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Merkel goes Putin

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Die Wahlarena des nordeutschen Rundfunks trägt alle Merkmale von Putins Bürgerfragestunden in Russland.

Gelenkte Demokratie a la Merkel.

Wer Putins jährliche Frageshow vor  einem ausgewählten Publikum schon einmal verfolgt hat, ist geimpft. Man versteht sehr schnell, dass die Antikörper, die in einer solchen Show auftreten, ausgesucht, gefiltert und gereinigt sind. Selbst kritische Fragen kommen noch so zahm daher, dass Putin eher ins Gähnen als ins Schwitzen kommt, wenn beispielsweise die allgegenwärtige Korruption von einem “Bürger” beklagt wird.

Angela Merkel hat, vor jeder Bundestagswahl ähnliche Formate, in denen repräsentativ ausgesuchte Bürger der deutschen Mittelschicht Fragen stellen dürfen, die nach allgemeinem Ermessen erlaubt sind.

Ein Milchbauer darf sich über die geringen Milchpreise beschweren, eine Rentnerin über die Altersarmut und die geringen Renten, ein Krankenpfleger klagt über den Pflegenotstand und ein Biologe darf sich über die Verschmutzung der Meere aufregen.

Nur, als dann ein Fragesteller andeutet, dass die Migrationswellen der letzten Jahre so nicht in Ordnung gehen, entlarvt sich die Veranstaltung zu einer einer Merkelshow, die auch nicht besser ist, als Putins Fragestunden am Jahresende.

Die ersten Buhrufe tauchen im auserlesenen Publikum auf und Merkel muss (genau wie Putin dies üblicherweise tut) den Angepassten Einhalt gebieten, um dem Bürger mit den Ausländersorgen, dem inzwischen der Schweiss auf der Stirn steht, wie eine gute Zarin zu erklären, dass er sich gar keine Sorgen machen müsse.

Dieser zieht sich, erleichtert, dass er nicht gelyncht wurde zurück und wie durch Zauberhand gesteuert, bekommt ein gut angepasster Akademiker aus dem Irak das Mikro und beklagt den Rassismus in Deutschland.

Putin hätte es nicht besser gekonnt, pseudokritische Fragen in seinen Demokratie-Fake einzubauen. Merkel, dass wissen wir heute Abend nach der Sendung Wahlarena des NDR, kann das mindestens genauso gut und hat eben so viele Medienkonzerne hinter sich, wie ihr russischer Kollege.

Die Tatsache, dass das alles nichts mit einem demokratischen Diskurs zu tun hat, sondern eher mit einer Degradierung der Bürger auf das Niveau einer Schülermitverwaltung ist bei solchen medialen Arenen nur mühsam zu kaschieren.

Der rechts denkende Bürger, der die einzige Frage stellte, die an ein Tabu rührte, geht morgen wieder an seinen Arbeitsplatz zurück, wo ihm die Kollegen auf die Schulter klopfen, weil sie genauso denken wie er.

In den neuen Bundesländern denkt je nach Untersuchung jeder Dritte bis jeder Zweite so. Die repräsentative Auswahl von Stichproben, die Infratest Dimap für die Wahlaerna übernahm, scheint jedenfalls in einem gesellschaftlichen Biotop oberhalb der Unterschicht und außerhalb der neuen Bundesländer stattgefunden zu haben.

Propaganda a la Putin, aber “made in Germany”.

Angela Merkel goes Putin.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 12. September 2017 um 13:09 Uhr  

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