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Nicht die Demokraten, sondern die Falken stehen gegen Trump!

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Am 19. Januar findet der Amtsantritt des amerikanischen Präsidenten Donald Trump statt.

 

Schon jetzt wird daran gearbeitet, seine Präsidentschaft unmöglich zu machen.

Wer sich an der internationalen Kampagne, gegen den gewählten amerikanischen Präsidenten beteiligt, sollte sich überlegen, an wessen Seite er gegen Donald Trump kämpft.

Viele Leute denken, sie seien damit automatisch auf der Seite der „Guten“, der toleranten, friedliebenden und liberalen Demokraten. Das „Feindbild Trump“ ist zu einer Art Konsens unter den westlichen „Demokraten“ geworden und die Übersteigerungen der Gefährlichkeit Trumps finden sich derzeit in der medial breit getretenen Behauptung des CIA, er sei eine Art Instrument in den Händen Putins.

Kaum einer stellt sich dabei die Frage, wie gefährlich eigentlich die Trump-Gegner sind?

An wessen Seite steht man also, wenn man sich lautstark und öffentlich gegen Trump empört.

Bereits auf dem Höhepunkt des Wahlkampfes hat die amerikanische „Daily Beast“ eine Liste von Republikanern veröffentlicht, die sich gegen Trump ausgesprochen haben und ins Clinton-Lager übergewechselt sind.

Die Liste liest sich ganz überwiegend wie ein „Who is Who“ der amerikanischen Falken. Wenn die für Hillary Clinton waren, hätte uns mit dieser Präsidentin vor allem eines erwartet: Krieg.

Die spärlichen Personenbeschreibungen der „Daily Beast“ habe ich in der übernommenen Liste durch gezielte Recherchen ergänzt. In der Zusammenschau ergibt sich das Bild einer neokonservativen Kriegspartei, die sich hinter Clinton gescharrt hat und auch immer noch das Scheitern der Präsidentschaft Trumps betreibt.

In der amerikanischen Politik gibt es eine breite „Bipartisan-Bewegung“, die vor allem von den Mächtigen der Finanzwelt, der Rüstungsindustrie und der Interventionisten über die Parteigrenzen hinweg betrieben wird. Hier liegt die eigentliche Gegnerschaft für den gewählten Präsidenten Trump. Ob man diese Leute gegen Trump unterstützen sollte, halte ich für sehr fraglich.

Im Folgenden die Liste der Daily Beast(auszugsweise):

Brent Scowcroft Alter Politikberater für republikanische Präsidenten. Lobbyist für die Firma Lockheed Martin (Kampfflugzeuge und Hubschrauber)

Henry Paulson Jr schwerreicher Goldman Sachs-Banker und ehemaliger Finanzminister der Regierung Bush

Richard Armitage Stellvertretender Außenminister unter George W Bush. Extrem aggressiver Hawk (ehemaliger Marine General), der unter anderem Pakistan damit gedroht haben soll, es in die Steinzeit zurück zu bomben. Er dementierte diese Äußerungen später. Enge Vernetzung mit Condoleeza Rice, mit der er die Wahlkampagne 2000 in außenpolitischen Fragen beraten hatte. Diese Beratergruppe unter Rice Führung nannte sich  “The Vulcans”. Außerdem mit von der Partie waren

Richard Armitage, Robert Blackwill, Stephen Hadley, Richard Perle, Dov S. Zakheim, Robert Zoellick and Paul Wolfowitz, and Wolfowitz protégé, Scooter Libby. Other key campaign figures including Dick Cheney, George P. Shultz and Colin Powell hatten enge Verbindungen zu der Gruppe. Die Beratung  durch diese Gruppe für den außenpolitisch unerfahrenen Bush war eine Art Omen. Vulkan war der Gott des Feuers und der Metallverarbeitung. Ein Jahr nach der Wahl Buschs brachen die Metallkonstruktionen des World Trade Centers unter dem brennenden Kerosin der Anschlagsflugzeuge in sich zusammen. Die als aggressiv imperialistisch geltenden Politiker, die bekannter Weise im State Department das Heft in der Hand hielten, sahen nun die Gelegenheit ihre militärische Expansionspolitik unter dem Namen Krieg gegen den Terror durchzusetzen.

Auf der schwarzen Liste des amerikanischen State-Departement standen damals mehr als 60 Staaten, darunter auch Deutschland. (Auskunft von Joschka Fischer aus dem Buch “I am not convinced.”)

Eingefügt aus <https://en.wikipedia.org/wiki/The_Vulcans>

Ken Adelman sehr interessante, politische Persönlichkeit und Schakespeare-Spezialist, der den Irak-Krieg Bushs mit einer Passage aus Shakespears Othello begründete  und seine Zustimmung zum Irakkrieg im Jahr 2006 öffentlich schwer bedauerte. Er wendete sich dabei von der Bush-Administration und insbesondere von seinem früheren Weggefährten dem Verteidigungsminister Bushs, Donald Rumsfeld, ab und bedauerte, als Republikaner,  dass dieser Krieg “just breaks your heart”,, warf dem Team um Bush schwere Inkompetenz vor. 2008 engagierte er sich ebenfalls als Republikaner gegen John McCain und für Barak Obama.

“Granted, McCain’s views are closer to mine than Obama’s. But I’ve learned over this Bush era to value competence along with ideology. Otherwise, our ideology gets discredited, as it has so disastrously over the past eight years” Eine bemerkenswerte Aussage, die auch erklärt, dass er sich 2016 eher für Hilary Clinton, als für Donald Trump einspannen ließ. Insgesamt eine politisch stimmige Persönlichkeit, die schon unter Reagan als  Director of the U.S. Arms Control and Disarmament Agency diplomatisch tätig war.

Eingefügt aus <https://en.wikipedia.org/wiki/Kenneth_Adelman>

Dr. Patrick Cronin wird als ehemaliger Leiter von USAID unter der Bush-Administration vorgestellt. Tatsächlich aber ist er ein hochaktiver Administrator im Bereich Defense und Stratege im Kampf um die Vormacht Amerikas im Asien-Pazifik-Raum. Er  leitet das Asia-Pacific- Security-Program des CNAS und ist Senior Advisor. Er leitete auch das

Institute for National Strategic Studies (INSS) at the National Defense University, where he simultaneously oversaw the Center for the Study of Chinese Military Affairs. Im Prinzip reicht ein Überblick über die publizistischen Aktivitäten Cronins und die Stoßrichtung des CNAS (Center for a New American Security) ist der Cyberwar und die hybride Kriegsführung, was dem Think-tank unter der Obama Administration hohe Reputation brachte. Viele Mitglieder der CNAS machten als Berater bei Obama Karriere. Es bestehen enge Verbindungen zum militärisch industriellen Komplex und zum Pentagon. Hillary Clinton hat mehrfach Auftritte bei CNAS gehabt. Trump wird vor allem verübelt, dass er die hohen Rüstungsausgaben und die Gewinne der Rüstungsindustrie kürzen wolle, was auch auf der Seite des CNAS deutlich gemacht wird. Der Wechsel des Republikaners Cronin zum Unterstützer Clintons ist also kein echter Wechsel sondern folgt seiner eingeschlagenen Karriere als Sicherheitsberater und natürlich den Interessen des CNAS , des Pentagon und der amerikanischen Rüstungsindustrie. Interessant auch die Frage, wie ein so aktiver Politikberater und Administrator einen Eintrag bei Wikipedia vermeiden konnte?

Eingefügt aus <https://www.cnas.org/people/patrick-m-cronin>

Philip Levy Ökonom mit Schwerpunkt Globalisierung, der in der Bush Administration beratend in ökonomischen Fragen tätig war und auch Mitglied im Planungsstab von Rice war: Member of Secretary of State Rice’s Policy Planning Staff, covering international economic matters. Derzeit in politischer Warteposition im Chicago Council of Global Affairs, ein Think Tank der sich unter anderem für Waffenlieferungen an die Ukraine einsetzt, damit das Land seine Unabhängigkeit gegenüber Russland militärisch verteidigen könne. Liegt voll auf Clintons Linie und wechselte dementsprechend nur scheinbar die politische Seite mit den Worten:

“Never Trump and I meant it. If Secretary Clinton is the only viable alternative, I would expect to support her.”

Eingefügt aus <http://www.thedailybeast.com/articles/2016/07/25/the-biggest-gop-names-backing-hillary-clinton-so-far.html>

Eingefügt aus <https://www.thechicagocouncil.org/expert/phil-levy>

Tony Fratto unwichtiger stellvertretender Pressesprecher mit einer kleinen politischen Hausse während der Bush-Administration. Jetzt in einem Think Tank namens Hamilton Place Stategies, als Partner,  in politischer Warteposition.

Kori Schake Beraterin im Umfeld von Condoleeza Rice begonnen, hat Karriere in der Bush-Administration gemacht.  Sie war Director  for Defense Strategy and Requirements on the National Security Council. Zuvor in den Neunzigern ebenfalls außenpolitische Erfahrungen und Mitarbeiterin im Pentagon. Insbesondere hat sie  als Desk Officer in the Joint Staff’s Strategic Plans and Policy Division (J-5) des Verteidigungsministeriums und der Nato an militärischen Fragen der deutschen Wiedervereinigung mitgearbeitet. Sie organisierte auch die Kampagne für John McCain 2008, galt als offizielle Clinton-Gegnerin, war aber gleichwohl eine scharfe Kritikerin des außenpolitischen Kurses von Obama, der ihr militärisch zu defensiv war. Damit lag sie voll auf der Linie ihrer Gegnerin Clinton.  Ihr Bekenntnis zu Clinton wurde öffentlich als Sensation dargestellt, verwundert aber wegen der hohen politischen Übereinstimmungen in der Außenpolitik und der Nähe zum Militär nicht im geringsten. Ihre Schwester war Chefberaterin von Michele Obama. Aktuell befindet sich Schake in politischer Warteposition im Hoover Institute (research fellow)

http://www.politico.com/story/2016/06/kori-schake-vote-hillary-clinton-224841

Jim Cicconi scheidender Top-Lobbyist des amerikanischen Telekommunikationskonzerns AT & T. Hat bereits Erfahrungen in der Beratung der Bush-Administration gesammelt. Hoffte offensichtlich auf eine Position im favorisierten Clinton-Team, da sein Vertrag mit AT&T im September 2016 endete. Hat sich verkalkuliert, keine politische Karriere mehr zu erwarten.

https://en.wikipedia.org/wiki/James_W._Cicconi http://thehill.com/policy/technology/291010-top-att-policy-exec-to-retire

http://stopthecap.com/2016/08/11/jim-cicconi-head-next/

Alan Steinberg Umweltbeauftragter unter der Regierung Busch, der in New York mit Senator Clinton gut zusammenarbeitete, aber ansonsten ein konservativer Republikaner ist. Kaum außenpolitische Ambitionen, aber lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:

“I had direct substantial interaction with Clinton, because she often would pick up the phone herself to call me. … Unlike President Barack Obama, Clinton was willing to work closely with Republican members of the House of Representatives and the Senate to achieve bipartisan goals. This was confirmed for me in conversations I had with my closest friend in the New York state Republican congressional delegation, then-Rep. Jim Walsh, who represented the Syracuse area.”

Eingefügt aus <http://www.nj.com/opinion/index.ssf/2016/10/im_a_reaganite_conservative_who_served_under_gov_w.html>

Doug Elmets Alter Republikaner aus der Reagan-Ära. Hat verschiedentlich auch Demokraten mit Spenden unterstützt und meint, dass er bisher nie einen Demokraten gewählt habe. Clinton würde die Erste werden – wegen Trump.

http://edition.cnn.com/2016/05/31/politics/hillary-clinton-republican-supporters/

https://www.gop.com/doug-elmets-not-really-a-republican/

Max Boot “Einer der größten Falken unterstützt Clinton vor Trump:”

Max Boot is a senior fellow at the Council on Foreign Relations and one of the most prominent conservative foreign policy intellectuals in America. He has advised the John McCain and Mitt Romney campaigns on foreign affairs; he is currently advising the Marco Rubio campaign.

Eingefügt aus <http://www.vox.com/2016/3/1/11141308/donald-trump-hillary-clinton-max-boot

In September 2012, Boot co-wrote with Brookings Institution senior fellow Michael Doran a New York Times op-ed titled “5 Reasons to Intervene in Syria Now”, advocating U.S military force to create a countrywide no-fly zone reminiscent of NATO‘s role in the Kosovo War.

Eingefügt aus <https://en.wikipedia.org/wiki/Max_Boot>

Boots Unterstützung für Clinton ist einer fast identischen außenpolitischen Einschätzung und Ideologie mit der gescheiterten Präsidentschaftskandidatin geschuldet.  Mit Trump hat das relativ wenig zu tun, eher mit der neokonservativen Gemeinsamkeit von Republikanern und Demokraten. Ein echter Bipartisan oder Nonpartisan, wie man will.

“he is associated with top neoconservatives such as William Kristol and Eliot Cohen.”

Eingefügt aus <http://www.vox.com/2016/3/1/11141308/donald-trump-hillary-clinton-max-boot>

Peter Mansoor Er war die rechte Hand von General Petraeus im Irak-Krieg und schrieb mehrere Bücher über diese Zeit. Er hat militärhistorische Ambitionen und ist politisch im neokonservativen Think-Tank Council on Foreign Relations als Senior Mitglied engagiert.

Tom Nichols Militärexperte hält Clinton für einen weit plausibleren Commander in Chief, als Trump. Professor am Naval  War College und Spezialist für die ehemalige Sowjetunion. Kritiker des Raketenabwehrschildes in Europa, schrieb viel über die Fragen der atomaren Strategien seines Landes.

Marc Andreesen Netscape-Gründer und Silicon Valley Größe unterstützte Obama 2008 und unterstützte Clinton als zweite Wahl gegen Trump. Eigentlich kein Republikaner.

Dan Akerson Der ehemalige Marine-Offizier und Ex-CEO von General Motors hat gleich zwei gewichtige Gründe für Clinton zu stimmen. Erstens ist GM mit seiner Verlagerung von Werksteilen nach Mexiko unter massiven Beschuss von Donald Trump geraten, der mit saftigen Import-Zöllen drohte, zweitens sitzt der ehemalige CEO im Board der US Naval-Academy, ein regelrechtes Nest der neokonservativen Falken.

http://www.usna.com/page.aspx?pid=249

Hamid Moghadam CEO von Prologis ein international agierender Logistik-Konzern mit Immobilien-Investmentsparte (Wall-Street pur), Emigrant aus dem postrevolutionären Iran. Republikaner mit diversen philanthropischen Aktivitäten.

Mike Fernandez Health-Care Magnat aus Florida, der Jeb Bush 2016 in der Nominierung zur Präsidentschaftskandidatur unterstützte. Als dieser chancenlos blieb, ließ sich Fernandez, einer der größten Geldgeber der Republikaner in Florida, von Obama für die Demokraten gewinnen. Ausschlaggebend schien eine  Reise nach Kuba zusammen mit dem Präsidenten gewesen zu sein, in der Fernandez an der Normalisierung der Beziehungen zu Kuba teilnehmen konnte. Danach erklärte er sich gegen Trump und für Clinton.

Arne Carlson Ehemaliger Gouverneur von Minnesota, der vielen Republikanern als zu liberal galt und dennoch oder deshalb 1994 gegen den demokratischen Kanidaten gewann. 2008 unterstützte er allerdings schon Obama bei der Präsidentschaftswahl – kein echter Republikaner mehr, der sich nun folgerichtig auf die Seite Clintons stellte.

Mark Salter Redenschreiber und zeitweise Leiter der Präsidentschaftskampagne von John McCain 2007. Salter war für das klassische neokonservative Profil McCains verantwortlich und kreierte seine teils stark aggressive und interventionistische außenpolitische Positionierung. Kein Wunder, dass Salter zu Clinton überlief.

Paul D. Ryan Sprecher der Republikaner im amerikanischen Repräsentantenhaus. Seine Abwendung von Trump hatte die größte öffentliche Wirkung. Tatsächlich ist Ryan ein klassischer neokonservativer Politiker mit starker zweiparteilicher (bipartisan) Orientierung zwischen Republikanern und Demokraten. Er stimmte in Obamas Präsidentschaft konstant für höhere Verteidigungsausgaben und notfalls auch gegen seine Partei für Kriegseinsätze, aber auch für die Rettung von GM. Ryan ist eigentlich ein Anhänger des Laissez-Faire Kapitalismus. Er führte als Vize-Präsidentschaftskandidat die Kampagne mit Romney, die letzterer gegen Obama verlor.

Jeder sollte sich selbst überlegen, ob er sich mit solchen Leuten verbünden und ihre häufig manipulativen Versuche, die amerikanischen Wähler zu enteignen, tatsächlich unterstützen möchte.

Ich jedenfalls akzeptiere den gewählten amerikanischen Präsidenten und halte ihn eindeutig für die bessere Wahl, als Hillary Clinton.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 21. Januar 2017 um 17:00 Uhr  

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