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Das nannte sich die ökonomische Systematik

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Meinen letzten Job den ich hatte, war eigentlich jener der mir alles abverlangte, zunächst fand ich mich rasant schnell auf Ebenen wieder wozu ich normalerweise Monate gebraucht hätte.

Der 9. November des Jahres 1989 brach am Abend alle Dämme, für mich eigentlich ersichtlich zu viele Menschen auf die Straßen, Berlin waren, ganz einfach diese Stadt war voller geworden.

Was ich allerdings nicht wusste, in dieser Nacht strömten in den Westen die eigentlichen Entdecker der Marktwirtschaft.

Man könnte auch sagen, die Bewohner der DDR waren reif für die Insel und begannen auf ihrer typischen Art sich West- Berlin untertan zu machen.

Um ehrlich gesagt, mich konnten einige zunächst kreuz und quer mal, denn jeder politische Paukenschlag hat seine ökonomische Folge.

Die dann wiederum ganz andere treffen als jene die man hätte treffen müssen, was eigentlich jener verstehen sollte der es erlebt hat.

Das Erlebte so verarbeiten um daraus Schlüsse ziehen zu können, wo man bereits im Anfangsstadium Entwicklungen erkennen kann und die wiederum zu interpretieren um damit eine Weichenstellung zu vollziehen.

Das nennt sich ganz einfach Geschäftsführung, die wiederum auch so belastbar zu machen, dass man den Gegenwind umsetzen kann.

Natürlich wusste man überhaupt nichts von dem wie es weitergehen sollte, dass irgendetwas aber anders wird das ahnte man.

Die reine politische Situation war eine ganz andere und die war heiter, freundlich und offen.

Im Gegensatz dazu die wirtschaftliche Situation in der Stadt, dessen Westteil es heute gar nicht mehr gibt, hier setzte man auf eine Motorfunktion.

Dazu verschwanden allerdings zu Massen im Ostteil die Ansprechpartner und bereits zur Jahreswende sprach man im Westteil von den betrieblich notwendigen Hausaufgaben.

In der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr führte man diese Telefongespräche etwas lockerer als sonst, mit wem auch immer es ging um die Frage: „ wie war man im Betrieb für die Zukunft aufgestellt?“

Wie was passiert wenn, an das konnte ich mich ziemlich gut erinnern, im Jahre 1975 der Schwarze Freitag für Siemens in München, der Tag bereitete das Ende für das Werk in der Hoffmannstraße vor, man hatte die EWS Entwicklung im Telefonbau einstellen müssen.

Das Ding hatte Konsequenzen bis nach Berlin, der Glaube an den Zuwachs in der Telefonbau- Branche war erschüttert, gleich fand im Bonner Ministerium eine Konferenz statt.

Mit diesem Ergebnis hatten die damals 4 großen Amtsbaufirmen überhaupt nicht gerechnet, der Markt war so wie er sich einmal bot gesättigt, 1965 hatte man einen Vorlauf im Auftragseingang von mehr als 6 Monaten, man hatte stets mehr als eine halbe Millionen Kunden die auf einen Telefonanschluss warteten.

1975 erklärte das Ministerium den Amtsbaufirmen aus einer halben Millionen sind gerade noch 60 000 wartende Kunden bundesweit übriggeblieben und dazu hatte man Vermittlungsämter die teilweise freie Kapazitäten hatten.

Es gab die Aussage, die wiederum der Spiegel brachte, „ da verzockten sich 4 Große und der kleine Kunde möchte eigentlich etwas mehr von seinem Telefon verlangen.“

Das bedeutete eine gewaltige Umstellung und die wiederum überlebte nach ein paar Jahrzehnten in Deutschland von den 4 Firmen nur eine, kurzfristig fehlte die Vertriebsachse mit einer Alternative und zudem war man über Jahre hinweg einseitig auf Zuwachs programmiert worden.

Das war etwas bei mir im Hinterkopf, wobei diese Systematik nur dann Bestandteil hat, wenn man sie selbst analysierte und installierte.

Die betriebswirtschaftliche Systematik ist meistens das Stiefkind der Ökonomen, denn hier kommt die Zerlegung vor den Gewinn.

Das kam mir Anfang 1990 eigentlich zu Gute und war eigentlich der wesentliche Bestandteil von den Hausaufgaben die man nun von den Betrieben im Westteil der Stadt im Stillen verlangte.

Eigentlich ist das Schema einfach, man muss monatlich die Betriebserlöse detaillieren, nicht nur dem Kunden zuordnen sondern der Sache.

Wie wandelt sich etwas, was wird gefragt und auf welcher Vertriebsschiene steht man wo, wohl dem der in mehreren Branchen bekannt ist.

Mir begegneten in dieser Zeit etliche Glücksritter und Wendeexperten, die nur so aus dem Vollen schöpfen wollten, der erste Indikator ist der Auftragsvorlauf, der wurde aber zeitlich gerafft, mitunter so gar künstlich.

Ich hatte im Sommer 1990 noch nicht das Gefühl langfristig auf der sicheren Seite zu sein, zwar gab es eine enorme Nachfrage und einen relativ künstlichen Aufwind, der genügte aber nicht um größere Investitionen zu tätigen um damit eine Standortsicherung zu erzielen.

Das Thema der Standortsicherung wurde innerhalb der Stadt zu einer dispositiven Größe, aus eigentlich einer ökonomischen Macht wurde mit der Ohnmacht gehandelt, bereits 1992 verschwanden etliche Zulieferer und mancher überschätzte sich so gewaltig dass im Umland die ersten freien Industrieflächen entstanden. Zudem löste sich der Verbund auf, der soziale und menschliche Kontakt zu Verbrauchern, zum Kunden und zu dem Entwickler verschwand, man konnte nicht mehr kurzfristig innerhalb der Stadt von A nach B fahren und auf Vorschläge reagieren. Es entstand etwas dazwischen, auf der Planung, Entwicklungs- und Vertriebsebene, andererseits rüsteten etliche auf, wieder einmal boomte in Berlin die Bauwirtschaft. Nur mal so aus der Systematik der Ökonomie, eine boomende Bauwirtschaft erfüllt Vorgaben und die haben einen Termin, den wiederum gilt es zu erfüllen. In sich zieht die etwas mit in anderen Branchen, ist in sich aber stets temporär, es ist nicht der dynamische Selbstläufer wie in einem Produktionsbetrieb. Berlin gingen erst im Ostteil der Stadt und etwas zeitversetzt im Westteil die eigentlichen Produktionsbetriebe gnadenlos aus und da gab es Wirtschaftssenatoren, die ein paar Jahre danach sich als Minister im Kabinett von Helmut Kohl wiederfanden, die redeten da von der Chance. Na ja, es ist gut wenn man widersprechen kann und ich war eigentlich zufrieden mit meiner Arbeit und den Hausaufgaben. Bei einer Präsentation Ende des Jahres 1994 zeigte sich eine zu erwartende Verschiebung, ziemlich rasant verlor man Kunden und kam auf eine Spur die auch mir bisher fremd war. Wer trifft die Entscheidung bei einem „Entweder oder ?“ Entweder man investiert oder man verliert, da waren aber bereits Summen im Gespräch wo man ziemlich schnell die Fassung verlieren kann.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 14. März 2016 um 03:10 Uhr  

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