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Der Jamika-Effekt

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Was Sie den Bürgern schon immer einmal antun wollten, sich bisher aber nicht getraut haben.

 

Es ist kein Geheimnis, dass unser Land in den letzten zwanzig Jahren mehr Reglementierungen erlebt hat, als in den übrigen vierzig Jahren davor. Der Kampf, der in den siebziger Jahren um den Sicherheitsgurt im Auto tobte und um Geschwindigkeitsbegrenzungen wirkt heute vergleichsweise lächerlich.

Wenn man den Begriff der Bürgerrechte etwas weiter fasst, als das Recht zu wählen, andere zu verklagen und böse Leserbriefe zu schreiben, sind wir heute auf dem Tiefpunkt angekommen.

Telefonieren ohne Identtätsnachweis geht nur noch an einem der wenigen öffentlichen Fernsprecher, wenn man Bargeld auf der Bank einzahlt, wird man registriert und die eigenen Nummernschilder werden auf dem Weg zur Arbeit mindestens einmal öffentlich fotografiert. Wer falsche Begriffe benutzt, um Zuwanderer zu bezeichnen (das fängt schon an beim Wort Wirtschaftsflüchtling) wird im Auftrag des Innenministeriums  beispielsweise von der Amadeu-Antonio-Stiftung gemeldet und wer die Verbrauchswerte seines Gebrauchtwagens versehentlich falsch angegeben hat, weil er sich auf Herstellerangaben bezog riskiert einen Brief vom Anwalt einer bekannten Umweltorganisation, eine strafbewährte Unterlassungserklärung zu unterschreiben (was für besagte Organisation ein gutes Geschäft ist).

Unsere Daten werden massenweise auf Vorrat gespeichert und seit Jahren befindet sich ein Whistleblower in einem kleinen Zimmer in einer Londoner Botschaft und kann nicht raus, weil er unserer politischen Elite auf die Füße getreten ist. Als politischen Gefangenen darf man ihn aber trotzdem nicht bezeichnen. Dann ist man draußen, d.h. wird von der kritischen Öffentlichkeit auf Eis gelegt, von der professionellen zumindest.

Rauchen darf man nirgendwo mehr, an den Baum pinkeln auch nicht. Den Staat und die Kanzlerin zu verunglimpfen führt zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und zu scharfe Satire, auch wenn sie sich gegen Diktatoren richtet, ebenfalls. Fleisch essen ist verpönt, selbst schlachten verboten und Tierhaltung auf dem Lande an strengste Auflagen geknüpft, Brüssel sei Dank.

Eigentlich darf man in Deutschland nur noch das tun, was erlaubt ist und der Witz geht so weiter, dass man in England wenigstens noch alles tun darf, was nicht verboten ist.

Nun sitzen heute Nacht vier Parteien in Klausur und denken darüber nach, wie man die jeweils eigene Lust am Verbieten auf einen gemeinsamen Nenner bringen kann. Am Ende wird eine Koalition dabei herauskommen, die Jamaika heißt. Das ist sicher, weil sich niemand von den Machthungrigen dort, die Lust am Verbieten generell nehmen lassen möchte. Man wird sich also einigen.

Das Gute für diese Bürger-Terrorisierer, die dort zusammen sitzen ist, dass man die Schuld an der zunehmenden Unfreiheit in unserem Land der jeweils anderen Partei zuschieben kann. Vorratsdatenspeicherung nicht mit uns, rufen die Grünen und wollen zugleich den Verbrennungsmotor verbieten. Die so genannte emissionsfreie Elektromobilität, die natürlich in Wirklichkeit überhaupt nicht emissionsfrei ist, auch wenn die Abschaltung der Kohlekraftwerke durchgesetzt werden sollte, passt ausgezeichnet zu einer süffisanten Nebenbemerkung unserer Kanzlerin, dass man bald nur noch mit Sondergenehmigung sein Auto selbst lenken darf (also auch Pflicht für Autopiloten). Der Witz ist, dass die Kanzlerin das nicht ironisch gemeint hat.

Bestimmt aber finden sich ein paar Sozialdemokraten, die in einer künftigen Koalition der „freien Fahr für freie Bürger“ endgültig und gerne den Garaus machen werden, während die Union sich in Unschuld wiegt.

Die lustvollen Vernichter von Freiheit und Bürgerrechten sind natürlich immer die anderen, auch bei Jamaika. Wenn Union und Grüne gemeinsam den Brüsseler Superstaat auf den Weg bringen und ein europäisches Finanzministerium zusammen mit dem Elite-Präsidenten Macron aus der Taufe heben werden, dann hat die FDP leider umsonst dagegen gekämpft, darf aber trotzdem an der Macht teilhaben, weil man ja brav die Kröte geschluckt hat. Auch die fortgesetzte ungesteuerte Zuwanderung, die unsere Bürger in den nächsten vier Jahren ertragen werden müssen, darf man dann den anderen anlasten, den Grünen beispielsweise oder der ewig indifferenten CDU.

Der Konsens bei den Jamaika-Verhandlungen wird also der negativst mögliche Nenner für die Bürger werden und am Ende ist dann keiner richtig Schuld, dass unser Land wieder eine Legislaturperiode unfreier geworden ist. So geht eben der Fortschritt.

Genauso wird es kommen und man versteht die Politikhasser wieder ein Stück mehr, wenn die vier Machtbeschaffungsorganisationen auch noch ihren jeweiligen Stempel auf unser Land gedrückt haben.

Eine Guillotine, ruft gerade jemand in der Redaktion, eine Guillotine! Wir haben ihm sofort den Mund zugepflastert und zum Abkühlen vor den geöffneten Kühlschrank gesetzt. Schließlich wollen wir nicht in Verruf geraten. Das ist gefährlich heutzutage!

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 18. November 2017 um 20:16 Uhr  

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