Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Macrons En Marche gibt Anlass zu demokratischer Besorgnis

Macrons En Marche gibt Anlass zu demokratischer Besorgnis

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Macrons Parteien-Retorte „En Marche“ gerät zunehmend ins Zwielicht.

Eigentlich ist Macrons 2016 gegründete Organisation nie als Partei geplant gewesen. En Marche, dessen Name an eine Bewegung erinnern soll, die aber faktisch nie stattfand, war bis zur Präsidentschaftswahl in Frankreich nicht mehr als ein „Wahlvehikel“ für den damaligen Bewerber.

Man könnte auch sagen, ein gut finanzierter Intriganten-Club, der es eigentlich nur dank der vom Elysee initiierten Penelopé-Affäre, die den ärgsten Konkurrenten Francois Fillon, die Wahl kostete, an die Macht geschafft hat.

Entsprechend dünn und widersprüchlich war das Programm der Organisation, welche ihre Inhalte erst kurz vor dem ersten Wahlgang outete, so dass für jeden etwas dabei war, etwa so, wie es ein Mischkonzern machen würde, der einen Markt für sich erobern will.

Demokratisch war diese Organisation aber nie, so dass der aktuelle Protest von „100 Demokraten“ verwundert, die En Marche nun verlassen wollen, weil die Organisation absolutistisch und autoritär geführt würde.

Ja schon, möchte man sagen, aber das war doch schon von Anfang an so.

Die betont unkritische Sicht der demokratischen Basis eines Emanuel Macron in der deutschen politischen Führungsriege, scheint dabei so etwas wie eine Sehnsucht nach unangefochtener Macht auszudrücken. Denn während man eine AfD, die tatsächlich eine Partei ist, zur Feindin der Demokratie erklärt, darf En Marche in Frankreich schalten und walten, wie ein Start-Up, das zufällig mal gerade den Präsidenten stellt, solange der Begriff Macron auf dem Logo prangt.

Solange Macron die neoliberalen Werte unseres Politik-Establishments vertritt, sind auch undemokratische Strukturen und ein Parteivorsitzender erlaubt, der gefälligst nur noch abgenickt werden darf.

Wie viel demokratischer ist dagegen die AfD, wo es Richtungskämpfe, das Ringen um den richtigen Weg und ständig wechselnde Vorstände gibt. Aber genau diese demokratischen Prozesse einer Partei werden von unseren Medien geradezu herablassend kommentiert. Ein unreife Partei eben, aber eine Partei.

En Marche ist dagegen ein konzernmäßig organisiertes Kampfinstrument, um nur einen Mann an die Macht zu bringen und ihn dort zu halten. Den Günstling der reichen EU-Mitgliedsstaaten zwar, den Intimfreund der Rothschilds und anderer Oligarchenfamilien, aber eben kein „Demokrat“, was sich immer mehr zeigt.

Die Frage ist nun, wer der Demokratie in Europa mehr schadet? Ein Macron mit seiner „Artefakt-Partei“ oder eine Protestpartei wie die AfD?

Ich habe mich entschieden.

Wer nicht begreift, dass En Marche ein Angriff auf die französische Demokratie ist, der sollte sein eigenes Demokratieverständnis noch einmal in Ruhe überprüfen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 15. November 2017 um 15:05 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 335
Beiträge : 5749
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 14227015

Verwandte Beiträge