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Gedanken zur gestörten Einheitsfeier unserer Elite in Dresden

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Gerade das Heute-Journal angeschaut.

Der Bericht über die gestörten Feierlichkeiten in Dresden war gespickt mit Botschaften des Erschreckens und der Empörung über die paar Bachmann-Leute, die dort ihren Unmut gegenüber dem Berliner Politik-Establishment zeigten. Es traf Claudia Roth genauso wie Angela Merkel und den Bundespräsidenten. Tillich distanzierte sich und Lammert hielt eine empörte Rede.

Der Bericht des Heute-Journals ließ allerdings auch kritische Töne zur massiven Abschirmung der Politik-Elite gegen das Volk durch und war auf diese Weise einmal ein wenig ehrlich. Unsere Politiker fürchten sich anscheinend ganz entsetzlich vor den Anfeindungen ihrer Bürger und heute vor ein paar Bachmann-Leuten mit Trillerpfeifen. Meines Wissens flog kein einziges faules Ei.

Ich frage mich ernsthaft, was die Amtsträger, die sich heute angepöbelt sahen, obwohl eigentlich nur das übliche gerufen wurde, nach dem Motto „Merkel muss weg“, überhaupt noch von demokratischen Protesten halten? Die Dresdener Polizei musste sich fast rechtfertigen, dass sie den Theaterplatz nicht räumen ließ und fügte entschuldigend hinzu, dass das Verhalten der fünfhundert Demonstranten durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sei. Warum müssen die das unseren Spitzenpolitikern und Medienleuten erklären?

Als ich vorhin die Rede von Norbert Lammert hörte, der die Demonstranten als „menschenverachtend“ und „unpatriotisch“ bezeichnete, lief es mir eiskalt den Rücken herunter. Ich habe nicht unbedingt ein besonders gutes Gedächtnis, aber mein Gedächtnis ist irgendwie zeitlos. Viele Dinge, die vor vierzig Jahren passiert sind, kommen mir noch so vor, als wäre es gerade erst passiert. Lammerts Ansprache erinnerte mich an den „langhaarigen Penner“, den man mir in den siebziger Jahren aus dem konservativ-kleinbürgerlichen Lager entgegengehalten hat, an das „wenn es Dir nicht passt geh doch nach drüben, Du langhaariger Affe!“ Ich erinnere mich noch an vieles mehr und dachte, dass dieser Umgang mit politischen Gegnern inzwischen überwunden ist. Mangelnder Patriotismus war damals ein typischer Vorwurf, gegen uns junge Linke, die sich mit dieser „konservativ-vermachteten Bundesrepublik“ nicht abfinden wollten, die gegen das Establishment protestierten.

Heute kommt dieser Vorwurf von denen, die es eigentlich besser wissen müssten. Gabriel (Siggi Pop), der die Dresdener Pegida als „Pack“ bezeichnete und auch Lammert, der diese Leute auf die unterste moralische Stufe schiebt und sie damit vom politischen Dialog quasi ausschließt.

All das erinnere ich lebhaft aus der Kulturrevolution der Siebziger und den Achtzigern, wo wir als Chaoten galten, von den Rechten, der Springer-Presse, bis zur Entmenschlichung, beschimpft wurden, aber nicht vom Spiegel, nicht von den Grünen und nur selten von der SPD.

Heute hetzen Spiegel und SPD, Grüne und Union gemeinsam gegen die neue Protestbewegung und stellen sie auf die unterste Stufe des Menschlichen, sich selbst dagegen auf die höchste Treppe des Moralischen.

Warum kann unser Establishment, das doch überwiegend in der intensiven Demokratiephase der Bundesrepublik groß geworden ist, eine Protestkultur von rechts heute nicht ertragen?

Warum müssen sich unsere Politiker heute in Dresden von 2600 Polizisten vor ein paar Trillerpfeifen beschützen lassen und fühlen sich dennoch zutiefst beleidigt?

Warum müssen sich Merkel und Co zusammen mit Claudia Roth und all den anderen vom Berliner Mitte-Links-Kartell aneinander wärmen und sich als moralisch überlegene Klasse darstellen, während draußen noch nicht einmal „langhaarige Affen“ oder Skinheads demonstrieren, sondern einfach nur stark rechts eingestellte Bürger?

Im Heute-Journal jedenfalls wurde darauf hingewiesen, dass nur 4500 Pegida-Leute in Dresden demonstrierten und 450 000 Menschen feierten. Dann wäre doch eigentlich alles in Ordnung, oder?

Natürlich wird dabei ausgeblendet, dass die AfD inzwischen auf dem Weg zur Zwanzig-Prozent-Protestpartei ist. Natürlich wird dabei nicht erwähnt, dass Merkels Politik bei der Mehrheit der Deutschen keine Zustimmung mehr findet.

Schließlich wird übersehen, dass überall in Europa rechte Protestparteien aus dem Boden schießen und dabei sind Regierungen zu stellen. All das will man heute in Dresden nicht hören. Deshalb sind die Trillerpfeifen durchaus gerechtfertigt, auch wenn sie von den Bachmann-Leuten kommen, die niemand so richtig leiden kann.

Seltsam, aber ich kann mich, angesichts des moralischen Donners, der durch die Medien und etablierte Politik grollt, plötzlich sogar mit den Pegida-Leuten und der AfD identifizieren. Denen spricht man jede Affinität zur Demokratie, zur Rechtsstaatlichkeit und zur Moral ab, genau wie uns damals all das abgesprochen wurde!

In Wirklichkeit ist das Arroganz, gepaart mit einer panischen Angst vor dem Machtverlust!

In diesem Sinne halte ich den heutigen Tag, an dem man unserer arroganten Elite die „Selbstbefeierung“ gründlich versaut hat, für einen sehr erfolgreichen Tag und freue mich darüber.

Trotzdem beherrbergt unsere Familie, die aus Deutschen, Ukrainern und Russen besteht, weiterhin gern Syrer und wir halten sie für arme Opfer des westlichen Interventionismus, dem auch unsere Bundesregierung weiterhin mit der Macht einer Megakoalition und eines Mitte-Links-Kartells weiterhin hinterherläuft.

Ich mag die Syrer, aber ich mag Merkel nicht und all die anderen, die der Meinung sind, dass sie die Deutschen vor vollendete Tatsachen einer falschen Politik stellen dürfen, ohne zurücktreten zu müssen.

Ich hätte in Dresden nicht Volksverräter gerufen. Die Dresdener aber dürfen das, insbesondere, wenn an einem Montag die bundesdeutsche Elite ihre Macht in dieser Stadt der Einheit demonstrieren will.

Meine Rufe wären einfach und nicht beleidigend gewesen. „Rücktritt!“ hätte ich gerufen, immer wieder „Rücktritt!“

Genau wie in den Siebzigern sehe ich mich als Teil einer Protestbewegung, mit der ich mich nicht vollständig gemein mache. Denn auch damals, als Linker, wusste ich, dass die DDR eine Diktatur ist. Das hat mich aber nicht davon abgehalten, unser rechtes Establishment zu bekämpfen und gegen die ehrenvoll ergrauten Nazis in Amt und Würden zu protestieren.

Auch heute habe ich etwas gegen die undemokratische Politik der Bevormundung des deutschen Volkes durch einen machtgewohnten politisch-ökonomischen-medialen Komplex an dessen Spitze die Strohpuppe Merkel steht.

Solange die AfD gut dafür ist, diese Leute zu bekämpfen, solange wähle ich AfD und sympathisiere auch mit rechten Bürgern, die ein Wörtchen mitreden wollen, wenn es um Festlegungen des Landes für die nächsten fünfzig Jahre geht. Ja, gemeint ist die Ideologie der multikulturellen Gesellschaft, gemeint ist die Zentralisierung Europas in Brüssel und Berlin und die demokratische Entmachtung der Bürger. Letztlich ist der unkritische Vollzug der Globalisierung als Ideologie gemeint, der sich in neoliberaler Manier, gegen die Bürger in unserem Land richtet. Die paar Syrer stören mich nicht, wohl aber die massiven kulturellen Verschiebungen und der damit verbundene gesellschaftliche Strukturverlust, die uns übergeholfen werden sollen.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 04. Oktober 2016 um 14:41 Uhr  

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