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Parteiendebakel-heutiger Stand

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Die Zustimmung für die „Große Koalition“ sinkt kontinuierlich.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist nach dem ARD-Deutschlandtrend vom 4.5.2016 mit der Regierungsarbeit unzufrieden bis sehr unzufrieden.

Allerdings profitieren die in Berlin etablierten Oppositionsparteien nicht nennenswert.

Die Wähler wandern in den extremen politischen Winkel einer Protestpartei, der es gelingt, sowohl einfache Leute, als auch „Besserverdiener“ für sich einzunehmen.

Vor allem die SPD wird für die Regierungsarbeit Merkels bestraft

Die Sozialdemokraten haben den schlechtesten Wert in Meinungsumfragen seit Bestehen der Bundesrepublik überhaupt.

Mit 20% liegt die SPD nur noch 5 Prozentpunkte über der AfD, die gestern auf 15% gestiegen ist.

Es sieht ganz so aus, als würde die SPD in erster Linie für die schlechte und chaotische Regierungsarbeit der letzten 9 Monate bestraft, was ungerecht erscheint.

Bedenkt man aber, dass sich ihr Parteichef Gabriel während der Flüchtlingskrise wesentlich loyaler gegenüber der Kanzlerin verhalten hat, als viele Unionsabgeordneten und schon gar der Parteichef der CSU, Horst Seehofer, lässt sich nachvollziehen, dass Sigmar Gabriel sowohl für seine Person, als auch für die SPD einen äußerst schlechten Schnitt bei den Wählern gemacht hat.

Loyalität war wohl nicht der richtige Weg?

Die Kanzlerin, die hinter vorgehaltener Hand inzwischen als „Parteien-Killerin“ bezeichnet wird, weil für ihre Politik nicht nur Minister der eigenen Fraktion bestraft, sondern eben auch ganze Parteien von den Wählern abgewatscht werden, wie man vor der SPD auch bei der FDP feststellen konnte, schien bisher das beste politische Desodorant zu haben, aber auch das ändert sich gerade.

Der Fisch fängt tatsächlich an, vom Kopf zu stinken.

Die Affäre Böhmermann und der Türkei-Deal haben das überdeutlich werden lassen.

Merkel rutscht als beliebteste Politikerin trotz massiver medialer Unterstützung immer weiter ab.

Seit Wochen liegt sie hinter dem kantigen und kauzigen Finanzminister, was für eine ehemalige Vorzeige-Politikerin schon etwas heißen will.

Die Differenziertheit der Bewertung durch die Wähler könnte größer nicht sein, denn an der Spitze steht mit 70% in der Wählergunst, Frank Walter Steinmeier, der ausgerechnet der Partei angehört, die hier am meisten abgestraft wurde, der SPD!

Das Volk urteilt differenziert und weise

Im Augenblick wirkt es fast so, als wäre das Wählervolk wesentlich intelligenter und in seinem Urteil differenzierter, als in den letzten Jahren.

Denn es ist dabei ein neues Gleichgewicht in der Politik einzuziehen, in dem die etablierten Parteien eine recht unangenehme Konkurrenz bekommen.

Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit von Politikern scheinen wieder mehr honoriert zu werden, was man an den guten Werten von Steinmeier und Schäuble erkennen mag.

Auch die AfD, die in der politischen Landschaft mehr oder weniger herumdilettiert, zeigt sich wenigstens ehrlich und übertüncht die eigenen Widersprüche, ob unfreiwillig oder nicht, eben nicht.

Die AfD zeigt sich mit ihren unausgegorenen Positionen extrem angreifbar und obwohl sie jede Woche von den Leitmedien genüsslich filetiert wird, wachsen damit die Solidarisierungseffekte bei den Wählern.

Was ist passiert?

Merkels Deal mit einem türkischen Autokraten hat der EU zwar praktisch eine ganze Reihe von unangenehmen Problemen abgenommen, aber er zerstört die moralische Glaubwürdigkeit der Kanzlerin.

Dazu kommt, dass viele Wähler der Kanzlerin nicht mehr abnehmen, dass sie einen Plan hatte, als sie die Grenzen für die Flüchtlinge öffnete.

Rein in die Kartoffeln und raus aus den Kartoffeln, das hat mehr geschadet, als eine Konsequente Linie in der einen oder anderen Richtung.

Hätte Merkel ihr Credo für die Flüchtlinge aufrechterhalten, wäre es vermutlich besser für sie gelaufen.

So ist sie zur Haremsdame des türkischen Sultans geworden und hat die EU der Anrüchigkeit ausgeliefert. So etwas verzeihen viele Leute nicht.

Dann schon lieber die AfD mit klarer Kante, auch wenn diese äußerst ungehobelt ist.

Wenn die EU schon keine Würde mehr zeigt, dann wenigstens die Nationalstaaten.

So scheinen es immer mehr Deutsche zu sehen und finden sich in ihrer Ratlosigkeit am ehesten bei der AfD wieder, die ebenfalls extrem ratlos wirkt.

Zur Illustration reicht ein Beispiel, dass aus dem Grundsatzprogramm der Partei entnommen ist.

Die AfD richtet sich darin gegen den Islam in Deutschland.

Gemeint sei aber nach Auskunft des Vorstandes der politische Islam.

Frage: „Warum formuliert man es nicht so, sondern schreibt Islam?“

Antwort: Keine.

Sind die AfDler nun für radikale Sekularität oder sind es neue Kreuzritter im eigenen Land?

Wie auch immer.

Die AfD ist eine klassische Protestpartei, was schon an ihrem Namen zu erkennen ist.

Alternative für Deutschland spielt auf Merkels alternativlose Politik an.

Sie ist somit ein Symptom der Erosion der etablierten Parteien, nicht mehr und nicht weniger.

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 07. Mai 2016 um 02:40 Uhr  

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