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Altmaier's Tagebücher (40)

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Ich wusste es, auf diesen Brief – ein Brief (!) mit Briefmarke und Poststempel – aus meinem schönen Saarbrücken habe ich gewartet, gestern früh war er im Kasten:

'Sehr geehrter Herr Altmaier,

Für mich war die CDU immer die Partei der Freiheit, bodenständig und den kleinen Handwerkern wie mir zugewandt, aber auch liberal und sicher.

Dass sich das jetzt ändert wegen der Merkel und der SPD und diesem Schnulz, ist ein Skandal.

Ich hätte nie gedacht, dass es mal soweit kommt.

Den Grünen und Oskar Lafontaine habe ich alles zugetraut.

Dass Sie das jetzt mitmachen, ist ein Skandal.

Ich will nicht heiraten.

Gisela und ich haben ausdrücklich vor 15 Jahren vereinbart, dass wir wegen der Steuern den ganzen Betrieb an Maria Obermeier, ihre Schwester in Zweibrücken überschreiben.

Das war alles ganz glasklar.

Mein Steuerberater, Herr Doktor Felix Winterfels meinte das auch.

Da gibt es ganz sichere Unterlagen darüber.

Die kann ich Ihnen und Frau Merkel auch gerne schicken.

Es ist ein Skandal, dass ab nächste Woche jeder heiraten muss.

Es geht doch nur wieder um Überwachung des kleinen Manns.

Mein Onkel Ewald will auch nicht heiraten, wen denn auch mit 97 Jahren?

Er ist das ganze Leben ohne Heiraten ausgekommen, meine Güte.

Meine Freiheit ist immer die Freizeit des anders Denkenden,wollte Ihnen mein Neffe mit Emaill schreiben.

Ich mache das selbst, Jonathan, sagte ich ihm und so schreibe ich das auch.

Bauen Sie mal einen Betrieb hier im Saarland auf vor 46 Jahren, und dann wollen alle was. Nicht mit mir.

Mein Gartenfliesenbetrieb ist und bleibt mein Werk von Gisela und mir, auch ohne Hochzeit.

Ehe für alle, Frechheit.

Wen heiraten Sie denn, Herr Altmaier, haben Sie darüber schon mal nachgedacht?

Mit freundlichen Grüßen

Ewald Winterkorn'

Tja, habe ich nicht. Marita aus der Nachbarschaft, dem Loft unter mir hier in Berlin – Mitte, meinen Freund Spyris Morinos, mich selbst – geht das überhaupt, eventuell die eheliche Zusammenführung einer gespaltenen Persönlichkeit – nur als Denkmodell, oder Bosbach, den netten Setter, der mir letztens am Bahnhof Zoo hinterher lief und der da jetzt so friedlich vor dem CDU-Wahlplakat - Motiv von 1976 mit Kohl und seiner Familie am Wolfgangsee blinzelt ?

Ehe für alle, genialer Schachzug aus dem vermeintlichen Nichts.

Unglaublich...

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. Juni 2017 um 13:41 Uhr  

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