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Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

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Ihr wisst ja garnicht wie gut es euch geht!

Wer kennt ihn nicht, jenen Satz der so vorwurfsvoll in Richtung derer erklingt, die im jugendlichen Drang alte Weisheiten in Frage stellen.

Seit über 60 Jahren wächst nun eine Generation nach der anderen mit dem universellen Vorwurf auf das es ihr Angesichts ihrer privilegierten Lage an der nötigen Dankbarkeit und am Respekt mangeln würde.

Zweifelsfrei ist es auch so das es vielfach in meiner Generation, an einem Vergleichswert fehlt.

Aber nicht nur vor diesem Hintergrund ist das Erlebnis Demokratie, oft nichts was das Bewusstsein offensiv wahrnimmt, sondern letztlich ist es auch eine Frage der gesellschaftlichen und kulturellen Prägung, denn das demokratische System kann immer nur so stabil sein, wie die Gesellschaft, die es trägt.

Doch sind es nicht gerade jene die noch von Hunger und Elendserfahrungen geprägt waren (oder sind) und deren Vorwurf so viele von uns ereilte, die nicht nur das System aufgebaut -, sondern mit ihrem Schweigen auch dazu beitrugen, das die nachkommenden Generationen zu Schattenkrieger wurden?

Zu Schattenkriegern, die gezwungen waren, gegen Geister, Ängste oder eine Logik zu kämpfen, deren Ursprung ihnen verborgen blieb.

Wie sollen sie verstehen das eine demokratische Streitkultur in ihrer Familie oder in ihrem sozialen Umfeld nur deshalb nicht möglich ist weil eine Generation die von Autoritäten geprägt ist, dieses einfach nicht aushalten konnte.

Denn in ihrer Welt war (und ist) Widerspruch kein demokratisches Recht, sondern ein Angriff auf ihre Autorität.

Es ist diese fehlende Fähigkeit zum Diskurs, die in jenem alten Vorwurf an die Jugend immer wieder zum Ausdruck kommt.

Auch im Gegenwärtigen erlebt die neue Generation das im Schatten einer alten Wahrheit demokratisches oft nur schwer erkennbar ist.

Da definiert ein deutscher Kanzler Zusammenarbeit mit dem Vergleich Koch und Kellner, oder es wird das Sozialgesetz mit einer strafenden Note ergänzt.

Integration, Sozialwesen und Rechtsstaat sind der Dreiklang der Demokratie.

Sie zu bewahren und die Gesellschaft immer wieder zusammen zu führen ist die Aufgabe, die erbracht werden muß.

Denn es ist die soziale Spaltung die unsere Gesellschaft bedroht nicht ein Flügel auf der einen oder anderen Seite.

Nein, die Demokratie wird nicht von rechts oder links bedroht, vielmehr wankt sie auf dem Boden der Verlorenen und im Schweigen derer, die es besser wissen müssten.

Den letztlich ist der zunehmende globale Extremismus nichts anderes als die Reizreaktion einer sich entsolidarisierenden Gesellschaft wo Märkte die Globalisierung zur Sozialflucht nutzen und Bildung zunehmend ein Privileg für Wohlhabende wird.

Dann leidet zwangsläufig das demokratische Miteinander und der soziale Zusammenhalt.

Gerade die Entwicklung der letzten Jahre zeigt uns in diesen Zusammenhang aber auch das fehlender Mut und Egoismus auf politischer und elitärer Ebene dazu führen, das alte Volksparteien vom Bürger abgewählt werden.

Eine nicht ganz unproblematische Entwicklung in dieser Phase der Geschichte, aber eine Logische.

Den längst ist auch dem letzten Bürger klar geworden, das Politik nicht mehr treibende Kraft, sondern getrieben ist.

In dieser Gemengelage scheint es vielen das es zweierlei Recht gebe:

Das Eine für jene die es sich richten können, und das andere für jene die sich fügen müssen.

Wie mit dem Recht verhält es sich auch mit der Demokratie: Eine Demokratie, die jeder für seinen Zweck interpretieren kann, ist nicht demokratisch.

Wer dem Demokratieverständnis einen so großen Spielraum gibt, baut sein Fundament auf Treibsand.

Aussagen wie: Wer nicht wählt, wählt rechts, widersprechen meinem Demokratieverständnis ebenso, wie das reflexartige kriminalisieren neuer Parteien und dem Mißbrauch des Verfassungsschutzes an dieser Stelle.

Das zeigt nicht nur ein mangelndes Vertrauen in die eigene politische Überzeugungskraft, sondern auch von einer demokratischen unreife

Nein, die Bedrohung unsrer demokratischen Werte kommt nicht von dieser Seite, vielmehr liegt die Gefahr darin das unsere Gesellschaft in der Mitte auseinander bricht.

Denn die Mitte die wir im 21.Jahrhundert definieren, ist kein sozialer Mindestwert, sondern ein ökonomischer.

Jenseits dieser Mitte ist der Bürger kein „Kunde“ mehr und wird als gesellschaftliche Last geächtet.

Eine gefährliche Entwicklung !

P.S.: Ich weiß, dass ich als einfacher Arbeiter mit meiner Sicht bestenfalls an der Oberfläche kratzen kann, deshalb erlaube ich mir Interessierten einen weiterführenden Link mit einem Beitrag von Prof. Dr. Merkel anzubieten, der hier noch weiter in die Tiefe geht.

http://www.ardmediathek.de/tv/Tele-Akademie/Prof-Dr-Wolfgang-Merkel-Der-Herbst-d/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=37622032&documentId=42466672

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 29. Oktober 2017 um 09:39 Uhr  

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