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Ende der Fastenzeit ?

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Ende der Fastenzeit ?

 

Einerseits: Kein Mensch glaubt an gar nichts, sonst wäre er nicht Mensch.

Atheisten glauben an das Diesseits, die vermeintliche Realität, Agnostiker glauben daran, dass es zwar prinzipiell nichts zu glauben gibt im Hinblick auf eine jenseitige Realität, pochen jedoch auf ihre eigene, und Gläubige jedweder ethnischen Religionszugehörigkeit glauben an etwas, was ihnen kulturell, familiensoziologisch oder sonstwie eingeprägt bewusst oder unbewusst authentisch erscheint.

Manche glauben, dass der Kapitalismus pur letztendlich Gerechtigkeit bedeutet, viele glauben das nicht und finden sich, zumindest im 'Westen' Europas, parteipolitisch in der Mitte repräsentiert.

Marius Müller – Westernhagen hat das mal in einem Songtext persifliert – 'Ich glaube an die Deutsche Bank, denn die zahlt aus in bar-'. Manche beten im Kreis rasende Autolenker an, andere rennen am Wochenende in riesige Gebetsstätten und frönen dem sogenannten Fussballgott.

Alles in Ordnung.

"Aber es gibt unter den Gläubigen leider solche, die ihre Religion missbrauchen, um Konflikte zu säen, um zu morden. Und wir müssen anerkennen, dass von den sieben Milliarden Menschen eine Milliarde an keine Religion glaubt. Deshalb spreche ich davon, dass wir die menschlichen Werte ganz allgemein stärken müssen, ohne auf eine Religion zurückzugreifen. Wir alle sind Menschen, wir alle tragen das Potenzial in uns für Mitgefühl, und aus diesem Mitgefühl leitet sich die Fähigkeit ab, zu vergeben, tolerant zu sein, respektvoll.“

Letzeres ist vom Dalai Lama zitiert aus einem Interview mit GEO (Nr. 3, 2017, S. 48).

Auch eine Glaubensfrage ? Eher universell menschlich, denkt man an Kant's kategorischen Imperativ oder den in allen Religionen vereinten Grundkonsens der Humanität.

Andererseits:

'Wir sind keine Tiere', sagte ein Spieler des BVB nach der 'The Show must go on' – Entscheidung der UEFA zum einen Tag nach dem Bombenanschlag anberaumten Spiel gegen Monaco.

Und da hat er- ob Millionenverdiener oder nicht -, ideologiefrei gesehen völlig recht.

Ein 'Innehalten', wenigstens für eine Woche, ist anscheinend nicht mehr selbstverständlich in diesem, den Neoliberalismus pur als Fratze repräsentierenden Fussballfunktionärsmechanismus.

Hätte es Schwerverletzte oder gar Tote gegeben, wäre es sowieso dazu gekommen, allen 'Wir lassen uns unsere Lebensweise nicht nehmen' akklamierenden Phrasen zum Trotz.

Ein tagelanger Frühjahrssturm oder eine mögliche Viruserkrankung innerhalb der Mannschaft hätte zwingend ähnliche Konsequenzen gehabt.

Stattdessen, als ob Frederico Fellini vor ein paar Tagen im Dortmunder 'Circus Maximus' eine widerlich faszinierende Regiearbeit vorgeführt hätte: 'Morituri te salutant' der Gladiatoren vor zehntausenden Zuschauern und einigen CäsarInnen auf der Ehrentribüne.

Der entgrenzte Kapitalismus kennt halt keine Fastenzeit, noch nicht...

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 17. April 2017 um 18:14 Uhr  

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