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Warum die Linken überall ihre Meinungshegemonie verlieren

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Fast panisch wird inzwischen auf die zunehmenden Erfolge der Rechten in Europa reagiert.

Dabei dämonisiert man rechtspopulistische Parteien so, als hätten sie sich selbst nur unter Mitwirkung des Teufels (manche sagen Putins) erschaffen und stünden nun plötzlich und unvermittelt im Raum, wie Mephisto in der Studierstube des Dr.Faustus.

Ganz so ist es aber nicht.

Die Rechten in Europa sind eine Folge linker Politik. Sie haben die Glaubwürdigkeitslücke der Mächtigen und Meinungsmacher entdeckt, die darin besteht, dass einerseits die Lebens- und Arbeitsverhältnisse in Europa immer schlechter werden, je mehr die Politik den Unternehmen und nicht ihren Mitarbeitern in die Hände spielt und andererseits ein Heer von linksstämmigen Etablierten seit Jahren moralische Forderungen unter das Volk streut, die im eigentümlichen Gegensatz zu den härter werdenden Lebensverhältnissen der einfachen Menschen stehen.

Der Kampf, der in Frankreich um die Einführung von Arbeitsmarktreformen entbrannt ist, die sich am deutschen Modell orientieren sollen, zeigt, wie eingreifend der Abbau von Arbeitnehmerrechten und die Schwächung der Gewerkschaften bei unseren Nachbarn empfunden werden. Jedes Gesetz das hier implementiert werden soll, wie aktuell das Loi Travail der Regierung Hollande, wird mit massiven, teils gewalttätigen Demonstrationen beantwortet.

Die Franzosen wissen sehr wohl, wie sehr die Agenda 2010 in Deutschland, die Lebensverhältnisse von Arbeitern und Angestellten beeinflusst hat. Sie wehren sich gegen das, was in Deutschland längst Realität ist, die Entmachtung der Arbeitnehmer, die nicht einmal die Möglichkeit haben, Stellenangebote auszuschlagen ohne in die Mühle der HartzIV-Repression zu geraten.

Zusammen mit dieser Repression auf dem Arbeitsmarkt gab es in den letzten Jahren einen regelrechten Feldzug der Linken, der sowohl von Brüssel als auch von Berlin aus geführt wurde, in dem der Bevölkerung plötzlich alle linken Tugenden auf einmal übergeholfen werden sollten. Vom gesunden Nichtraucherdasein ohne Fett, über das Gendermainstreaming bis hin zur Toleranz gegenüber allen Minderheiten, die als Wahlklientel vor allem von Parteien links der Mitte entdeckt wurden.

Man hatte stellenweise das Gefühl, dass der genormte Mensch entstehen sollte, devot auf dem Arbeitsmarkt und gut erzogen durch politische Korrektheit.

Diese Gemeinschafts-Kampagne von Neoliberalen und Moral-Linken hat die Bevölkerung in die Opposition getrieben, für die es nur noch einen heißen Funken brauchte, damit die Stimmung nachhaltig kippte. Dieser Funke war ein Feuerwerk und kam massenweise über Europa. Es war die Flüchtlingskrise, die aus den Deutschen mit einem Schlag zwar unterdrückte, gehemmte und repressierte aber unendlich gutmütige Bürger machen sollte.

Diese Intention, mit einem Unfall der Geschichte verbunden, den die Flüchtlingskrise in Deutschland darstellt, ist auf breiter Front gescheitert.

Plötzlich hatten die meisten Leute die Nase voll von Merkel und ließen sie es spüren.

In Frankreich gibt es eine Bevölkerung, die sich weniger scheut ihre eigenen Interessen gegen die Erziehungswut ihrer Eliten und der europäischen Union zu vertreten. Die wählen zur Not auch Marine LePen, die einen Wahlkampfslogan entwickelt hat, der aktuell geradezu unwiderstehlich ist. Sie wiederholt in ihren Reden sinngemäß, dass sie Frankreich seine Freiheit zurückgeben wird. Sie habe es satt, zuzusehen, wie französische Politik in Brüssel und Washington gemacht werde.

Bumm! Das trifft auch den Kern unserer Politik. Auch deutsche Politik wird in Washington und Brüssel gemacht.

Das Hauptproblem aber liegt in dem Machtkartell von Neoliberalen und Linken, die sich in Deutschland zu einem Mitte-Links-Block zusammengeschlossen haben und ihre repressive Politik gegen die einfachen Menschen eben auch in ganz Europa durchsetzen wollen.

Natürlich kann man argumentieren, was Austerität mit Gendermainstreaming zu tun hat. Auf den ersten Blick gibt es keinen Zusammenhang. Der Zusammenhang liegt einzig und allein im „Agenda-Setting“ unserer Medien und Politiker, das die Kritik an der unsozialen Europapolitik der Bundesregierung permanent mit moralisch aufgeladenen Forderungen an die Bevölkerung überdeckt. Eine Manipulation die seit Jahren stattfindet und vom eigentlichen Umbau der Gesellschaft in eine eben „nichtsoziale Gesellschaft“ ablenkt. Dafür ist die Homo-Ehe allemal gut und die Flüchtlingskrise schien es zunächst auch zu sein.

Die Verweigerung der Antwort auf die soziale Grundfrage der Gerechtigkeit und des Machtgleichgewichtes auf dem Arbeitsmarkt liegt in Frankreich in der Luft und bescherte uns in Deutschland eine starke AfD. In Italien wird die Neuwahl nach dem Rücktritt Renzis noch eine Weile herausgezögert, weil jeder weiß, dass dann die Partei von Pepe Grillo und die rechte Lega Nord die Wahl gewinnen werden.

Das Ende der linken Hegemonie, das wir derzeit beobachten, ist ganz allein Schuld der Linken in Europa. Sie haben es verdient und der Rechtsruck wird weitergehen. Die Linken in Europa sind in Wirklichkeit nach rechts gerückt und nun werden sie von der Bevölkerung weit rechts überholt.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 15. Dezember 2016 um 18:14 Uhr  

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