeit verfügbare pragmatische so sich zu eigen machen, das daraus eine eigene Philosophie entsteht, müsste doch eigentlich ein Jeder kennen.

Wer stolperte nicht schon einmal darüber, wenn es in den Qualitätshandbüchern der Firmen um die Philosophie geht folgt tatsächlich eine qualitativ minderwertige Beschreibung.

Demzufolge ist die Pflicht zum Ungehorsam das Tor für mehr Zivilcourage. In seinem ersten Essay kommt Thoreau gleich zum Thema, „ hätte das Volk gewusst was nach der Wahl die Regierung aus diesem Wählerauftrag gemacht hat, hätte es diese Regierung nie gewählt.“ Feiner ausgedrückt in der Sprache von Thoreau, man hätte dem nie zugestimmt.

Macht mich stutzig, dann war das wohl ein Narr der damals ohne Zwang und ohne einen politischen Druck in einem Sonntags- Interview im Fernsehen die Rente mit 67 in den Raum warf.

Thoreau folgerte aber etwas anders und bezog sich dabei auf die amerikanische Regierung: „was ist die amerikanische Regierung anderes als eine Tradition – und noch dazu eine recht junge-, die danach strebt, sich selbst ohne Machteinbuße für die Nachwelt zu erhalten, die dabei aber in jedem Augenblick mehr von ihrer Glaubwürdigkeit verliert?“

Na aber das Thema was eigentlich nicht nur die Nation im Jahre 2016 bewegen sollte, der Verlust an Glaubwürdigkeit.

Kommen wir also an ein sog. grundsätzliches Thema was unsere Demokratie eine Schieflage bringt, man nennt es das Problem der Glaubwürdigkeit und genau das ist nicht nur ein innerparteiliches, wo man eine junge Generation seitens der Grünen enttäuschte, wo die beherrschende Wirtschaft im Lande eine kpl. Generation in ein prekäres Leben entlässt, wo die Sozialdemokratie dabei ist den Anspruch auf eine linke Volkspartei aufzugeben und wo man einfach Hoffnungen enttäuschte.

Ökonomisch bedeutet dieser Verlust an Glaubwürdigkeit langfristig eine Abkehr von Prinzipien, man spricht vom Missbrauch einer Treue.

Interessant ist dabei allerdings diesen Missbrauch gestaltete sich nicht als Quittung dessen von unten nach oben sondern war der entscheidende Teil einer Politik der jeweils mächtigen von oben.

Es wird also noch spannend, lesen wir demnächst weiter in Thoreau Schriften.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 01. März 2016 um 03:25 Uhr  

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