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Ausländerkriminalität: Hat Trump mit dem behaupteten Anstieg in Deutschland Recht?

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Information

Die Aussage des amerikanischen Präsidenten, dass die Kriminalität seit der Migrationskrise in Deutschland um 10% angestiegen ist,  war vollkommen korrekt. Derzeit gibt es aber einen leichten Rückgang in der Kriminalität, der von den Medien aber nicht weiter analysiert wurde. Dies soll an dieser Stelle nachgeholt werden.

Ein Tweet ist ein Tweet, man kann dort keine komplexen Zusammenhänge darlegen. Genau das müsste man aber tun, wenn man über die Entwicklung der deutschen Kriminalitätsstatistik in den letzten drei Jahren spricht.

Trump hat pauschal behauptet, in Deutschland wäre die Kriminalitätsrate seit der Flüchtlingswelle 2015 angestiegen. Er nennt auch eine Zahl, 10% und verweist damit gleich auf die Gefahren, die der USA durch illegale Migration drohen.

Sicher sehr verkürzt und für uns erst einmal nicht zu verstehen, weil in deutschen Medien ein deutlicher Abfall der Kriminalitätsrate seit 2015 insgesamt festgestellt wurde.

Die Anwürfe der amerikanischen Präsidenten sind für uns aber auch deshalb nicht zu verstehen, weil unsere Medien, die Kriminalitätsstatistik des BKA nicht kritisch betrachtet haben.

Die von Trump behauptete Kriminalitätssteigerung um 10% trifft allerdings für die Straftatenstatistik von 2014 auf 2015 zu.

„Insgesamt gab es 2015 genau 2 369 036 Tatverdächtige, das sind 219 532 mehr als noch im Vorjahr (2014: 2 149 504 Verdächtige), was einem Anstieg um 10,2 Prozent entspricht. Rund ein Viertel (587 648 oder 24,8 Prozent) der Tatverdächtigen waren 2014 Frauen und Dreiviertel (1 781 388 oder 75,2 Prozent) waren Männer.

Stark gestiegen ist der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen, also der Täter ohne deutschen Pass. Ihr Anteil lag 2015 mit 911 864 Personen bei knapp einem Drittel (38,5 Prozent) aller Tatverdächtigen (2014: 617 392 Personen oder 28,7 Prozent). Das entspricht einem Anstieg um 47,7 Prozent.“ (BILD)

 

Kritische Betrachtung erforderlich

In absoluten Zahlen sind die Straftaten seitdem von 6,3 Millionen (2015) auf 5,7 Millionen (2017) zurückgegangen. Diese Zahl, die an sich positiv ist, hat aber einige Wehrmutstropfen. Der Ausländeranteil bei den Tatverdächtigen ist wirklich immens hoch. Er liegt laut BKA bei fast 50% (599357) der Straftaten durch Deutsche (1376450) und erreicht insgesamt einen Anteil von über 30% an den gesamten Straftaten, auch wenn man die ausländerrechtlichen Straftaten als minderschwer herausrechnet.

Somit sind Ausländer in der deutschen Kriminalitätsstatistik, gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil (Ca. 10 Millionen von 80 Millionen) deutlich überrepräsentiert. Die Rückgänge gegenüber 2016 sind hier im Jahr 2017 marginal (0,5%), der Ausländeranteil bleibt also bei den Tatverdächtigen auf einem hohen Niveau stabil.

Es gibt darüber hinaus eine Reihe von Problemen mit der Glaubwürdigkeit der Statistik. Hier hat Trump intuitiv ins Schwarze getroffen, dass er gut informiert war, davon ist nicht auszugehen.

Nichtdeutsche Tatverdächtige können nur soweit in der Statistik auftauchen, wie sie gemeldet werden. Das BKA bekommt die Zahlen von den LKAs, die nicht die gleichen Maßstäbe bei der Erfassung und Übermittlung von Daten über Tatverdächtige haben. NRW beispielsweise weigert sich, die Herkunft der Tatverdächtigen überhaupt zu erfassen. Hier handelt sich um das bevölkerungsreichste Bundesland. Damit wird die die Statistik zur Ausländerkriminalität massiv verzerrt. Denn in NRW gibt es einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Flüchtlingen und Zuwanderern sowie Migranten mit Aufenthaltsstatus und einen ebenfalls sehr hohen Anteil von nichtregistrierten Ausländern. Außerdem gibt es in einigen Städten in NRW extrem hohe Kriminalitätsraten!

Das SPD-geführte Bundesland hat also in den letzten Jahren die Kriminalitätsstatistiken des BKA massiv sabotiert!

Es gibt quasi keine Daten für das BKA aus NRW, Hamburg und Bremen, die aussagekräftig wären. Ob das tatsächlich technische Gründe habe, wie behauptet, wird von den Medien nicht recherchiert. (Offensichtlich will man es nicht wissen.)

Es bleibt eine Rumpfstatistik mit vielen Fragezeichen

Die vom BKA veröffentlichte Statistik für 2017 lässt also eine Reihe von Fragezeichen zurück, mit denen sich niemand beschäftigt. So ist auch der Anstieg von Sexualdelikten von 7.919 im Jahr 2016 auf 11.282 im Jahr 2017 ein Wert, der auf Grund des neuen Sexualstrafrechts (Heiko Maas) nicht als faktischer Anstieg gewertet wird. Wie auch immer, wäre es ein Anstieg um stattliche 42% innerhalb eines Jahres. Dies beinhaltet noch nicht die Tatsache, dass die kriminalitätsträchtigen Bundesländer wie NRW in einer solchen Statistik des BKA gar nicht vorkommen!

Statistik ist stark lückenhaft und teilweise widersprüchlich-überzeugend ist das nicht

Natürlich hat Trump seine Behauptungen aus dem Bauch heraus getwittert. Eine objektive Replik gibt es aber weder von den deutschen Medien noch aus der deutschen Politik. Denn der Anstieg der Kriminalität um 10% von 2014 auf 2015 ist Fakt. Wenn es seitdem eine leichte Entspannung gegeben hätte, wäre es ja schön. Die Zahlen des BKA sind aber so lückenhaft und widersprüchlich, dass man die Frage der Entspannung bei den Straftaten auf Grund dieser Zahlen schlicht und einfach nicht beantworten kann.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 31. Juli 2018 um 13:43 Uhr  

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