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FJS - posthumer, politischer Aschermittwoch

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Das absolute Feindbild der linken wird dieses Jahr, am Tag der deutschen Einheit seinen dreißigsten Todestag haben.

Nach unserer Meinung ist das politische Urgestein so lebendig wie nie.

Seine Sprüche sind brandaktuell und konterkarieren die politischen Fehler die derzeit en vogue sind.

“Rechts von uns darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben, d.h. wir, die CDU und CSU, müssen diesen Raum und diese politische Landschaft ausfüllen”
Franz Josef Strauß in einer Richtigstellung an “Die Repubikaner” 1987 (ACSP, NL Strauß PV 16773)

Damals bezog sich FJS auf die Republikaner, die bekanntlich eine Fußnote der deutschen Parteiengeschichte blieben. Ob das auch für die AfD gelten wird, hängt sehr wahrscheinlich vom Verhalten der Union ab, die derzeit nur mit ihrer bayerischen Schwesterpartei der Strauss-Doktrin folgt.

Zumindest beherzigt die CSU diese Vorgabe ihres Übervaters:

“Wir sind und müssen eine Kampfpartei bleiben.”

„Kampfpartei“, wem käme so etwas heute noch in den Sinn? Den Sozis bestimmt nicht, die Strauss für „rote Deppen“ hält und deren politische Verortung er geradezu für verräterisch hält:

“Kurt Schumacher, nationalroter Preuße, würde sich im Grabe wie ein Ventilator drehen, wenn er sehen könnte, wie seine Nachfolger sein geistiges Erbe verwalten.”

Irren sei menschlich, polterte er einmal, aber ständig irren sei sozialdemokratisch. Irrlichtert die SPD nicht gerade in eine große Koalition, in der es nichts zu gewinnen gibt? Geht es noch aktueller?

Strauss war übrigens kein Feind der Sozialdemokraten. Seine Gegner hat er mit Respekt gesehen, was er explizit auch über Herbert Wehner so sagte . Er habe keine rechte Lust mehr nach Bonn zu fahren, wenn Schmidt und Wehner nicht mehr da sind.

Umgekehrt haben die Linken Strauss immer als Erzfeind, als den linken Antichristen schlechthin gesehen. Was nach Strauss wohl an deren Ideologisierung liegt:

“Weltanschauungen sind dogmatische Bastarde, gezeugt aus ungeduldiger Quasi-Religiosität, die gleichsam die Apokalypse nicht erwarten kann”.
Anlässlich der Verleihung der Kultur- und Sozialpreise 1982 der Bayerischen Landesstiftung (ACSP, NL Strauß Slg. Kray RA 82/106)

Die Hassangriffe von links (Vorläufer der heutigen „Hater-Welle“ in den sozialen Netzwerken) konterte FJS ebenso scharf wie verächtlich.

“Von Viertel-Intellektuellen lassen wir uns nicht vormachen, was Intelligenz ist.”

Aber nicht nur die Linken bekommen bei ihm ihr Fett, sondern auch die Grünen:

“Von den vergrämten Nazis sehr alter Jahrgänge bis zu den jugendlichen Schwärmern, dazwischen Knallrote, die mal vorübergehend als Laubfrosch im Fasching gegangen sind”.
Beschreibung des breiten Spektrums der Grünen 1980, in: Rheinischer Merkur 28.3.1980

Auch die Grünen hatten in ihrer Anfangsphase so ihre Probleme mit Alt-Nazis, was immer gern vergessen wird. Die Grünen waren ähnlich wie heute die AfD eine Protestpartei, die von allen möglichen Leuten okkupiert wurde, auch von enttäuschten Alt-Nazis.

Sozialrevolutionär waren die Grünen auch nach FJS noch nie, eher diktatorisch:

“Grüne Ideen gedeihen nicht in den Quartieren der Arbeiter. Sie gedeihen in den Luxusvillen der Schickeria.” Er rückte die Partei sogar in die Nähe der Nazis, indem er sagte, dass selbst die Nationalsozialisten manch vernünftige Forderung gehabt hätten. Genauso wie einst “gewisse universitäre Gruppierungen” zu leidenschaftlichen Wegbereitern von Hitlers Terrorstaat geworden seien, fänden sich heute “nur unter anderer Farbe pseudoakademische Elemente, die Steuergelder missbrauchen und statt zu studieren den Umsturz propagieren”.

Schwer zu sagen, was er damit genau gemeint hat. Hat er die Ideen der Ökodiktatur der Grünen vorweggenommen? Jedenfalls hielt er sie für gefährlich und staatsfeindlich, was sie auch heute noch sind, wenn man sich ihre nationalen Auflösungsbestrebungen so anschaut.

Er warnte: “Lassen sie sich von diesen Rattenfängern nicht einfangen.”

Wir glauben, dass genau diese Rhetorik heute von den Grünen und der SPD gegenüber der AfD benutzt wird. Wie vertraut!

Zur Koalitionsverhandlung hat FJS auch einen posthumen Spruch, den sich die Sozialdemokraten ja nochmal durch den Kopf gehen lassen können:

“Wir haben die SPD mit der Wucht unserer Erfolge auf unseren Weg gezwungen.”

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 18. Februar 2018 um 13:19 Uhr  

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