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Verarmung als neuer Megatrend?

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Heute ist Weltarmutstag in den Medien.

Selten so viel über die Verarmung der Weltbevölkerung an einem Tag gelesen, wie heute.

Diese statistischen Fakten beeindruckten mich besonders.

Der „Global Wealth Report 2016“ der Schweizer Großbank Credit Suisse stellt fest, dass man keinen Vermögenszuwachs der Weltbevölkerung mehr feststellen könne, also Stagnation herrsche. Die selektiven Zuwächse, beispielsweise bei den Vermögen der Deutschen beruhen in erster Linie auf gestiegenen Immobilienpreisen. Wenn man hier das Risiko einer Immobilienblase einrechnet, kann sich auch der Vermögenszuwachs der Deutschen, die durchschnittlich 185 000 Dollar an Vermögen besitzen und somit 2,4% mehr als im letzten Jahr, schnell umkehren.

Auf ganz Europa bezogen gehört man allerdings schon zur reichen Hälfte der Gesellschaft, wenn man über 11 319 Dollar an Vermögen besitzt. Das ist ein deutlicher Abfall im Verlauf der letzten Jahre, rund 34% weniger als 2007.  Weltweit ist die Vermögensgrenze für die reichere Hälfte auf 2220 Dollar gesunken. Vor wenigen Jahren lag diese Grenze noch bei 3248 Dollar.

Eurostat veröffentlicht regelmäßig die Einkommensentwicklung der europäischen Bevölkerung und hat hier auch einen Vergleich zwischen 2007 und 2015 parat. In fast allen europäischen Ländern (Grafik) ist das Armutsrisiko deutlich gestiegen, in Deutschland hat es sich seit 2007 verdoppelt. Insbesondere die Menschen, die trotz Arbeit arm bleiben und ihr Armutsrisiko für die Zukunft auch nicht mindern können (die so genannten Working Poor) haben sich in Deutschland von 4% auf 7,1% erhöht. Dies ist nicht die Gesamtzahl der Menschen mit erhöhtem Armutsrisiko, die in Deutschland im Bereich von an die zwanzig Prozent liegt, sondern nur derjenigen, die eine vollwertige Arbeit haben. Bei Leuten, die überhaupt eine Arbeit haben sind es 10% mit massiv erhöhtem Armutsrisiko. Europaweit liegt das Armutsrisiko bei annähernd 25% der Bevölkerung, die davon bedroht ist, ein Wert, der sich stetig erhöht.

Schwer zu sagen, wie unsere politischen Meinungsbildner dazu kommen, den ausgeprägten politischen Trend nach rechts in Europa nicht auf die zunehmende Verarmung der Bevölkerung in der EU zurückzuführen.

Selten ließ sich so klar nachvollziehen, wie die Verarmung der Bevölkerung die Glaubwürdigkeit Europas und unserer neoliberalen Demokratien beschädigt hat. Kaum zu übersehen ist die Tatsache, dass Konservativismus, Nationalismus und Ablehnung von Migration und kulturellen Verschiebungen in den Gesellschaften durch Zuwanderung so klar mit der Verarmung europäischer Bevölkerungen einhergehen.

Man fragt sich, mit welcher Legitimation und Argumentation unsere EU-Eliten noch Machtzuwächse für Brüssel fordern, die neoliberale Demokratie weiter als „must“ der Globalisierung darstellen und ihre Politik auch heute noch gegenseitig schulterklopfend absegnen.

Einfach absurd!

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 23. November 2016 um 15:56 Uhr  

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